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Publikationsdatum
23. Februar 2001
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Nach dem Scheitern einer einvernehmlichen Regelung zwischen der Musikindustrie und der Online-Tauschbörse Napster gehen die beiden Musikunternehmen Sony und Vivendi Universal offenbar zum Gegenschlag über. Wie Vivendi http://www.vivendi.fr/txt/vu/fr/actu.html bekanntgab, haben sie ein Gemeinschaftsunternehmen für die Lizenzierung von Musiktiteln gegründet. Ziel des "Duet" genannten Joint Venture sei es, das Copyright und die Rechte der Künstler zu sichern. Die großen Filmunternehmen Sony und Universal Pictures, Miramax und Walt Disney wollen indes Filmtauschbörsen im Web verhindern, indem sie selbst verstärkt Filme-Downloads im Netz anbieten. Die größte Video-Verleihkette in den USA, Blockbuster, bietet bereits jetzt schon Videobestellungen mit Download aus dem Internet um knappe fünf Dollar pro Movie an.

Während EMI sich unter bestimmten Voraussetzungen eine Zusammenarbeit mit Napster/Berteslmann vorstellen kann, lehnte besonders Sony deren Angebot zur Zahlung einer Millarde Dollar als Schadensersatz ab. In einer Branche, die 40 Mrd. Dollar Umsatz erarbeite, sei der Vorschlag untragbar. Vielmehr soll Napster das in der vergangenen Woche ausgesprochene Urteil umsetzen, reagierte Sony. Von einem US-Gericht war Napster dazu verpflichtet worden, kommerziell geschützte Musik downloaden zu lassen. Der ursprüngliche Mitkläger gegen Napster, Bertelsmann, der im Herbst 2000 sich an der Tauschbörse verbündete, will hingegen Napster in ein kostenpflichtiges Unternehmen umwandeln.