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Publikationsdatum
15. November 2007
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110 Jahre ist es her, dass der Physiker Karl-Ferdinand Braun (1850-1918) die Kathodenstrahlröhre entwickelte. Er schuf damit die Basis für die elektronische Bilddarstellung. Der Bedeutung dieser Entwicklung entsprechend, wurde die Kathodenstrahlröhre später nach ihm als Braunsche Röhre benannt.

Vereinfacht dargestellt, werden mit Hilfe eines Elektronenstrahls auf der Frontscheibe der Kathodenstrahlröhre Leuchtpunkte angeregt und so die Fernsehbilder angezeigt. Die Braunsche Röhre ermöglichte den Siegeszug des elektronischen Fernsehens ab 1931, anfangs nur in Schwarz/Weiss, später dann in Farbe. Im Laufe der Zeit wurden aus kleinen Röhren mit rund 23 x 26 cm grossem Bild leistungsfähige, kontrastreiche und brillante Bildröhren.

Ende der 60er Jahre ermöglichte der grössere Ablenkwinkel der Elektronenstrahlen grössere Bilddiagonalen. Die 100 Hertz-Technik gewöhnte in den 80er Jahren dem TV-Bild das Flimmern ab und die Bilddiagonalen erreichten mit rund einem Meter die wirtschaftlich maximal sinnvolle Grösse. Mitte der 90er Jahre begann die Umstellung auf das Breitbildformat 16:9. Grösstes Problem blieben aber die Baugrösse und das Gewicht der Braunschen Röhren bei grösseren Bilddiagonalen.

In den europäischen Märkten spielen Fernsehgeräte mit Bildröhren nur noch eine untergeordnete Rolle. Im Jahr 2006 haben die Flachbild-Technologien die Bildröhre endgültig überholt. LCD- und Plasma-Fernseher erzielten mehr als 85 Prozent des Fernsehgeräte-Umsatzes in Europa*. Auch in Westeuropa übertrafen die modernen flachen Geräte erstmals die Röhrentechnik in Stückzahlen: Flachbild-Fernseher wurden rund 16,6 Millionen Mal verkauft, Röhrengeräte nur noch 14,6 Millionen Mal.

Entgegen der Umsatz- und Absatzzahlen ist der Generationswechsel der Bildschirm-Technologien noch lange nicht abgeschlossen. In den europäischen Haushalten* stellen die Röhrenmodelle unter den vorhandenen Fernsehgeräten ebenfalls noch die grosse Mehrheit. So gab es Ende 2006 erst in rund 16 Prozent der europäischen Haushalte* einen Flat-TV. Für die Consumer Electronics-Branche wird der Bedarf an Flachbildfernsehern entsprechend noch lange anhalten und für kräftige Wachstumsimpulse sorgen.

* Basis: 10 Länder in Westeuropa


[Bildquelle: Physikmuseum]