20. August 2018 | seit 1999
MUSIKREZENSION
ARTIKEL
Publikationsdatum
1. November 2004
Drucken
Teilen mit Twitter
Knopflers neustes und viertes Soloalbum klingt, als würde sich Knopfler mit ein paar Kollegen zum genüsslichen Jammen in einem Lokal treffen.

Die ohrwurmartigen Melodien sind teilweise bekannt und haben verblüffende Ähnlichkeiten mit schon geschriebenen Stücken.

Locker und gemächlich spielen Solist und Begleitmusiker, fast zu entspannt, denn zuweilen kommt doch etwas wie Monotonie auf.

Auf jeden Fall gibt’s nirgendwo einen echt aufregenden Moment, dies in musikalischer wie auch klanglicher Hinsicht.

Der Sound ist warm und füllig. Schrille Töne scheint Knopfler zu hassen. Wohlig wird der Hörer von einem gefälligen Sound umhüllt.

Das Surroundkonzept macht Sinn: Die führenden Instrumente und Knopflers lässig-warme Stimme erschallen von vorne, über die Surroundkanäle schickt der Sound-Engineer lediglich klangfüllende Elemente und dezente Raumklangeffekte.

Alles wunderschön – doch mir persönlich fehlt der Pfeffer.

Wenigstens eine kleine experimentelle Surround-Orgie, mit welcher Knopfler das neue mehrkanalige Medium SA-CD ausloten will, hätte ich von diesem hochkarätigen Musiker erwartet.
STECKBRIEF
Albumtitel:
Shangri-La
Komponist:
Div
Label:
Mercury Records
Jahr:
2004
Bestellnummer:
9867715
Tonformat:
Stereo, Mehrkanal
Medium:
Hybrid SA-CD
Musikwertung:
8
Klangwertung:
8
Preis:
40.00
Bezugsquellen
Wettbewerb