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Publikationsdatum
30. Juni 2003
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Interlaken ist seit dem 24. Mai 2003 um eine rund 90 Millionen Schweizer Franken schwere Attraktion reicher.

Wenn es mal regnet oder dichtes Schneetreiben herrscht, bietet der Mystery Park Besuchern aus aller Welt eine absolut einmalige Show.

Der von Erich von Däniken ins Leben gerufenen Mystery Park zeigt Geheimnisse unserer Welt in sehr anschaulicher Art und Weise.

Neben von Dänikens Ansicht, dass viele technische Meisterwerke mit Technologien, die von ausserirdischen Wesen stammen, gebaut wurden, kommen auch Ansichten von namhaften Fachleuten zur Sprache.

Nicht weniger als 60'000 Besucher konnte der Mystery Park im ersten Monat empfangen. Diese stolze Zahl kam auch ohne asiatische und amerikanische Besucher zustande.

Das Interesse ist also da und die Aktionäre können hoffnungsvoll in die Zukunft sehen.

Für einen Tag in anderen Welten

Hochinterssantes Objekt: Elektrisches Beleuchtungssystem mit zitronensäuregefüllten Batterien aus der Zeit vor ChristusHochinterssantes Objekt: Elektrisches Beleuchtungssystem mit zitronensäuregefüllten Batterien aus der Zeit vor Christus
Der Park ist von seinem Angebot her so bemessen, dass man ihn in einem Tag erleben kann. Dann aber ist der Kopf randvoll mit den unglaublichsten Dingen, die man sich vorstellen kann.

So zum Beispiel der Aufbau einer riesigen Glühlampe aus der Zeit um 250 v. Chr., die von Batterien mit Energie versorgt wird.

Die Batterie besteht aus einem Tongefäss, das einen Kupferzylinder mit einem darin stehenden Eisenstab enthält. Füllt man diese Kupfer-Eisenkonstruktion mit Wein, Essig, oder Zitronensäure so erhält man ein galvanisches Element, welches elektrische Energie abgeben kann.

Solche vorchristliche Batterien wurden tatsächlich gefunden und funktionieren auch heute noch.

Keine Rauchspuren in den Pyramiden?

Nicht nur für von Däniken ist es eine hochinteressante Frage, weshalb es im Inneren der Pyramiden, wo doch viele Arbeiter und Künstler während Jahren gearbeitet haben, keine Rauchspuren von Fackeln gibt. Benutzte man damals tatsächlich schon elektrisches Licht?

Diese und viele andere Fragen richtet der Mystery Park hautnah an den Besucher, der sich jeweils seinen eigenen Reim dazu machen kann.

Von Däniken führt jeden Besucher persönlich

Jeder Besucher erhält am Eingang ein GuidePort
Jeder Besucher erhält am Eingang ein GuidePort
Vorbei sind im Mystery Park die Zeiten, wo sich Gruppen träge durch Ausstellungen wälzten und nur gerade die vordersten Besucher das Glück hatten, einige Sätze des mit einem fürchterlichen Akzent sprechenden Guides zu erlauschen.

Nicht so im phantastischen Reiche von Dänikens und seiner ausserirdischen Freunde.

Jeder Besucher erhält am Eingang ein elektronisches Gerätchen, welches ihn komfortabel durch den Park geleitet.

Höchstpersönlich begrüsst Erich von Däniken jeden Besucher über das GuidePort beim Betreten der Halle in deutscher Sprache und führt ihn mit seinen Kommentaren durch die ganze Ausstellung.

Die anderen Sprachen werden von professionellen Sprechern betreut.

Zauberwort GuidePort

Das hochmoderne Gerät heisst GuidePort und stammt nicht von Ausserirdischen, sondern vom Akustik-Spezialisten Sennheiser. Rund 9000 Stück davon sind heute im Mystery Park im Einsatz.

Ein GuidePort besteht aus einer kleinen Empfangseinheit, die man wie einen Walkman an den Gürtel schnallt und einem einzelnen Clip-Kopfhörer, welcher so ultraleicht am Ohr sitzt, dass viele Leute vergessen, ihn bei einer Kaffeepause abzunehmen.

Die Elektronikeinheit gibt es in zwei Ausführungen: Bei der komfortableren Version mit numerischer Eingabe kann unter einer der geplanten15 Sprachen - im Moment sind es deren fünf - gewählt werden.

Beim einfacheren Modell ist die Sprache fix voreingestellt. Am Gerät, das keiner Erklärung bedarf, kann Start-Stop und die Lautstärke und sonst nichts eingestellt werden. Alles andere läuft automatisch ab.

Weitere Infos über dieses bemerkenswerte System erhält man unter www.sennheiser.com.

Themengebäude

Die Ausstellung besteht aus sogenannten Themengebäuden, bei denen sich in der Regel in der unteren Etage diverse Ausstellungsobjekte befinden und einen Stock höher die Shows abgehalten werden.

Eine solche Show besteht meist aus einem Film, dessen Ton lippensynchron und in der gewünschten Sprache über das GuidePort wiedergegeben wird.

Jeder Kommentar beginnt bei Zero

Nähert sich der Besucher einer bestimmten Attraktion, erscheint automatisch von Dänikens Kommentar. Dabei springt der Besucher nicht irgendwo in einen zeitlich starren Ablauf, sondern bekommt genau zum Zeitpunkt seines Eintreffens die Informationen von Anfang an.

Fazit

Interlaken und erst recht der Mystery Park ist eine Reise wert. Während eines Tages wird man durch die Geheimnisse unserer Welt mit einem topmodernen System geführt, das kaum noch Wünsche offen lässt.

Interview mit Hasso Böhme

Hasso Böhme, Inhaber und Geschäftsführer der Bleuel Electronic AG.
Hasso Böhme, Inhaber und Geschäftsführer der Bleuel Electronic AG.
Hans Jürg Baum von avguide sprach mit Hasso Böhme, Inhaber und Geschäftsführer der Bleuel Electronic AG.

avguide: Wie kam Bleuel zu dem Auftrag, den Mystery Park mit dem GuidePort Führungssystem auszurüsten?

Böhme: Mystery Park hat ein Personenführungssystem gesucht und selber klare Vorstellungen gehabt. Es gab verschiedene Mitbewerber. Das einzige System, das die ganze Aufgabenstellung sinnvoll lösen kann, ist das heutige GuidePort System von Sennheiser.

avguide: Die Realisierung dieses aufwendigen und mit einer neuen Technologie arbeitenden Systemes war aber sicher eine grosse Herausforderung für Bleuel und Sennheiser.

Böhme: Es erfüllt uns immer wieder mit Stolz, die Firma Sennheiser repräsentieren zu dürfen und mit ihr gemeinsam besondere Projekte wie zum Beispiel die Fête des Vignerons in Vevey oder die 33 Stunden Live-Übertragung der Durchsteigung der Eigernordwand in Kooperation mit dem Schweizer Fernsehen SF DRS realisieren zu können. Gerade im neuesten gemeinsamen Projekt Mystery Park hat sich gezeigt, dass Sennheiser und wir gemeinsam als starke Partner in der Lage sind, eine Grossanlage wie das Besucherinformationssystem GuidePort zum Erfolg zu führen.

avguide: Welche Sprachen laufen denn momentan?
Böhme: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Japanisch.

avguide: Das GuidePort erlaubt ja die Besucheraktivitäten genau zu verfolgen. Das tönt nach "Big brother is watching you". Für was werden diese Daten benutzt?

Böhme: Die genaue Durchlaufroute des Besuchers ist im Gerät abgespeichert. Man kann nachher, ergänzt mit Daten wie "der Besucher ist männlich", "Sprache englisch", "Altersklasse" etc. die ganze Sache statistisch verfolgen und auswerten.
Der Wahrnehmungsradius der Identifier ist von Exponat zu Exponat unterschiedlich weit einstellbar
Der Wahrnehmungsradius der Identifier ist von Exponat zu Exponat unterschiedlich weit einstellbar
avguide: Wie funktioniert das eigentlich, wenn ein Besucher vor ein Objekt tritt und seine Information via GuidePort erhält?

Böhme: Jedes Themengebäude ist ein in sich autark funktionierendes Informationssystem. Darin stehen Objekte, und es werden Kinowiedergabe und Showtime geboten. Da braucht es Zellsender, Antennen und sogenannte Identifier, die sagen "Achtung, ich bin das Objekt XY , ich gebe Dir jetzt Dein Informationssignal in der von Dir gewünschten Sprache frei".

avguide: Wo sind den eigentlich die Texte gespeichert?

Böhme: Die Texte sind, bis sie durch neue ersetzt werden, in einem Zellsender gespeichert. Jedes Themengebäude hat eine entsprechende Anzahl davon. Für jede Sprache gibt es einen.

avguide: Den deutschen Part spricht ja Herr von Däniken höchstpersönlich.

Böhme: Ja, Erich von Däniken ist ein brillant und konzentriert sprechender Redner. Er hat in der deutschsprachigen Version hervorragend, knappe, informelle und dynamische Texte geliefert. Für die übrigen Sprachen wurden andere, professionelle Sprecher eingesetzt.
Was zeigt die Grabplatte von Palenque? (1:1 Modell im Mystery Park)Was zeigt die Grabplatte von Palenque? (1:1 Modell im Mystery Park)
avguide: Noch eine ganz persönliche Frage: Fasziniert Sie neben Ihrem beruflichen Engagement für das GuidePort auch die Thematik des Mystery Parks?

Böhme: Natürlich, es gibt doch kaum ein grösseres Vergnügen. Dieser Themenpark verbindet Bildung mit emotionalen Erlebnissen auf nachhaltige Weise. Ausserdem habe ich bereits 1968 meinem fast blinden Grossvater aus Erich von Dänikens Buch "Erinnerungen an die Zukunft" vorgelesen. Faszinierende Themen insbesondere im Verhältnis zu der "sogenannt amerikanischen" Mondlandung.

avguide: Erich von Däniken deckt vieles auf und gibt auch seine Interpretation. Sind Sie immer damit einverstanden?

Böhme: Er deckt nichts auf, er weist darauf hin, lässt verschiedene Möglichkeiten offen und regt zum Nachdenken an. Wie man damit umgeht, ist eine andere Sache.

avguide: Wie interpretieren Sie denn das Bild auf der Grabplatte von Palenque, das einen "Raumfahrer" zeigt?

Böhme: Mit dem Wissen, das wir heute haben, würde ich das, was auf diesem Grabdeckel wiedergeben wird, durchaus erkennen können als eine Kombination von simpler Darstellung eines raktenähnlichen Fahrzeuges mit einer Person, die eine Technik beherrscht, die derjenige, der sie darstellt, nicht versteht.

avguide: Besten Dank Herr Böhme für das hochinteressante Gespräch.

Flug mit einem antiken Raumschiff

Anlässlich einer GuidePort Demonstration im Mystery Park wartete Sennheiser für die geladenen Gäste mit einer ganz besonderen Attraktion auf: Ein 12 Fluggäste fassender Antonov Doppeldecker An-2 lud zu einem Höhenflug über das Berner Oberland ein.
Ungestört kommunizieren auch in lärmiger Umgebung mit dem HMEC400 Headset
Ungestört kommunizieren auch in lärmiger Umgebung mit dem HMEC400 Headset
Die Konstruktion dieses russischen "Raumschiffes" stammt aus dem Jahre 1947. Gebaut wurde dieses Exemplar allerdings 1990.

An der ursprünglichen Konstruktion wurde kaum etwas verändert und unschwer lässt sich erkennen, dass dieses Vehikel tatsächlich von Menschenhand und kaum mit einer überlegenen Technologie, die von Ausserirdischen stammt, gebaut wurde.

Da bröckelt die Farbe von den Steuerknüppeln, schüttelt ein metallisch scheppernder und röhrender Sternmotor das ganze Gefährt, und das Cockpit sieht aus wie dasjenige eines World War Two Fighters.

Die Kiste fliegt auch nicht gerade mit Lichtgeschwindigkeit, sondern mit gemütlichen 180 Kilometern pro Stunde. Kein Wunder, dass es sich auch Erich von Däniken nicht nehmen liess, mit dieser betagten Konstruktion einen Flug zu wagen.

Dazu ist zu bemerken, dass dieses Flugobjekt wohl gerade aufgrund seiner einfachen Technik extrem zuverlässig fliegt und auch ängstliche Personen ihr voll vertrauen können.
Die Fluggäste können mit einer drahlosen Variante des PXC250 störungsarm Musik hören.
Die Fluggäste können mit einer drahlosen Variante des PXC250 störungsarm Musik hören.
Dieser fliegende Knatterbock, ein Eigentum des Schweizer Antonov Vereins, dient aber noch einem ganz anderen Zweck: Neben den Piloten, die über professionelle Piloten-Headsets HMEC400 mit aktiver Lärmkompensation kommunizieren, können die Fluggäste eine Version des PX250 Kopfhörersystems, ebenfalls mit aktiver Lärmkompensation benutzen, um inmitten des ganzen Getöses störungsarm entweder dem Kommentar des Co-Plioten zuzuhören oder aber Musik zu geniessen. Gerade in einem solchen Ambiente kann das "NoiseGard", der aktive Lärmkiller von Sennheiser, seine Stärke voll ausspielen.

Steckbrief: GuidePort

- funktioniert digital und drahtlos
- Kommentare starten bei zeitversetztem Eintreffen der Besucher stets am Anfang
- Aufzeichnung des Besucherverhaltens zur Optimierung des Attraktionsangebotes.
- Anbindung an PC-Netzwerk mit zahlreichen Kontroll- und Steuermöglichkeiten
- leichte, selbsterklärende Geräte mit ultraleichten, trotzdem festsitzendem Clip-Kopfhörern
- lippensynchrone, drahtlose Tonübertragung in mono und stereo für Präsentationen von Objekten und Livedarbietungen
- für verschiedene Sprachen benutzbar
- unterschiedliche Niveaus (zb. Texte für Kinder) innerhalb der Sprache realisierbar.
Wettbewerb