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Publikationsdatum
26. Mai 2003
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Webradios werden immer beliebter. Wenn wundert’s, die von Privaten und DRS 3 gelieferte Oberflächlichkeit aus dem Äther ist grausam. Webradios bringen die kulturelle Vielfalt und Spass am Radio zurück. Lange schien das Schicksal für den ambitionierten Radiohörer erbarmungslos zuzuschlagen. Die kommerziellen Privatradios und DRS3 überziehen die Nation seit Jahren mit einem statistikoptimierten Soundteppich, dass Personen mit ästhetischem Musikbewussein nur noch lethargisch von persönlichkeitsfördernden Radiohighlights aus den Jugendjahren träumen.

Seit die Radio-Playlists nicht mehr von inzwischen abgewanderten Musikredaktoren, sondern von Medienforschungsanstalten erstellt werden, spielen die einst als anarchische Jugendradios gestarteten Diener im Äther vornehmlich über Viva und MTV lancierte Retortenerzeugnisse rauf und runter.

Angereichert mit Oldie-Zusammenstellungen aus den 70er und 80er Jahren wird der kleinstgemeinsame Nenner einer kaufkräftigen Mehrheit angepeilt.

Während den privaten Stationen noch eine gewisse Refinanzierungsnotwendigekeit zugestanden werden kann, sind bei DRS3 lokale Eitelkeiten dafür verantwortlich, dass der Auftrag zum Service Public und kulturelle Qualität auf dem Schlachtplatz der Quoten geopfert wird.

Radio aus dem Netz – preiswert und kulturelle Vielfalt

Mit dem Internet und der vergleichsweise extrem günstigen Infrastruktur für Webradios wurde eine Demokratisierung gegenüber dem Primat der Quotenradios geschaffen.

Innerhalb kurzer Zeit entstanden global tausende von Webradiostationen und sorgen für eine orginelle Vielfalt wie sie sonst allenfalls im Kurzwellenbereich anzutreffen ist.

Für Exotik ist durchaus gesorgt: Bollywood-Pop (http://www.indiaradio.com/) ist nur ein Mausklick vom New Yorker Polizeifunk (http://www.surfmusic.de/poli.htm) entfernt.

Aber Achtung: schnell kann das Angebot unübersichtlich werden und Kurzwellenflair kommt auf.

Inzwischen gibt es aber mehrer Sites, welche Listen von Webradiostation nach Genres und Regionen geordnet führen.

Oder wie wäre es, sich mit der Webradiostation der Feriendestination auf den Urlaub einzustimmen. Auf www.radio-locator.com findet man auch bei exotischen Destinationen meist ein lokaler Sender.

Webradiolisten bei: www.surfmusic.de, www.shoutcast.com und www.live365.com

Welcher Player darf es dann sein?

Komplettes MP3 Studio Audion 3
Komplettes MP3 Studio Audion 3
Ganz bequem haben es die Mac User. Neben dem mit dem Betriebsystem mitgelieferten iTunes brilliert vor allem der Audion 3 Software Player.

Er beinhaltet zugleich den gesamten Webradio Katalog von Shoutcast mit über 4000 einegetragenn Stationen. So lässt sich dann bequem mit einer Stichwortsuche nach dem gewünschten Sender oder Musikrichtung suchen.

Auch der Download der MP3-Streams auf die eigene Harddisk geht mit der Audion Software problemlos von statten.
Einer der diversen Skins des Winamp Players
Einer der diversen Skins des Winamp Players
Bei Microsoft fällt der hauseigene Player in der Funktionalität und im Design gegenüber den Mac Pendants doch merklich ab.

Auf der Windows Plattform hat sich daher in den letzten Jahren Winamp (www.winamp.com) als eigentlicher Standard druchgesetzt.

Der Pionier unter den Streaming-Playern RealOne (ehemals RealAudio) ist wegen der offensiven Werbeinblendungen inzwischen etwas in Verruf geraten.

Der eigene Radiosender

Wer wollte nicht schon mal selber DJ sein und auch noch Gleichgesinnten und Freunden mit seiner eigenen Playlist beglücken oder mit dem selbstgeschriebenen Hörspiel in die grosse Welt gehen?

Mit einem Webradio kein Problem. Benötig werden ein Breitbandanschluss, der Winamp Player (www.winamp.com), ein DJ-Plugin (zB SHOUTcast DSP-plugin, http://www.shoutcast.com/download/) und Ihre Files im MP3 Format.

Im Winamp-Player erstellen Sie dann eine Playlist ihrer Titel, welche über das DSP-Plugin auf den Shoutcast- Server übertragen und von dort im Web publiziert werden.
Ambitionierte Anwender können sich auch einen eigenen kostenlosen Webradio Server individuell einrichten. Eine komplette Anleitung finden Sie unter http://www.mpex.net/info/shoutserv.html

Webradio ohne Computer

So wirklich Spass macht Webradio, wenn die Stationen direkt aus dem heimschen Wohnzimmer angewählt werden können.

Seit geraumer Zeit arbeitet die UE-Industrie an der Vernetzung der Medieninhalte. Musik und Video sollen dereinst direkt über Digitale Netzwerke bezogen werden. Webradios gehören zur ersten Gerätegattung in der die Vision realisiert wurde.
Philips Streamium Webradio und CD-Player.
Philips Streamium Webradio und CD-Player.
Als Vorreiter präsentiert sich wieder einmal Philips. Mit dem Streamium hat auf Anregung des Rheintaler Jungunternehmers Daniel Graf den den weltersten computerunabhängigen Webradioempfänger für den Heimgebrauch geschaffen.

Der Streamium kostet rund 750 Franken und präsentiert sich als Komplettanlage inklusive CD-Spieler. Dank Wireless LAN ist der Streamium nun auch Kabelunabhängig geworden.
Noch exotisch: Webradio als 43 cm-Komponente
Noch exotisch: Webradio als 43 cm-Komponente
Mangelware sind Einzelkomponenten, die sich in eine bestehende Audioanlage integrieren lassen.

Die Ausnahme bildet Turtle Beach mit dem Audiotron. Die formschöne 43 cm-Komponente lässt sich wie ein herkömmlicher Tuner ins HiFi-System integrieren.

Dank dem Ethernet Netzwerk spielt der Audiotron aber auch gleichzeitig die MP3 Files eines angeschlossenen Computers oder einer logikfähigen Multimedia-Harddisk ab.
MP3 Netzwerkstreamer vom Slim Devices
MP3 Netzwerkstreamer vom Slim Devices
Die gleiche Funktionalität bietet auch der SlimP3 von Slim Devices.

Auch er streamt Webradios oder MP3 Dateien von anderen im Netzwerk angeschlossenen Datenspeichern.

Der Slim3 wurde speziell für Multiroominstallation entworfen. So können dann auch mehrere Geräte in unterschiedlichen Wohnräumen gleichzeitig betrieben werden.
Der Exstreamer verbindet die HiFi-Anlage mit dem Web.
Der Exstreamer verbindet die HiFi-Anlage mit dem Web.
Auch eine junge Schweizer Firma beteiligt sich am neuen Marktsegment.

Der Barix Exstreamer Wireless verfügt wie der Streamium über einen Wireless LAN Anschluss. Obwohl das Exstreamer mit seinem technischen Design nicht wirklich auf der Lifestyle Welle mitreitet, etablierte er sich auf dem Markt und wird inzwischen weltweit in sieben Ländern angeboten.
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