12. Dezember 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
16. Mai 2005
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Seit 1972 widmet sich der Ingenieur und Dynavox Boss Anton Aebischer der hochwertigen Musikwiedergabe. Bis heute hat er diverse Lautsprecher und auch Elektronik gebaut, deren Prinzipien auch heute noch aktuell sind.

Respekt vor der Schweizer Handarbeit

Rowen und der Respekt vor der Schweizer Handarbeit sind zwei unzertrennliche Begriffe.

Obwohl man Lautsprecher, insbesondere Gehäuse, spottbillig und in durchaus akzeptabler Qualität auch in China herstellen kann, lässt man bei Rowen praktisch alles bis zur letzten Schraube in der Schweiz herstellen.

Die Entwicklung und die Montage aller Geräte erfolgen im eigenen Hause durch bewährte Fachkräfte.

Inzwischen wird Anton Aebischer von seinen Söhnen Yvo und Pascal tatkräftig unterstützt.

Ideen muss man haben

Wenn Aebischer etwas tut, fliessen meist mehrere Besonderheiten in die Produkte ein.

Die AT-Sphere hat ihren Namen wegen ihrer sphärischen Schallabstrahlung erhalten.

Anton Aebischer bildet die ideale, punktförmige Schallquelle mittels einer D'Appolito-Lautsprecheranordnung und elektronischen Phaseshifts nach.

Dabei werden die beiden äusseren Bass-Mitteltöner zeitlich etwas verzögert.
In der Folge arbeiten die fünf einzelnen Lautsprecherchassis wie eine halbkugelförmige Einheit.

Diese strahlt die akustische Energie über den gesamten Frequenzbereich nicht nur gleichmässig, sondern auch phasentreu ab. Das heisst alle Frequenzspektren erreichen den Hörer gleichzeitig und mit richtig dosierter Lautstärke.

Dosierte Leistung

Sowohl die AT-Sphere, wie auch die kleine AM1c sind praktisch „idiotensicher“.

Das heisst, wenn jemand den übermässig starken Wunsch nach einer Pegelorgie verspürt und den Lautstärkeregler des Vorverstärkers brutal aufdreht, übernimmt eine intelligente Schaltung die Leistungsverteilung und liefert den Bass-Chassis nur soviel Leistung, wie sie verzerrungsfrei verarbeiten können.

Wie sich dies in der Praxis bemerkbar macht, zeigt der Hörtest.

Anton Aebischers Ideen sind damit noch lange nicht erschöpft: Die Verstärker arbeiten mit einer negativen Ausgangsimpedanz. Dies ergibt einen fast unendlich hohen Dämpfungsfaktor, eliminiert die schädlichen Einflüsse der Kabel und garantiert eine absolute Kontrolle über die Lautsprechermembranen.

Elegant, trotzdem stabil

Die bei der Schweizer Firma Relec hergestellten Gehäuse bestehen aus 19 mm starkem MDF.

Innen sind sie mit Bleibitumenplatten bedämpft und damit praktisch vibrationsfrei.

Die Bassreflexöffnung arbeitet dank einer besonderen Konstruktion in einem weiten Bereich wie eine Transmission-Line.

Anstelle eines Bassreflexrohres übernimmt eine Ausgleichsöffnung am Boden die Aufgabe der Ventilation und produziert auch bei sehr tiefen Bässen keine Blasgeräusche.

Bi-aktiv

Die in die Boxen eingebaute bi-aktive Technik bietet für Bässe und Höhen getrennte Verstärker und aktive Frequenzweichen.

Zudem besteht die Möglichkeit, die Empfindlichkeit und die untere Grenzfrequenz des Basses sehr fein einzupegeln.

Damit lassen sich die Boxen an unterschiedliche Aufstellungen und den persönlichen Geschmack anpassen.

Der Bass-Rolloff-Regler arbeitet feinfühlig und erlaubt es, die Systeme nahezu beliebig zu platzieren.

Frei im Raum aufgestellt wird eine sehr tiefe Grenzfrequenz gewählt, nahe den Rück- und Seitenwänden dreht man den Regler etwas zurück.

Da jede Box einzeln geregelt werden kann, sind auch asymmetrische Räume optimal zu beschallen.

So kann eine Box nahe der Seitenwand stehen, die andere frei im Raume.

AT-Sphere: Schlank und rank

Die AT-Sphere ist eine erstklassig verarbeitete, aktive Standbox mit einer Höhe von 114 cm.

Die sehr schlank wirkende Säule ist lediglich 16,4 cm breit, aber im Bass alles andere als impotent.

Dank ihrer vier 13 cm Bass-Mitteltöner bietet sie genügend Membranfläche, um auch sehr tiefe Frequenzen mit beachtlichem Pegel wiedergeben zu können.

Der Hochtöner besitzt einen hornähnlichen Vorbau, der den Wirkungsgrad und das Abstrahlverhalten verbessert.

Symmetrisch und asymmetrisch

Wie bei professionellen Studiomonitoren erhalten die Boxen ihre Signale über eine symmetrische Leitung mit XLR-Stecker.

Verbindet man die Pins 1 und 3 des XLR-Steckers, läuft die Sache auch an asymmetrischen Ausgängen, die mit Cinchbuchsen bestückt sind.

Wer nicht selber löten will, erhält alle entsprechenden Kabel bei Dynavox.

AM1c: Klein aber stark

Der AM1c ist ein kleiner Aktivlautsprecher, der designmässig und auch punkto Klangcharakter zur AT-Sphere passt und dem man die in ihm schlummernde Kraft kaum ansieht.

Dank hochwertigen Chassis, gut dimensionierten, eingebauten Verstärkern und der schon bei der AT-Sphere verwendeten intelligenten Leistungsabgabe, erscheint er klanglich wesentlich grösser als es seine bescheidenen Abmessungen vermuten lassen.

Eine Anpassung an unterschiedliche Platzierungen ist auch hier mittels Pegel- und Bass-Regler möglich.

Von Stereo bis Homecinema

Für die zweikanalige Musikwiedergabe in mittelgrossen bis grösseren Wohnräumen empfehlen sich zwei AT-Sphere.

Mit ihnen kann praktisch jeder Wunsch in Bezug auf das Klangvolumen realisiert werden.

In kleineren Räume genügen ein Paar AM1c.

Ein Subwoofer ist kaum notwendig, denn dies Winzlinge sind sehr potent im Bass.

Für ein leistungsfähiges Pantoffelkino nimmt man zwei AT-Sphere für die Frontlautsprecher vorne links und rechts und als Center- und Rearboxen je ein AM1c.

Die Aktivboxen werden dabei über entsprechende Kabel an die Pre-Amp-Ausgänge eines AV-Receivers geschlossen.

Dies ergibt eine Beschallungsanlage der Superlative, die allerdings nicht ganz billig ist.

Stereo ist in

m Stereobetrieb zeigten die AT-Sphere ein ausgewogenes, feingezeichnetes Klangbild mit überzeugender Räumlichkeit.

Optimal eingepegelt brachten sie sinfonische Klangkörper und Orgelwerke mit grossräumiger Abbildung und mächtigem Bassfundament.

Bei feinfühliger Kammermusik lieferten diese Tonsäulen einen gut definierten, sehr ausgewogenen Klang.

Aber auch vor roher Gewalt schreckten die eleganten Tonsäulen nicht zurück und liessen die Wände des Abhörraumes sowie die Zwerchfelle der Zuhörer bei knalligen Technosounds und rockigen Riffs erzittern.

Die Grenzen der Physik gesprengt?

Den kleinen AM1c stellten wir sowohl ins Regal, als auch auf passende Ständer.

Was diese Aktiv-Zwerge an Klangvolumen bieten, lässt auch hartgesottene HiFianer aufhorchen.

War es hier Anton Aebischer gelungen, die Grenzen der Physik zu überlisten?

Echter Tiefbass aus Minibox

Aus diesen Kompaktlautsprechern erschienen doch tatsächlich echte Tiefbässe!

Orgelmusik und sogar impulsive Jazz-Bass-Zupforgien erschienen tief und klar.

Lediglich in der Impulskraft waren die Grenzen dann und wann hörbar.

Verzerrungen traten auch an der Leistungsgrenze nie auf, denn die Leistungsregulierung funktionierte bestens.

Aktives Homecinema

Der AM1c macht als Centerlautsprecher eine erstklassige Figur.

Gerade bei Dialogen liefert er eine hohe Sprachverständlichkeit, kann aber auch bei Musik einen sehr breitbandigen Klang bringen und sogar einen Konzertflügel überzeugend abbilden.

Ein Homecinema mit zwei AT-Sphere und drei AM1c lässt auch ohne Subwoofer klanglich keine Wünsche offen.

Fazit

Die Swiss Made Rowen AT-Sphere sind erstklassige aktive Lautsprecher, die weitaus mehr bieten als man diesen hocheleganten Systemen zutrauen würde.

Genau so steht es mit den kleinen Aktiv-Winzlingen vom Typ AM1c, die doch tatsächlich in der Lage sind, echte Tiefbässe abzustrahlen und ein beeindruckendes Klangvolumen mit aussergewöhnlicher Dynamik zu bieten.
STECKBRIEF
Preis:
AT-Sphere:Preis pro Paar: CHF 7780.-. AM1c:Preis pro Paar: CHF 3780.-
Profil:
Erstklassige und elegante Lautsprecher made in Givisiez.
Pro:
für HiFi und Homecinema geeignet
ausgezeichneter Klang
Anpassung an asymmetrische Räume
Aktivboxen
sehr gute Swiss Made Verarbeitung
überlastsicher

Contra:
lange gesucht und nichts gefunden!
Ausstattung:
AT-Sphere:
Betriebsart Bi-Active - 2-Weg D′Appolito
Hochtöner 2.5mm
Tieftöner 4 x 13mm
Ausführungen: Schwarz, Silber.

AM1c:
Betriebsart Bi-Active – 2-Weg
Hochtöner 2.5mm
Tieftöner 13mm
Ausführungen: Schwarz, Silber.
Technische Daten:
AT-Sphere:
Abmessungen H×B×T 114×16.4×23cm
Gewicht 28 kg

AM1c:
Abmessungen H×B×T 26×16.4×22cm
Gewicht 8kg
Wettbewerb