14. November 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
7. Juli 2003
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Wem Sonys Cyber-shot F717 die Tasche zu sehr ausbeult, freundet sich schnell an mit der DSC-V1.

5.0 Megapixel, Carl Zeiss Vario-Sonnar-Objektiv, optisches 4fach Zoom und eine ellenlange Liste der Funktionen und Fähigkeiten sind die inneren Werte, welche die Kleine den Grossen entgegenstellt.

Aussen stellt sie dar, was sie ist: Handlich und griffig im Format sowie edel im Design, so dass Verwechslungen mit Schnappschusskameras ausgeschlossen sind.

Der erste Kontakt

Wählrad und Schalter auf grün sorgt für perfekte Schnappschüsse.
Wählrad und Schalter auf grün sorgt für perfekte Schnappschüsse.
Sie liegt gut in einer oder beiden Händen, die V1, und die Bedienelemente sprechen eine klare Sprache, natürlich mit dem Sony-typischen Dialekt. Wählrad auf Grün, Nightshot-Schalter auf Grün, Power, auslösen. Schnappschüsse sind auch für Unkundige kein Problem.

Ein Blick durch den optischen Sucher zeigt, zumindest meist, den Finger oder zumindest die Spuren des letzten Fingers, der auf der Sucherlinse abgestützt war. Somit wäre der optimale Sucherplatz klar, nämlich links, von hinten gesehen.

Dafür entlöhnt der LCD mit 3.8 cm Diagonale und 123 000 Bildpunkten mit sauberen Bildern, welche eine wirkliche Kontrolle ermöglichen.

Der Spieltrieb erwacht

Die Sony-typischen Bedienelemente zeigen klar, wo es langgeht. Gewöhnungsbedürftig ist die vertikale Zoomwippe.
Die Sony-typischen Bedienelemente zeigen klar, wo es langgeht. Gewöhnungsbedürftig ist die vertikale Zoomwippe.
Das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeit zur Belichtung übernimmt die Sony DSC-V1 gerne in verschiedenen Stufen von vollautomatisch bis gänzlich manuell.

Ähnliche Entscheidungen sind beim Fokussieren zu treffen, wobei der manuelle Fokus mittels Wählrad in vorgegebenen Stufen springt.

Absolut zackig gehts im Automatikbetrieb: Noch keine Kamera hat das Objekt beim Scharfstell- und Auslöse-Geschwindigkeitstest so schnell erfasst wie die V1, hier setzt die Sony Massstäbe.

Die maximale Empfindlichkeit

ISO 800, F2.8 sowie eine Sekunde Belichtungszeit holt selbst aus dem Dunkeln noch gute Bilder.
ISO 800, F2.8 sowie eine Sekunde Belichtungszeit holt selbst aus dem Dunkeln noch gute Bilder.
ISO 800 sorgt zusammen mit voll offener Blende (F2.8) sowie einer Sekunde Belichtungszeit dafür, dass selbst unter schwierigen Bedingungen Aufnahmen möglich sind.

Der Preis dafür ist prinzipbedingt verstärktes Bildrauschen, welches sich dank Unterdrückungssystemen in gewohntem Rahmen hält.

Bemerkenswert die Fähigkeit der Sony, dank Laser selbst in absoluter Dunkelheit zu fokussieren.

Nightshot

Im Nightshot-Modus leuchten die Bilder im Nachtsichtgrün, dafür sind spannende Einblicke möglich...
Im Nightshot-Modus leuchten die Bilder im Nachtsichtgrün, dafür sind spannende Einblicke möglich...
In gewissem Mass eignet sich die V1 als Nachtsichtgerät, indem eine Infrarot-LED den Bereich nahe der Kamera ausleuchtet.

Optional ist eine Infrarotleuchte erhältlich, welche die Wirkung auf 20 m erhöht.

Nightframing

Dank Nightframing und Blitz bleiben natürliche Farben erhalten.
Dank Nightframing und Blitz bleiben natürliche Farben erhalten.
Einen Schritt weiter geht die Nightframing-Funktion, welche die Nachtsichtfähigkeiten nur zum Finden des Bildausschnittes selbst in absoluter Dunkelheit benutzt.

Anschliessend sorgt der Blitz für passende Lichtverhältnisse.

Mit Blitz

Schnell passiert: Der Finger der linken Hand hindert den Blitz am Ausklappen.
Schnell passiert: Der Finger der linken Hand hindert den Blitz am Ausklappen.
Tatsächlich findet die ausgeklügelte Belichtungs- und Blitzautomatik in den allermeisten Fällen das richtige Mass, und selbst hier sind manuelle Korrekturen möglich. Zum Standard gehören auch die bekannten Programme.

Wem die Leistung nicht ausreicht, der kann sich dank Blitzschuh extern weiterhelfen.

Vorsicht ist bei beidhändigem Halten angebracht, denn leicht blockiert die linke Hand den ausklappenden Blitz.

Die Leistungen

Durch die geringeren Gehäusemasse musste der Akku schrumpfen. Rund 150 Bilder sind in 75 Minuten dennoch möglich.
Durch die geringeren Gehäusemasse musste der Akku schrumpfen. Rund 150 Bilder sind in 75 Minuten dennoch möglich.
In fünf Stufen gibt die Sony ihre Auflösung vor, von VGA bis 5.0 Megapixel, also wesentlich mehr, als für normale Abzüge nötig wäre.

Noch einen Schritt weiter geht das unkomprimierte TIFF-Format, rund 14.4 MB suchen dann pro Bild während 45 Sekunden einen Platz auf dem Memory Stick.

Ein gutes Mass zwischen Qualität und Quantität bieten 3.1 Megapixel, welche im beliebten 11 x 15 cm Format der höheren Auflösung in nichts nachstehen.

Bezüglich Bild ist die Sony DSC-V1 in ihrem Element: Sie liefert gestochen scharfe Aufnahmen mit natürlichen, kräftigen Farben. Kaum erkennbar, dass die Bildhelligkeit in den Ecken abnehmen würde, auch die Schärfe bleibt konstant.

Zusätzliche Korrekturen in Farbe, Kontrast und Helligkeit wären kameraintern möglich, sind allerdings eher selten nötig.

Die kleine Grosse

Eine ausgezeichnete Kamera für wesentlich mehr als Schnappschüsse, welche kaum Platz braucht, hat Sony mit der DSC-V1 geschaffen.

Um all ihre Möglichkeiten ausnutzen zu können, fordert sie einiges vom Anwender. Einmal überfordert, kann sich dieser getrost auf die Automatik verlassen. Denn steht das Wählrad auf grün, ist in den allermeisten Fällen alles im grünen Bereich.
STECKBRIEF
Preis:
1198.-
Profil:
Eine ausgezeichnete Kamera für wesentlich mehr als Schnappschüsse, welche kaum Platz braucht- eine ideale Reportagekamera.
Pro:
Bildqualität, manuelle Einstellmöglichkeiten, Belichtungs- und Blitzautomatik, Geschwindigkeit
Contra:
vertikale Zoomwippe, Anordnung des optischen Suchers
Ausstattung:
Carl Zeiss-Objektiv
Hologramm AF, Nightshot
Nightframing
Video (MPEG Movie VX)
Memory Stick PRO
Blitzschuh
Filtergewinde
Technische Daten:
1/1.8 Zoll CCD
5 Megapixel effektiv
F2.8 - F4, 7 - 28 mm (34 - 136 mm KB)
3.8 cm LCD mit 123 000 Pixeln
Wettbewerb