23. Juni 2018 | seit 1999
MAGAZIN
ARTIKEL
Publikationsdatum
27. März 2006
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter
Konvergenz hiess das Schlüsselthema der CeBIT 2006, die vom 09. bis 15. März in Hannover ihr 20-jähriges Bestehen feierte.

In ihrem Jubiläumsjahr zeigte die grösste ITK-Messe der Welt erneut die wichtigsten technischen Trends.

Wo Informationstechnik und Telekommunikation mit anderen Branchen zusammenwachsen, entstehen neue Produkte, Lösungen und neue Märkte, so im Bereich Unterhaltung oder in der Haustechnik.

In der Unterhaltung auffällig sind der Trend zu immer mehr Mobilität einerseits und auch hier das Zusammenwachsen verschiedener Bereiche, insbesondere der Mobiltelefonie mit Fernsehen, Audio und Video, also den traditionellen UE-Bereichen.

TV mobil

Fernsehen auf mobilen Endgeräten mit den beiden neuen Standards DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handhelds) und DMB (Digital Multimedia Broadcasting) war ein Highlight der CeBIT.

Durch den Probebetrieb beider Sendeverfahren auf dem Messegelände konnten die vorgestellten Handys, PDAs und PMPs (Personal Media Player) live vorgeführt werden. Eentsprechende Dienste wurden für die Fussball-WM angekündigt.

Zu den Neuheiten gehörte auch der UMTS-Beschleuniger HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), der die Download-Datenrate um ein Vielfaches der ursprünglichen UMTS-Datenrate von 384 kbit/s übertrifft.

Erste Dienste und Geräte für HSDPA wurden auf der Messe im Betrieb demonstriert.

Mobilfunk für alle Anwendungen

Im Bereich der mobilen Endgeräte stieg die Auflösung der Kameras in Mobiltelefonen wie auch die Speicherkapazität von Smartphones weiter stark an.

Die Telekommuni- kationsanbieter stellten auf der CeBIT neue Angebote für Endkunden vor. Triple Play, also die Integration von Telefonie, Fernsehen und Internet aus einer Hand, ist nur ein Beispiel hierfür.

Andere Anbieter liessen Mobilfunk und Festnetz miteinander verschmelzen. Viele dieser neuen Angebote basieren auf den Technologien 'TV over IP' und 'Voice over IP'.

Eine neue Generation von GPS-Empfängern (Global Positioning System) zeigt eine wesentlich höhere Zuverlässigkeit, auch in Gebäuden, Strassenschluchten und bewaldeten Gebieten.

Innovative Navigationslösungen bieten über die eigentliche Zielführung hinaus Zusatzinformationen wie beispielsweise die aktuelle Verkehrslage, lokale Veranstaltungen und touristische Hinweise, auch durch die zusätzliche Nutzung des Mobilfunknetzes.

Hohe Rechenleistung für unterwegs

Immer noch etwas gross, aber mobil und mit zunehmender Rechenleistung ausgestattet, präsentierte sich das Notebook als Schreibtisch für unterwegs.

Neue Impulse bei den Notebooks sind vom Einsatz von Mehr-Kern-Prozessoren zu erwarten. Dies erlaubt es, bei moderaten Taktraten enorme Rechenleistungen zu erzielen.

Erste Notebook-Prototypen kommen mittlerweile gänzlich ohne Festplatte aus und ersetzen diese durch Flash-Speicher. Dadurch wird das Gewicht reduziert, die Notebooks werden robuster und eignen sich damit besser für den mobilen Einsatz.

HDTV und Heimkino

Kurz vor der Ausstrahlung der Fussball- Weltmeisterschaft im hochauflösenden Bildformat ist das hochauflösende Fernsehen HDTV in aller Munde.

Mit der Präsentation von funktionsfähigen Prototypen von Aufnahme- und Wiedergabegeräten sowie optischen Speichermedien der nächsten Generation zeigte die CeBIT den gesamten Bereich von der Aufnahme über die Verarbeitung bis zur Wiedergabe und Speicherung in HD-Qualität .

Neue Entwicklungen im Bereich der Computer- und Video-Projektoren ermöglichen wesentlich kleinere Geräte. Durch den Einsatz von LEDs (Light Emitting Diodes) statt Hochdrucklampen lassen sich manche Projektoren sogar mit Akkus betreiben.

Herkömmliche Geräte weisen dafür neue Schnittstellen auf. Sie können in vielen Fällen ohne PC betrieben werden oder beispielsweise Inhalte direkt von Speicherkarten wiedergeben.

Blick in die Zukunft

Der „future parc“ bot einen Blick in die Zukunft der Informations- und Telekommuni- kationstechnik.

Hier wurden unter anderem ein neuronales Interface, das die Steuerung einer Software über Gedanken ermöglicht, sowie Virtual- und Augmented-Reality-Konzepte vorgestellt.

Weitere Themen waren Supercomputing, beispielsweise für Astronomie und Strömungsmechanik, die Navigation und Ortung autonomer Roboter sowie weiterentwickelte Verfahren der Sprachsynthese und -erkennung.

Ein weiteres Schlagwort war Ambient Intelligence, bei der Geräte auf intelligente Weise selbstständig miteinander kommunizieren und kooperieren.

Ausserdem zeigte der „future parc“ zukünftige mobile und multimediale Anwendungen, wie beispielsweise Raumklang durch DAB- (Digital Audio Broadcasting) oder MP3-Surround-Systeme.

Digital Lifestyle erlebbar

Mit „digital living“ setzte die CeBIT auf neue Darstellungsform, schuf damit Emotionalität und zeigte das Zusammenwirken unterschiedlicher Produkte und Lösungen.

„Digital living“ ging weg vom klassischen Ausstellungskonzept und bot eine bunte aber auch didaktisch aufbereitete Entertainment- und Erlebniswelt.

Es gab hier keine Aussteller im eigentlichen Sinne, sondern Unternehmen, Marken und Institutionen, die Teil eines Gesamtkonzeptes waren und gemeinsam diese Erlebniswelt schufen.

Das Programm war ein Mix aus Information und Unterhaltung. Unternehmen wie AMD, Bose, Microsoft, Rollei, Tobit und Volkswagen zeigten verschiedene digitale Lebenswelten und stellten ihre neusten Lösungen aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Car-Hifi und Hausautomation vor.

Zwei Themenbühnen befassten sich mit den Bereichen „Mobile Kommunikation und Infrastruktur“ sowie „TV und Unterhaltung, PC und Spiele“. Hier wurde den Besuchern ein umfangreiches Programm mit Shows und einer Fülle digitaler Innovationen geboten.

alle Bilder: copyright Deutsche Messe AG
Wettbewerb