TESTBERICHT
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Publikationsdatum
28. Oktober 2023
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Die Entwicklung der neuen Streamer-Generation von Cyrus Audio hat einige Zeit gedauert. Anfang 2022 war man eine Partnerschaft mit BluOS eingegangen, einem der führenden Anbieter von Streaming-Modulen und -Bediensoftware. Vor gut einem Jahr wurde dann der erste Prototyp präsentiert, und nun sind die neuen Streamer im Handel verfügbar. Zur Wahl stehen der luxuriös ausgestattete Stream-XR und der etwas abgespeckte Stream aus der Classic-Serie. Wir hatten den Stream-XR im ausführlichen Praxis- und Hörtest und waren erstaunt, welche Entwicklung im Digitalbereich noch möglich ist.

Der Stream-XR lehnt sich punkto Design ganz nahe an die bekannten Produkten aus der gleichen Reihe an, etwa den Vollverstärker Cyrus i9-XR (Test nachzulesen hier). Charakteristisch sind die sieben übersichtlich angeordneten, fingergerechten Sensortasten, die beim Stream-XR die Steuerung der wichtigsten Funktionen – darunter Titelsprung, Lautstärke, Zugriff auf zwei Favoriten – direkt am Gerät anbieten.

Diverse Informationen gibt das recht grosszügig dimensionierte Display preis. Etwa solche betreffend Interpret und Titel der gerade gehörten Musik. Ausserdem wird die Lautstärke angezeigt, und man erfährt, ob ein Stream in CD- oder HiRes-Auflösung (also in 16 oder in 24 Bit) vorliegt. Auf eine detaillierte Angabe der Samplingfrequenz wird verzichtet. Hört man einen MQA-codierten Titel, so wird dies jedoch angezeigt. Ebenso wird man beim Hören von Internetradio-Stationen über die effektive Datenrate informiert.

 

Im Lieferumfang des Stream-XR ist die Systemfernbedienung iR 14 von Cyrus inbegriffen. Dank des hybriden Bedienkonzepts (App, Gerätefront, Fernsteuerung) hat der Nutzer das Gerät in jeder Lebenslage im Griff.Im Lieferumfang des Stream-XR ist die Systemfernbedienung iR 14 von Cyrus inbegriffen. Dank des hybriden Bedienkonzepts (App, Gerätefront, Fernsteuerung) hat der Nutzer das Gerät in jeder Lebenslage im Griff.

Als Besonderheit ist der Stream-XR über die mitgelieferte Cyrus-Systemfernbedienung iR14 steuerbar. Diese kontrolliert nicht nur sämtliche anderen Cyrus-Komponenten mit, sondern lernt auf Wunsch auch die Befehle für markenfremde Geräte, so etwa Fernseher oder Sat-Receiver. Um sie für den Stream-XR zu nutzen, muss man zunächst in der «Source»-Leiste auf das Noten-Symbol drücken, dann sendet sie IR-Befehle an den Streamer sowie parallel an einen etwaig vorhandenen Cyrus-Voll- oder Vorverstärker.

In letzterem Fall sollte man im Menü des Streamers den Cinch-Ausgang vorab auf «fixed volume» stellen, sonst steuert die Fernbedienung gleichzeitig die Lautstärke am Verstärker und am Stream-XR. Letzterer verfügt nämlich über einen regelbaren Ausgang, über den er Endverstärker oder Aktivlautsprecher direkt mit Musiksignalen versorgen kann. Allerdings produzierte er in unserem Test beim Direktanschluss an einen DC-gekoppelten Endverstärker starke Ein-/Ausschaltgeräusche, sodass dies nur dann zu empfehlen ist, wenn der Endverstärker erst nach dem Stream-XR eingeschaltet bzw. vor diesem ausgeschaltet wird.

Eine WLAN-Antenne ist beim Stream-XR unauffällig integriert. Dank zweier Digitaleingänge kann man auch CD-Player klanglich aufwerten oder Fernsehton wiedergeben.Eine WLAN-Antenne ist beim Stream-XR unauffällig integriert. Dank zweier Digitaleingänge kann man auch CD-Player klanglich aufwerten oder Fernsehton wiedergeben.

Ein Kopfhörerausgang ist nicht vorgesehen. Hingegen lassen sich am Stream-XR per SPDIF zwei weitere Digitalquellen anschliessen. So kann man den integrierten DAC (der – so viel sei vorweggenommen – zur absoluten Spitzenklasse zählt) beispielsweise auch für den Anschluss eines CD-Spielers nutzen. Und auch TV-Ton lässt sich so wiedergeben, wenn man den (an den meisten Fernsehern vorhandenen) optischen Digitalausgang mit dem Stream-XR verbindet. 

Die Digitalsektion im Stream-XR baut auf der neuen Cyrus-DA-Wandler-Generation auf, die erstmals im i9-XR Anwendung fand. Laut Cyrus Audio kommt ein 32-Bit-DAC-Chip vom Typ ESS Sabre ES9038Q2M zum Einsatz, der nach hauseigenen Erkenntnissen feingetunt wurde. Er verfügt über die patentierte HyperStream-II-Architektur mit eigenem Taktgenerator und aufwändiger Jitter-Unterdrückung. Auch eine Lautstärkeregelung auf digitaler Ebene ist implementiert.

Der Sabre-DAC könnte eigentlich alle möglichen HiRes-Formate bis hin zu DSD512 oder DXD (24-Bit/352-kHz) nativ entschlüsseln. BluOS begrenzt dies allerdings auf 24-Bit/192-kHz. Unterstützt werden hingegen MQA- und MQA-Studio-kodierte Aufnahmen. Davon finden sich auf Tidal wie auch auf Qobuz recht viele, die entsprechend dekodiert einen klanglichen Mehrwert generieren. Wir machten die Probe aufs Exempel und verglichen Titel vom skandinavischen Label 2L, die sowohl in 24-Bit/192-kHz wie auch in MQA Studio vorliegen. Im Blindtest über den Cyrus Stream-XR verglichen, waren kaum reproduzierbare Unterschiede festzustellen. In beiden Fällen war die Klangqualität absolut hervorragend.

Der Stream-XR dekodiert MQA- und MQA-Studio-Aufnahmen. Bei Letzteren wird die stolze Abtastrate von 24-Bit/352,8-kHz angezeigt.Der Stream-XR dekodiert MQA- und MQA-Studio-Aufnahmen. Bei Letzteren wird die stolze Abtastrate von 24-Bit/352,8-kHz angezeigt.

Zur Integration ins Heimnetzwerk kann man wahlweise auf einen Ethernetanschluss oder die integrierte WiFi-Antenne zurückgreifen. In beiden Fällen stellt die BluOS-App die Verbindung anstandslos her und erkennt den Stream-XR als BluOS-Player. BluOS bietet innerhalb des «Bluesound Hub» die Möglichkeit, ein Mehrraum-Musiksystem mit weiteren Wiedergabezonen zu errichten. Das Portfolio an weiteren BluOS-Komponenten ist zwar noch überschaubar, aber bereits werden (von anderen Herstellern) auch Wireless-Lautsprecher angeboten.

Über BluOS lässt sich optional ein Multiroom-System mit verschiedenen Wiedergabezonen erstellen. Das Portfolio an kompatiblen Zonenspielern ist aber noch überschaubar.Über BluOS lässt sich optional ein Multiroom-System mit verschiedenen Wiedergabezonen erstellen. Das Portfolio an kompatiblen Zonenspielern ist aber noch überschaubar.
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