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25. September 2002
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Die ARD bereitet die ersten interaktiven Sendungen im offenen Digitalfernsehstandard MHP (Multimedia Home Platform) vor. Die Intendanten beauftragten in Berlin eine MHP-Arbeitsgruppe, drei erstmals präsentierte interaktive Prototypen rasch weiter zu entwickeln, damit sie noch in diesem Jahr auf Sendung gehen können. "Wir wollen sehr schnell interaktive Programme auf MHP-Basis anbieten, um die Leistungsfähigkeit und Offenheit dieses Standards unter Beweis zu stellen", erklärte ARD-Intendant Fritz Pleitgen. Es sei der einzige Standard, der allen Zuschauern einen diskriminierungsfreien Zugang zum digitalen Fernsehen garantiere.

Zuschauer in digitalen Fernsehhaushalten sollen künftig bei Jörg Pilawa vom Sofa aus mitraten, Punkte sammeln und einen Preis gewinnen können. Bei der digitalen Version von "Christiansen" erhalten Digitalfernsehnutzer während der Sendung Informationen zu den Gesprächsteilnehmern und Erklärungen zu Fachbegriffen. Die Kernaussagen der Diskutanten werden den Zuschauern künftig laufend zur Abstimmung übermittelt und das Befragungsergebnis umgehend eingeblendet. An der Umsetzung dieser interaktiven Projekte wirken das ARD-Playout Center in Potsdam, das Institut für Rundfunktechnik (IRT), renommierte Programmentwickler aus ganz Europa und die Geräteindustrie mit.

Seit August bietet die ARD in ihrem Digitalbouquet mit dem "TV-Portal" und dem "Online-Kanal" bereits zwei interaktive Dienste im MHP-Standard an. Das "TV Portal" führt den Nutzer interaktiv durch das digitale ARD-Angebot und bietet zahlreiche Funktionen, die das Auffinden von Sendungen und Zusatzinformationen erleichtern. Der "Online Kanal" ist ein multimediales Informationsangebot, das den Videotext ablösen wird. Des weiteren werden ein interaktiver Nachrichtenticker sowie personalisierte Wetterberichte vorbereitet. Diese Zusatz-Angebote können von Zuschauern genutzt werden, die über einen MHP-fähigen Digital-Decoder verfügen.

Die ARD hatte sich vor einem Jahr mit ZDF, RTL und der Kirch-Gruppe darauf verständigt, gemeinsam auf die Durchsetzung des offenen Digitalfernsehstandards MHP hinzuwirken. Dazu hatten sich die Sender verpflichtet, ab Sommer 2002 entsprechende interaktive Dienste und Sendungen zu starten, die die Möglichkeiten des systemunabhängigen Standards aufzeigen. Auch die anderen beteiligten Sender arbeiten an entsprechenden Angeboten.
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