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Publikationsdatum
28. August 2012
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In Sachen Unterhaltungselektronik stehen auch dieses Jahr an der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin, die vom 31. August bis zum 5. September stattfindet, wieder die Fernsehgeräte im Mittelpunkt. Nicht nur, dass sie technisch in rasantem Tempo weiterentwickelt werden, auch ihre Funktionen und Möglichkeiten werden laufend erweitert. Die Smart-Eigenschaften, die letztes Jahr für Schlagzeilen sorgten, sind zum weit verbreiteten Trend geworden. Damit lässt sich der Fernseher vernetzen. Er ist nicht nur in der Lage, Bilder und Videos vom heimischen NAS zu streamen und auf dem Grossbild ebenso anzuzeigen wie auf dem vernetzten Tablet oder Smartphone, sondern auch übers Internet Zusatzangebote zu empfangen und wiederzugeben. Die diesjährigen Olympischen Sommerspiele in London haben diese Angebote populär gemacht. Die Fernsehanstalten sind aktuell intensiv dabei, ihren Beitrag zur „Konvergenz“ zu leisten, so dass die zusätzlichen Angebote zur laufenden Sendung ebenfalls auf dem TV-Schirm betrachtet werden können – genauso wie Angebote von Fotodiensten oder YouTube.

Neue Bildqualität

Samsung präsentierte seinen 55 Zoll OLED-Bildschirm bereits an der CES in Las Vegas. An der IFA soll er serienreif sein.

Leuchtdioden ohne kristalline Struktur wie bei LCD, sondern mit organischen Komponenten – die sogenannten OLED – haben bei Smartphones ihre Vorteile bereits unter Beweis stellen können:  höherer Kontrast bei leuchtenderen Farben und kurze Reaktionszeiten für flüssige Bewegungen. Da die OLED-Elemente selbst Licht aussenden, also keine Licht- und Farbfilter sind wie die Flüssigkristalle, benötigen sie keine Hintergrundbeleuchtung.  Dadurch können noch flachere Bildschirme gebaut werden. Dass sie dabei weniger Energie verbrauchen als LCD-Bildschirme mit LED-Hintergrundbeleuchtung, kommt vor allem bei grossen Bildschirmen zum Tragen.

Diese Gross-TVs werden nun – nach einer langen Folge von Prototypen  – als serienreif angepriesen. LG will mit der Auslieferung seines 55EM960V noch dieses Jahr beginnen, und zwar auch für Europa, während Samsung - der Rivale in Sachen OLED-Displays – seinen an der CES in Las Vegas vorgestellten und seither weiter entwickelten 4 Millimeter dünnen  Bildschirm mit 55 Zoll Diagonale zunächst im Heimmarkt Südkorea anbieten will.

Der OLED-TV 55EM960V von LG mit einer Tiefe von lediglich 4mm soll noch dieses Jahr ausgeliefert werden. Der Preis ist noch nicht bekannt..

Ultra High Definition – UHD

Doch bei einem leuchtkräftigeren Bild lassen es die Hersteller nicht bewenden.  Eine höhere Auflösung als Full-HD mit 1920 x 1080 Bildpunkten ist angesagt: 4K oder Ultra-Highe Definition UHD mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, also dem Vierfachen von Full-HD. Obwohl bereits Camcorder, die solch hoch aufgelöste Bilder aufzeichnen können, auf dem Markt sind, ist das Angebot an Programmmaterial nahezu nicht vorhanden. Dennoch gibt es für 4K interessante (potentielle) Anwendungen: 3D-Filme und Games.

Genau diese Anwendungen propagiert LG für seinen 84 Zoll LCD-Fernseher mit UHD-Auflösung, der letzte Woche in Südkorea vorgestellt wurde und an der IFA zu sehen sein wird. Dank UHD kann in einem 3D-Film sowohl für das linke wie für das rechte Auge ein Full-HD-Bild angeboten werden, also 3-diemsionale Bilder in Full-HD. Der LG-Bildschirm verfügt zudem über eine 3D-Tiefenkontrolle, mit der die 3D-Wirkung individuell eingestellt werden kann. Auch Games mit zwei Spielern können von UHD profitieren. Im „Dual Play“-Modus kann für jeden Spieler ein formatfüllendes Bild in Full-HD angeboten werden. Dank der Brille sieht jeder Spieler nur „sein“ Bild. Vorbei die Zeiten des Splitscreens. Und auch wenn noch kein UHD-Material vorhanden ist: der LG-TV kann Full-HD-Material auf 4K hochrechnen – und ebenso 2D-Bilder in 3D umwandeln.

84 Zoll und vierfache HD-Auflösung: der LG-TV ist eines Kleinkinos würdig.
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