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Publikationsdatum
29. Juli 2000
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Bezüglich Leuchtkraft und Kontrastumfang bleibt die Bildröhre auch mit der Einführung neuer Bildwiedergabetechniken ungeschlagen. Neue technische Entwicklungen lassen die über 100-jährige Röhre auch heute noch frisch aussehen.

Technische Innovationen

Dass Fernsehgeräte mit Bildschirmdiagonalen von 82 cm und mehr überhaupt machbar sind, ist Ergebnis einer ganzen Reihe technischer Entwicklungen. Mit der Grösse allein ist es nämlich nicht getan. Bildgeometrie und Konvergenz etwa müssen bis in die Randzonen hohen Anforderungen genügen, damit gegen aussen nicht Verzerrungen und Farbverschiebungen auftreten. Das erfordert komplex gesteuerte Ablenkeinheiten, da ja die Distanz von der Elektronenkanone zum Bildpunkt ständig variiert. Mit zunehmender Grösse muss zudem auch die Auflösung erhöht werden, sollen nicht die einzelnen Bildpunkt sichtbar werden.

Die Wiedergabe des Fernsehbildes ist eine wichtige Funktion des TV-Apparates, doch darum herum ist weit mehr möglich. Gute Tonwiedergabe mit den eingebauten Lautsprechern, Rundum-Klang mit eingebautem oder externem Surround-Decoder, Wiedergabe von Spielfilmen ab DVD, Informationsübertragung mit Teletext und bald auch aus dem Internet, Anschluss an einen Computer. Allen diesen Anwendungen und Entwicklungen ist eigen, dass das Bild immer wichtiger wird, der Fernsehapparat also in den verschiedensten Situationen genutzt wird, und nicht nur für den TV-Konsum am Abend.

Damit eng verbunden ist die Möglichkeit zur sukzessiven Ergänzung der Anlage um den Fernsehapparat mit Decoder, Endstufen, Lautsprechern, DVD-Spieler, Set-Top-Box usw. Es öffnet sich hier eine ganze Palette an Varianten, die je nach Budget und im Vordergrund stehender Anwendung realisiert werden können.

Grosses Bild im Breitformat

Je grösser das Bild, desto faszinierender das Geschehen. Dies gilt nicht nur für Spielfilme, sondern auch für Naturbilder oder Sportübertragungen. Spielfilme überzeugen zudem deutlich stärker im 16:9-Format. Dieses ist dem Gesichtsfeld besser angepasst und zieht den Betrachter so noch stärker ins Geschehen.

Obwohl sich eine Breitbildübertragung beim Fernsehen wohl erst mit dem digitalen Fernsehen durchsetzen wird, ist bereits jetzt das 16:9-Format attraktiv. Spielfilme werden häufig im Letterbox-Format übertragen - also mit den schwarzen Balken oben und unten - so dass sie ohne Verzerrungen bildschirmfüllend aufgezoomt werden können. Die fehlenden Zeilen werden dabei vorwiegend durch Interpolation aus den darüber- und darunter liegenden Zeilen erzeugt, so dass die geringere Auflösung nicht feststellbar ist. Die Zoomfunktionen sind auch raffiniert genug, um 4:3-Bilder ohne stark störende Verzerrungen aufzublasen. Sie strecken das Bild nämlich nicht gleichmässig, sondern belassen es in der Mitte weitgehend unverändert, damit schlanke Personen einigermassen schlank bleiben.

Der Grossbildfernseher eignet sich als Kern eines Heimkinos und weiterer, zukunftsweisender Multimedia-Anwendungen. Voraussetzung ist natürlich, dass sich weitere Komponenten mit dem TV-Gerät verbinden lassen.

Bilder werden im allgemeinen über einen Scart-Stecker zugespielt, der je nach Beschaltung Video-, S-Video- und gar RGB-Signale führen kann. S-Video ist bei entsprechenden Videorecordern und für DVD wichtig. Über Scart-Verbindungen laufen auch Sat-Receiver und Set-Top-Boxen. Cinch-und Hosiden-Anschlüsse für Video und S-Video (zum Beispiel Camcorder) stehen meist über den Fronteingang zur Verfügung. Ein zusätzlicher VGA-Anschluss gestattet den Betrieb des TV-Gerätes als Monitor für den PC. Umgekehrt gibt es auch Grafikkarten im Computer, die den Anschluss eines Fernsehgerätes über eine Videoverbindung (Cinch oder Hosiden) zulassen.

Flache Röhren

Die Bildwiedergabe auf eine ebene Fläche war lange Zeit die Domäne der Projektoren. Nun können das neben den relativ neuen und noch teuren Plasmabildschirmen auch Fernsehgeräte mit Röhrentechnik. Weniger Bildverzerrungen, eine grössere Unabhängigkeit von der Sitzposition und geringere Spiegelungen sind die Eigenschaften, die das Bild eindrücklicher machen.

Die Faszination des planen Bildschirms kommt nicht zuletzt von der jahrzehntelangen Gewöhnung - für die meisten heisst das: seit sie sich erinnern können - an gewölbte Glasscheiben beim Fernsehen. Und nun ist auf einmal alles anders. Es ist, als hätte die Zukunft begonnen.

Diesen Touch von Science Fiction nutzen die Hersteller geschickt aus, indem sie den Geräten einen High-Tech-Look geben, der Hand in Hand geht mit den komfortablen Bedienungsmöglichkeiten. Hierzu gehören Bedienungshinweise am Bildschirm, die ein Blättern in Benutzerhandbüchern überflüssig machen. Aber auch automatische Senderinstallation, elektronische Programmführer (EPG), intelligente Kommunikation mit angeschlossenen Geräten (wie etwa dem Videorecorder), raffinierte Anpassungen der Bildformate oder die Bedienung mehrerer Geräte mit einer Fernbedienung verbreiten einen Hauch von Zukunft in der guten Stube.
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