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Publikationsdatum
16. Juni 2003
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Die Digitalisierung der Camcorder hat nicht nur die Bedienung vereinfacht, sondern auch die neuen Funktionen Fotografieren – also Standbildaufnahme mit der ganzen Auflösung - und Aufnahme von E-Mail-Clips in MPEG-4 möglich gemacht. Fotos und E-Mail-Clips werden nicht auf Band, sondern auf Halbleiterspeicher aufgezeichnet.

Die digitale Aufzeichnung von Bild und Ton erlaubt weitgehende Nachbearbeitung und erhöht die Freude am Video beträchtlich, da durch die Bearbeitungen die Bildqualität keine nennenswerten Verlsute erleidet.

Vier Formate

Vier digitale Videoformate sind zur Zeit auf dem Markt. Als wichtigstes hat sich das DV-Format etabliert. Es wird als MiniDV mit den kleinen Kassetten von allen Camcorder-Herstellern unterstützt und auch als professionelle Variante angeboten.

Digital8 von Sony benutzt Kassetten in der Grösse des Hi8-Formates. Diese sind zwar relativ gross. Einige der Digital8-Camcorder können aber auch analoge Video8- und Hi8-Bänder abspielen – ein Pluspunkt für alle, die noch ihr analoges Archiv aufarbeiten wollen.

Seit Herbst 2001 bietet Sony ein weiteres digitales Format an. Es heisst MicroMV und arbeitet mit noch kleineren Kassetten als die MiniDV. MicroMV-Camcorder können daher noch kompakter gebaut werden.

Kurz war Hitachi mit einen Camcorder auf dem Schweizer Markt vertreten, der auf die 8 cm-DVD-RAM aufzeichnet. Dieses Jahr ist eine Neuauflage der DVD-Camcorder angekündigt, und zwar von Panasonic und von Sony. Während Panasonic auf DVD-RAM und DVD-R aufzeichnet, benutzt Sony neben DVD-R das DVD-RW-Format.

Modellvielfalt

Mit einer neuen Befestigung bekommen auch die kleinen DV-Camcorder von JVC einen grossen LCD-Bildschirm, wie beim GR-DX95EX mit
Mit einer neuen Befestigung bekommen auch die kleinen DV-Camcorder von JVC einen grossen LCD-Bildschirm, wie beim GR-DX95EX mit
Die Camcorder lassen sich nach der Grösse grob in drei Kategorien einteilen.

Die kompaktesten sind meist hochkantig im Taschenbuchformat. Sie passen bequem in eine Westentasche und sind so überall dabei.

Die Camcorder mittlerer Grösse liegen bei der Aufnahme gut in der Hand, was eine ruhige Kameraführung auch über längere Zeit möglich macht.

Die grossen Modelle warten vielfach mit besonderen Features wie 3-Chip-Technik auf, die sie für ambitionierte Videofilmer und -filmerinnen interessant machen.

Grösse und Ausstattung gehen jedoch nicht Hand in Hand. So gibt es auch unter den Minis Camcorder mit allen technischen Raffinessen oder bei den mittleren einfache Modelle ohne Schnick-Schnack für die unkomplizierte Aufnahme.

Ausstattungsvarianten ohne Ende

Auch kleine Camcorder können eine hochwertige Ausstattung haben, wie der NV-GS70 von Panasonic mit einem 3-Chip-CCD.
Auch kleine Camcorder können eine hochwertige Ausstattung haben, wie der NV-GS70 von Panasonic mit einem 3-Chip-CCD.
Die Liste der Ausstattungsmerkmale, mit denen die Hersteller ihre Camcorder anpreisen, ist lang. Für einfachstes Aufnehmen braucht es eine Automatikfunktion. Und die haben alle Camcorder.

Sie regelt die Schärfe, die Blende, den Weissabgleich aber auch die Aussteuerung des Tones. Mehr Gestaltungsfreiheit – gepaart mit komplizierterem Handling – geben die manuellen Einstellmöglichkeiten.

Wichtig für die Bildqualität sind die Optik und der Bildwandler. Viele Camcorder verfügen über Zoom-Objektive namhafter Hersteller.

Ihr optischer Zoomfaktor übersteigt denjenigen der meisten digitalen Fotoapparate, ganz zu schweigen vom digitalen Zoom, der allerdings lediglich das Bild auf elektronischem Wege vergrössert und damit die Bildqualität reduziert. Für Aufnahmen mit grossem optischem Zoomfaktor aus der Hand ist ein Bildstabilisator notwendig.

Mit derFotofunktion in Camcordern werden Standbilder auf Band oder auf eine Speicherkarte aufgezeichnet. Letzteres hat wegen der Möglichkeit zur Ganzbild-Aufnahme (progressive Scan) eine höhere Auflösung.

Wegen der Beliebtheit der eingebauten Fotofunktion wird ihre Ausstattung reichhaltiger. Selbstauslöser, Serienbildfunktion und eingebauter Blitz sind hilfreiche Features. Vor allem aber steigt auch hier die Pixelzahl der Bildwandler zu immer höherer Auflösung.

Bearbeitungsmöglichkeiten

Mit einem Videoschnittprogramm kann der Camcorder mit der Maus am Bildschirm fernbedient werden.
Mit einem Videoschnittprogramm kann der Camcorder mit der Maus am Bildschirm fernbedient werden.
Die dank Digitaltechnik bei Aufnahme und Wiedergabe realisierbaren Bildeffekte unterstützen die Kreation eines abwechslungsreichen Videos.

Schwarz/Weiss-, Sepia- oder Negativ-Aufnahmen, Mosaik, Paint oder Solarisation schaffen eine eigene Stimmung. Blenden variieren die Übergänge zwischen den Szenen.

Für die definitive Ausarbeitung des Videos hilfreich sind Schnittfunktionen, die in einigen Camcordermodellen integriert sind. Oder es liegt eine Schnittsoftware bei, die die Bearbeitung (Schnitt, Übergangseffekte, Titel und Ton) am Computer erlaubt.

Externe Verbindungen

Mit einem Firewire-Anschluss und der Capture-Software werden Bild und Ton für die Nachbearbeitung auf die Festplatte gebracht.
Mit einem Firewire-Anschluss und der Capture-Software werden Bild und Ton für die Nachbearbeitung auf die Festplatte gebracht.
Für die Bild- und Tonwiedergabe und die Übertragung zum Computer sind verschiedene Anschlüsse notwendig.

Grundlegend ist der AV-Anschluss, der die Verbindung von Bild und Ton zum Fernsehapparat oder zum (analogen) Videorecorder herstellt. Vielfach wird er über einen Spezialstecker oder über eine Docking-Station hergestellt. Letztere verfügt dann über die üblichen Cinch-Buchsen und meist auch über einen Hosiden-Anschluss für S-Video-Signale.

Der digitale DV-Anschluss (i-Link, Firewire, IEEE 1394) erlaubt die Überspielung des Videos auf den Computer oder einen Camcorder. Für die Rücküberspielung auf den Camcorder ist ein DV-Eingang erforderlich.

Fotos und E-Mail-Clips gelangen über den USB-Anschluss in den Computer. Die mitgelieferte Software organisiert die Überspielung und bietet vielfach Möglichkeiten zur Bildbearbeitung und Anordnung der Bilder zu einer Diashow.

Weitere Verbindungen nehmen das Signal eines externen Mikrofons auf oder dienen dem Anschluss eines Kopfhörers – beides notwenig für seriöse Videoarbeiten, die auch dem Ton das nötige Gewicht beimessen.

Neu sind drahtlose Verbindungen wie die Bluetooth-Schnittstelle beim DCR-TRV80 von Sony zur Übertragung der Bilder auf Notebooks oder Mobiltelefone aber auch zum Surfen im Internet.
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