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Publikationsdatum
25. Juli 2005
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Mitte Juli lud Philips europäische Fachjournalisten nach Eindhoven zur Präsentation der im High Tech Campus entstanden Produkte.

Vorgeführt wurden sowohl Neuheiten, welche demnächst an der IFA Berlin lanciert werden, als auch Studienobjekte zum digitalen Heim der Zukunft.

Rudy Provoost, CEO Philips Consumer Electronics, eröffnete mit seiner Keynote den Summer Tech Event. Im Zentrum stand die neue Philips Kampagne unter dem Slogan „Sense and Simplicity“.

Die Bedürfnisse des Endkonsumenten sollen im Mittelpunkt der Entwicklung neuer Technologien stehen.

Philips will mit umfassender Forschung die Konsumenten-Bedürfnisse der Zukunft aufspüren (Sense) und Produkte anbieten, welche durch ihre Einfachheit in das Alltagsleben bereichern, statt durch unzugängliche Technik belasten („Simplicity“).

Neue Technologien

Vereinfachte Kommunikation zwischen Endgeräten dank NFC - NearFieldCommuniation
Für das nächste Jahr steht jedoch auch bei Philips die breite Lancierung von HDTV im Vordergrund.

Mit der Fussball-WM in Deutschland verfügt man zeitgleich über den geeigneten Sportanlass, um HDTV erstmals einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Wie schon beim Farbfernseher (1972 Olympiade München) ist es auch diesmal wieder ein Grossanlass, der als Zugpferd für die breite Einführung einer Fernseh-Technologie dienen soll.

Mittelfristig sieht man bei Philips die mobilen Technologien - wie zum Beispiel TV-mobile - als grossen Wachstumsmarkt.

Die Crux liegt hier in der noch umständlichen Bedienung und Kommunikation der Geräte – nicht jedermann klickt sich gerne in einem MiniDisplay durch mehrschichtige Menus, nur um eine Bluetooth- Verbindung aufzubauen.

Mit der NearFiledTechologie, welche dank intelligentem Datenaustausch der Komponenten dem User die Arbeit weitgehend abnimmt, glaubt man auch hier die entsprechende Technologie anbieten zu können.

High Tech Campus in Eindhoven

High Tech Campus - das "Silicon Valley" von Einhoven
Der High Tech Campus wurde einst von Philips Research initiiert.

Inzwischen versteht man den Campus jedoch als konzentriertes Entwicklungsumfeld für eine Vielzahl von Firmen.

Ganz bewusst will man sich nicht eifersüchtig im stillen Kämmerchen verkriechen, sondern sucht die Zusammenarbeit und den Technologieaustausch mit den zahlreichen am Campus beteiligten Partnern.

Inzwischen siedelten sich bereits ein gutes Duzend Hightech Firmen im von der EU finanziell unterstützen Campus an und schufen ein kleines europäisches „Silicon Valley“.

Das Ziel ist, für 8000 Wissenschaftler und Ingenieure ein optimales und kreatives Umfeld zu schaffen.

Kerngebiete sind Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Nano- und Medizinaltechnik.

HomeLab – Das Experimentierfeld mit Wohnatmosphäre

Das Display im Spiegel
Mit dem HomeLab schuf Philips ein Experimentierfeld, um neue Technologien in einer Wohnatmosphäre mit Testpersonen auf ihre Relevanz beim Konsumenten zu testen.

Das Gebäude ist über Kameras und Mikrofone mit modernen Kontrollräumen verbunden.

Dies erlaubt den Forschern von Philips, 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche mit den Bewohnern zu "leben", um ihre Bedürfnisse und Motivationen zur Benutzung neuer Technologien besser zu verstehen.

Der Aufenthalt der "Bewohner" beträgt je nach Art des Forschungsprojekts zwischen 24 Stunden und zwei Monaten.
HomeRobo hört auf Sprachbefehle...endlich mal jemand, der zuhört.
Nicht alles, was im Homelab ausprobiert wird, findet nachher auch seinen Weg in ein konkretes Produkt, während erst als nicht verkäuflich deklarierte Features wie „Ambilight“ bei Flachbildschirmen erst durch die enthusiastischen Reaktionen der „Testbewohner“ ihren Weg in ein konkretes Produkt fanden.
Auch Textilien lassen sich zum Display ausbauen.
Eindrücklich zu sehen, was uns allenfalls bald begleiten wird:

Der intelligente Spiegel ermöglicht schon beim Zähneputzen, einen ersten Blick auf Verkehrswarnungen und Börsenkurse, die direkt im Spiegel dargestellt werden.

Wie sinnvoll in Textilien eingebaute hochflexible Bildschirme sind, mag jeder selber entscheiden, dass auf dem Sofakissen aber auch ein SMS dargestellt werden kann, ist jedenfalls überraschend.
iCat, der HomeRobo mit Gefühlen und Ausdruck. Ob er auch seine Launen hat..?
Mit „Smart Compagnion“ bezeichnet Philips ihre Haus-Roboter.

Bei Geschirr- oder Kleiderwäsche muss er zwar leider passen, dafür hat er sämtliche Multimedia Geräte im Griff: Auf Zuruf – ja Sie können mit dem netten Hausbegleiter in Klartext reden – spielt er einen Film ab Heimserver, programmier den TV-Recorder, holt ein Rezept aus dem Internet oder dient als Spielpartner.

Um den Hausbegleiter etwas ‚menschlicher’ zu machen, versucht man, ihm Ausdruck und Emotionen beizubringen.

BaryBass – Der Subbass-Resonator

Auch in Audiobereich versucht man, aus wenig mehr zu erzielen.

Knackpunkt bei der Audiowiedergabe in LCD-Fernsehern mit kleinen Gehäusevolumen ist die Basswiedergabe.

Die Philips Ingenieure fanden nun einen genialen und einfachen Weg, dem menschlichen Gehör eine Basswiedergabe vorzugaucklen, die man sonst nur von schweren und voluminösen Lautsprechern erwarten kann – den „BaryBass-Trick“.

Statt wie bei einem konventionellen Subwoofer alle Frequenzen unterhalb 100 Hertz abzustrahlen, wird ein Resonator mit einer fixen Frequenz von 55 Hertz eingesetzt. Um den Resonator in Schwingung zu versetzen, werden nur ein kleiner Lautsprecher und wenig elektrische Energie benötigt.

Als Konsequenz kann ein sehr leichtes und kleines Basschassis verwendete werden.

Die Amplitude des Resonators wird mit dem Mittelwert der Frequenzen zwischen 20 und 120 Herz moduliert. Abgestrahlt wird jedoch nur die Resonanzfrequenz.

Das Ergebnis ist absolut überzeugend für Anwendungen, wo nicht höchste Wiedergabetreu im Bassbereich gefordert ist, also bei der TV-Wiedergabe oder bei portablen Geräten.

TV Mobile – Übertragung ohne UMTS

Bildverbesserung macht das Handy TV tauglich
An der Fussball-WM in Deutschland werden erstmals Spiele auf das Handy übertragen.

T-Mobil verspricht sich ein gutes Geschäft. Lieber das Spiel auf dem kleinen Handy, als gar nicht sehen…

Während Displays in Handys und PDAs inzwischen eine erstaunliche Qualität erreichen, können in Folge des Datenvolumens nur stark komprimierte Inhalte übertragen werden.

Ziel ist, dank einer Signalaufbereitung wenigsten einen Teil der bei der Komprimierung entstanden Qualitätsverluste wieder aufzufangen.

Die beiden Kerntechnologien „PixelPlus“ und „Natural Motion“ zur Bildverbesserungen bei LCD und Plasmabildschirmen finden daher auch im mobilen Sektor in angepasster Form ihre Anwendung. Die den Journalisten präsentierten Laborversuchen waren denn auch durchaus eindrücklich.

Um die hohen Übertragungskosten von UMTS zum umgehen, setzt Philips als Transfertechnologie nicht auf UMTS, sondern auf im Handy eingebaute Digital Video Broadcasting (DVB) TV-Receiver.

Die Verteilung der TV-Inhalte für mobile Geräte würden dann nicht bzw. nicht nur über die Telekommunikationsanbieter erfolgen.

Eine für den Endkonsumenten sehr erfreuliche Entwicklung, während UMTS zunehmend zum grössten Flop der Neuzeit avanciert.

PixePlus 2 HD und Cineos FlatTV

Philips Cineos mit PixelPlus 2HD und Ambilight 2
Bereit bis anhin verfügten die Philips Plasma- und LCD-Fernseher dank PixelPlus über eine sehr hohe Bildqualität.

Im neuen Cineos FlatTV, der im Herbst auf der IFA Berlin dem Publikum vorgestellt wird, kommt erstmalig das neue auf High Definition TV ausgelegte PixePlus 2 HD zum Einsatz.

Mit berechtigtem Stolz präsentierte man den Journalisten, wie dank der beinahe doppelten Prozessorleistung und verbesserten Algorithmen Pixel Plus 2 HD nochmals eine verblüffende Steigerung der Bildqualität ermöglicht.

Ein Vergleich zwischen ‚normalem’ Pixel Plus und PixelPlus 2HD gehörte zu den Highlights des Events und die Cineos FlatTV-Reihe dürfte zum Erfolgsprodukt des Herbstes werden, zumal der Preis gegenüber dem Vorgängermodell sogar gesenkt werden konnte.

Blu-Ray Start im Frühjahr 2006

Deutlich erhöhte Speicherkapazität bei der Blu-Ray gegenüber der DVD
Ab Beginn nächsten Jahres will Philips die ersten Blu-Ray Laufwerke produzieren.

Gleich zur Lancierung sollen auch eine beschreibbare und mehrfach beschreibbare Varianten auf den Markt kommen.

Anders als bei der DVD wird also gleich beim Start der Technologie ein Recording möglich sein.

Die ersten Laufwerke dürften für ca. 700 – 1000 Franken über den Ladentisch gehen.

Der Datenträger dürfte in der Einführungsphase nicht unter 15 Franken erhältlich sein.

Die Blu-Ray Disc basiert auf einem blauen Laser mit 405 nm Wellenlänge.

Bei einem Durchmesser von 12 cm fasst eine Scheibe bis zu 27 GB (einlagig) bzw. 54 GByte.

Damit eignen sich Blu-Ray Discs besonders gut für HDTV.
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