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Publikationsdatum
28. Oktober 2002
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Die Marke Loewe gehört zu den traditionsreichsten Firmen der Unterhaltungselektronik. Begründer Siegmund Loewe war ein Mitbegründer der Rundfunktechnik in den 20er Jahren. Heute steht der Name Loewe für innovative Fernsehtechnik auf höchstem Niveau und Am Firmensitz in Kronach arbeiten insgesamt 1200 Personen im soliden, mittelständischen Unternehmen. Loewe ist mit Abstand grösster Arbeitgeber der Region. Durch Innovation und klare Ausrichtung auf neue, aktuelle Branchensegmente wie Heimkino und intelligentes Heim erreichte man auch in den aktuellen Krisenzeiten ein solides Wachstum. Dank der Ausrichtung auf das obere Qualitäts- und Preissegment konnte man sich zudem dem ruinösen Preiskampf der Konkurrenz im Massenmarkt weitgehend entziehen. Loewe will sich in Zukunft unter dem Stichwort „Home Media Systems“ stark in der Vernetzung von Fernseher, Heimkino und Hauskommunikation engagieren.

Berliner Pionierzeit

Erster Firmensitz in Berlin. 1923 war Loewe eine von vielen neuen Firmen im gerade entstandenen Rundfunkbereich
Erster Firmensitz in Berlin. 1923 war Loewe eine von vielen neuen Firmen im gerade entstandenen Rundfunkbereich
Loewe kann auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken. 1923 gründen die Brüder Siegmund und David Ludwig Loewe in Berlin das Unternehmen, das sich fortan durch zahlreiche technische Innovationen auszeichnen sollte. Auch Manfred von Ardenne, einer der genialsten Erfinder seiner Zeit, gehört fast von Anfang an zum Loewe Unternehmen. Über 650 neue Firmen entstanden damals in Deutschland im Zuge der gerade entstandenen Rundfunktechnik. Den meisten war ein ähnliches Schicksal beschieden wie den amerikanischen Dotcoms; nur gerade fünf Firmen konnten sich langfristig durchsetzen. Pioniergeist und Innovation prägten die Firma Loewe von Beginn weg. Bereits 1931 machte man durch die Vorstellung des ersten elektronischen Fernsehers und der ersten vollelektronischen Fernsehübertragung durch Siegmund Loewe und Manfred von Ardenne weltweit Furore. Den Grundstein für den wirtschaftlichen Erfolg legte man allerdings mit dem Radioempfänger OE 333, vom dem in Deutschland während der Rundfunkeuphorie der 20er und 30er Jahre eine Million Exemplare verkauft wurden.

Kriegselend

Der OE333 Rundfunkempfänger mit dreifach Röhre wurde millionenfach verkauft. Wenig später wurde Loewe von den Nazis enteignet.
Der OE333 Rundfunkempfänger mit dreifach Röhre wurde millionenfach verkauft. Wenig später wurde Loewe von den Nazis enteignet.
Mit der Machtergreifung der Nazis begannen auch für Loewe die dunklen Jahre. Nach dem politisch tätigen David Ludwig Loewe musste auch dessen Bruder und technischer Genius Sigmund Loewe wenig später in die USA emigrieren, wo man eine enge Bekanntschaft zu den Einsteins pflegte. Die Firma Loewe wurde von den Nazis verstaatlicht und produzierte in der Folge mit Einsatz von Zwangsarbeitern Funkgeräte für die Wehrmacht.

Bei Kriegsende wurde die Fabrik vor dem Eintreffen der Roten Armee in Bahnwagen verfrachtet, und man fuhr Richtung Süden. Im fränkischen Kronach ging dem Zug gemäss Legende der Treibstoff aus und man beschloss, sich in der abgeschiedenen Gegend niederzulassen. Nicht zuletzt wohl auch, weil sich die ausgedehnten Wälder damals ideal für die Fernsehherstellung eigneten, für deren Gehäuse man damals grosse
Mengen an Holz benötigte.

Neuanfang

Mit der ersten Fernsehübertragung und dem ersten TV-Empfänger machte Loewe weltweit Furore.
Mit der ersten Fernsehübertragung und dem ersten TV-Empfänger machte Loewe weltweit Furore.
1947 erhielt Sigmund Loewe seine Firma von der Alliierten zurück und widmete sich wieder ganz der Entwicklung von Unterhaltungselektronikgeräten. Loewe wurde ihrem Ruf als Pionierfirma immer wieder gerecht. Meilensteine waren 1951 das erste Kassetten-Tonbandgerät der Welt, 1961 der erste europäische Videorecorder, 1985 der ART 1 als der erste Fernseher mit 100% Digitaltechnologie. Bis heute verfolgt Loewe konsequent den Weg, sich mit innovativen, qualitativ hochwertigen Produkte und einer eigenständigen Designlinie im lukrativen Markt der Top-Fernseher zu behaupten.

Designkompetenz

Der ART 1 bildete den Anfang der Loewe Designlinie und steht heute im Museum of Modern Arts in New York
Der ART 1 bildete den Anfang der Loewe Designlinie und steht heute im Museum of Modern Arts in New York
1985 nach der Loslösung von Philips beginnt mit dem Loewe ART 1 eine verstärkte Designorientierung. Neben Technologie sollte Design zum zweiten Entscheidungskriterium für einen Loewe Fernseher werden. Mit dem ART 1 gelang gleich beim ersten Anlauf ein Produkt, das wegweisend sein sollte. Schon die Tatsache, dass der ART 1 im New Yorker Museum of Modern Art aufgenommen wurde, zeugt von der gelungene Umsetzung der Vorgabe. Selbst 15 Jahre später würde sein Design so manchem Fernseher gut anstehen. Heute kann man allen Loewe-Produkten ein unverkennbares und eigenständiges Design attestieren, dass sich wohltuend von den Massenprodukten abhebt. Konsequent werden Loewe-Produkte daher auch nur im ausgesuchten Fachhandel vertrieben.

Home Multimedia

Loewe Heinkinoset: Articos HighEnd TV, Design DVD-Spieler, Certos/Concertos AV-Lautsprecherset
Loewe Heinkinoset: Articos HighEnd TV, Design DVD-Spieler, Certos/Concertos AV-Lautsprecherset
Loewe produziert nicht nur Fernseher. Zum Sortiment gehören heute auch Videorecorder, DVD-Player, HiFi-Anlagen und Lautsprecher
Sie werden zu kompletten Heim Multimedia-Lösungen zusammegestellt, deren Komponenten in Technik und Design perfekt harmonieren.
Wo immer das sinnvoll erscheint, werden Kooperationen mit anderen Herstellern eingegangen. So stammen die Panels für den brandneuen LCD-TV von Sharp und die Technik der Concertos Lautsprecherlinie vom amerikanischen Spezialisten Bose. Um das gewohnt hohe Qualitätsniveau zu halten, werden die Lautsprecher jedoch in Kronach gefertigt. Aus der eigenen Designküche stammt das sehr stabile Aluminiumgehäuse der Certos. Der Subwoofer des Audiosystems verfügt über einen digitalen Verstärker, was kompakte Abmessungen und geringen Strombedarf ermöglicht. Auf 2003 ist erstmals ein Rück-Pro TV in Vorbereitung, der in Kooperation mit Zeiss-Jena entsteht. Mit dem Rück-Pro wird neben Röhren-, LCD- und Plasma-Bildschirmen das Angebot für Heimkino- Bildgeräte vervollständigt.

Mit dem Fernseher ins Internet

Das OnlinePlus-Modul ermöglichen Surfen im Web abseits des Arbeitsplatz PCs
Das OnlinePlus-Modul ermöglichen Surfen im Web abseits des Arbeitsplatz PCs
1998 brachte Loewe mit dem Xelos @media den ersten Fernseher mit Internetzugang auf den Markt. Fernsehen und Internet wachsen zunehmend zusammen. Die Zeiten, in denen der Internetzugang ausschliesslich über den PC im Arbeitszimmer möglich war, gehören der Vergangenheit an. Wer Zusatzinformationen zur laufenden Fernsehsendung einholen, Video-Trailer anschauen, Internet-Radio hören oder am Bildschirm einkaufen möchten, kann dies bequem über die gewohnte Fernsehumgebung machen. OnlinePlus nennt sich das Modul, das Loewe TV-Geräte in einen Internet-Fernseher verwandelt. OnlinePlus ist komplett in den Fernseher integriert, wodurch keine zusätzlichen Geräte wie Webbox oder Set-Top-Boxen notwendig sind. Für die Eingabe von Internetadressen ist ein drahtloses Keyboard im Lieferumfang enthalten. Anschlüsse für ISDN, ADSL oder LAN lassen einen flexiblen Anschluss an Breibandsysteme zu. Selbst an einen USB-Anschluss für Drucker hat man gedacht. Als Betriebssystem für den Internet-Fernseher setzt man vernünftigerweise die sehr stabile und bewährte Open-Source-Software Linux ein. Der Browser unterstützt alle modernen Internet Technologien wie Java und Flash und ist damit in der Funktionalität seinem Pedant aus der Computerumgebung ebenbürtig. Auch Streaming-Formate für Video und MP3 werden mit einem vorinstallierten RealPlayer 8 unterstützt.

In Kooperation mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) entwickelte Dienste wie „zap2web“ und „zap2text“ können mit einer Taste der Fernbedienung direkt aufgerufen werden. Mit „zap2web“ gelangt man direkt zu Hintergrundinformation zur laufenden Sendung, während „zap2text“ entsprechende Videotextinformation bereitstellt.

Smart Home – Bedienung mit Loewe Systems TV

Loewe Systems verbindet Home Multimedia mit dem eHome. Per Fernbedienung, Funk und TV Screen werden Hausgeräte angesteuert.
Loewe Systems verbindet Home Multimedia mit dem eHome. Per Fernbedienung, Funk und TV Screen werden Hausgeräte angesteuert.
Bei Loewe sieht man den Fernseher der nahen Zukunft als umfassende Kommunikationszentrale auch abseits von News und Unterhaltung. Im elektronischen Heim soll der Fernseher als Steuerzentrale für alle möglichen und unmöglichen Dinge dienen. Über den Fernsehschirm sollen sich dereinst die gesamten elektronischen Systeme des Haushaltes, sei es Multimediaserver, Beleuchtung, Heizung, Türvideokamera oder der obligate Kochherd ansprechen lassen. Die Bedienung erfolgt über die TV-Fernbedienung. Die Idee des Fernsehers als Zentrale des intelligenten Heims ist nicht von der Hand zu weisen. Statt ein weiteres Gerät zur Haussteuerung anzuschaffen, kann damit ein in den meisten Haushalten bereits bestehendes Gerät (TV) als Kommunikationsschnittstelle verwendet werden.

Im Frühling 2002 lancierte man mit der Produktlinie Systems den Grundstein für die Realisierung der Strategie. So ist es mit dem Loewe Systems möglich, über ein Funknetzwerk zum Beispiel Beleuchtung und Jalousien direkt anzusteuern. Auch hier geht man Kooperationen mit Anbietern aus dem Haussteuerungsbereich ein. Bis zu 125 Geräte können mit dem Loewe Systems vernetzt und dirigiert werden. Häufig gebrauchte Einstellungen lassen sich in sogenannten Szenen abspeichern. In der Praxis sieht das denn so aus: Wird eine Film-DVD eingelegt, fährt das System wie von Geisterhand geführt erst die Jalousien herunter, sorgt dann mit der Umschaltung auf Dämmerbeleuchtung für die entsprechende Kinoatmosphäre und startet automatisch den eingelegten Film. Da gilt wirklich nur noch: hinsetzen und geniessen.
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