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MUSIKREZENSION
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Publikationsdatum
17. Januar 2014
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Man schrieb das Jahr 1963. Die Stereofonie war noch blutjung und die Toningenieure wussten noch nicht so recht, was sie mit den zwei voneinander völlig getrennten Kanälen anfangen sollten.

Viele Sound-Ingenieure glaubten, es sei nun das absolut Wahre, einen Klangkörper mit möglichst vielen Mikrofonen auseinander zu nehmen und die Einzelteile dann nach Lust und Laune entweder auf den rechten oder linken Kanal abzufüllen.

Das konnte dann so ausfallen, dass bei einer Big Band die Trompeten-Sektion samt Posaunen nur aus dem rechten Kanal, die Saxophone jedoch aus den linken Kanal röhrten. Hört man sich nur den linken Kanal an, so fehlen halt Trompeten plus Posaunen. Nur einen Kanal anzuhören, wäre dann also eine musikalisch Katastrophe.

Immerhin benutzten die Profis der grossen Marken schon damals die Tatsache, dass man Instrumente und Gesangsstimmen auch aus der Mitte der beiden Stereolautsprecher - aus einer sogenannten Phantomschallquelle - erklingen lassen konnte, indem man ein und dasselbe Signal sowohl auf den rechten als auch den linken Kanal mischte.

Ein solchermassen synthetisch konstruiertes Klangbild hatte nicht mehr viel mit der Realität zu tun, war dafür klinisch sauber, extrem transparent und damals ganz einfach angesagt.

Diesen mit Material gesegneten Profis standen einige wenige Audiophile und Amateure gegenüber, die versuchten, mit lediglich zwei höchstwertigen Mikrofonen und ohne jegliche Mischpult-Akrobatik einen möglichst natürlichen Raumklang zu erreichen. Diese, von den Profis verlachten, audiophilen Leute bezeichneten die Klang-Konstruktionen der „Profis“ dann als Revanche mit Ping-Pong-Stereofonie.

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