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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
14. März 2005
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Nicht jeder hat das Budget für eine absolute Traumbox wie die Nautilus 800 D. Aber auch der kleinste Spross der Familie, die 805 S, hat es in sich.

Die in Kirsche hell, Kirsche rot und Esche schwarz erhältliche kleinste Nautilus ist ein wahrer Eye-Catcher.

Wie die grossen Schwestern verfügt sie über den aufgesetzten und vollkommen frei abstrahlenden Hochtöner, ein aufwendiges Matrix-Gehäuse, welches auch den letzten Resonanzen den Garaus macht, und die typischen, geradezu erotisch verrundeten Formen dieser Serie.

Die Membran des Nautilus-Hochtöners besteht bei der 805 S allerdings nicht aus Diamant, sondern aus Aluminium.

Die Verarbeitung ist vom Feinsten.

Die kompakte, lediglich 42 cm hohe 805 S lässt sich in ein mindestens 35 cm tiefes Regal setzen.

Besser stellt man sie aber auf den dazu passenden Ständer und probiert die optimale Aufstellung - insbesondere die Distanz zu den Rück- und Seitenwänden sorgfältig aus. -

Gut platziert ist ...

Frei im Raum platziert klingt sie am räumlichsten, kann aber im Bassbereich je nach Raum etwas unterbelichtet wirken.

Mit der optimalen Distanz zur Rück- und Seitenwand kann sie ein absolut beeindruckendes Klangvolumen zeigen. Insbesondere in kleineren Räumlichkeiten dürfte sie eine echte Alternative zu grossen 3-Weg-Standboxen darstellen.

Keine Kraftwerke nötig

Ist der Bass zu stark, kann ein Schaumstoffpfropfen in die Bassreflexöffnung gesteckt werden.
Die 805S brauchen aufgrund ihres guten Wirkungsgrades keine Kraftwerke von Verstärkern.

Mit rund 2 x 50 Watt spielen sie in kleineren Räumen schon recht dynamisch auf.

An 100 Watt-Boliden - oder gar etwas mehr - werden sie zu kleinen Dynamikbomben, die Erstaunliches leisten können.

Im Bassbereich sind punkto Pegel bei techno-artigen Sounds natürlich Grenzen gesetzt.

Doch dem späteren Kauf eines Subwoofers liegt ja nichts im Wege und die Zwerchfell- massage ist dann garantiert.

Kleine Box – grosser Sound

Die 805 S bietet zwar keinen fundamental tiefen Bass, agiert aber erstaunlich erwachsen, druckvoll und sehr gut konturiert. Der Ruf nach einem zusätzlichen Subwoofer dürfte erst in grossen Räumen aufkommen. Aber auch ohne externe Bassunterstützung macht sie aus einem Kontrabass kein Cello, und zeigt erst bei sehr tiefen Orgeltönen ihre Grenzen.

Selbst grosse Sinfonieorchester bringt die 805 S mit beeindruckendem Klangvolumen bei ausgesprochen räumlicher, detaillierter Zeichnung des musikalischen Geschehens.

Auffallend ist die exzellente Stimmenwiedergabe, die sie einem transparenten, resonanzfreien Mitteltonbereich sowie einem obertonreichen, aber nicht übertriebenen Hochtonbereich zu verdanken hat.
Kontaktfreudig: vergoldete Anschlüsse der Top-Klasse...
Tonal präsentiert sich die 805S ausgewogen und verfärbungsfrei. Wobei sie Unterschiede der Aufnahme- technik getreulich hörbar macht.

Zu helle Aufnahmen kommen mit einer gewissen Schärfe, während neuere DSD-SACDs ausgesprochen warm und schön klingen.

Damit eignet sich die kleinste Nautilus neben dem Einsatz im heimischen Konzertsaal auch hervorragend als Midfield- Monitor für professionelle Abhörzwecke.

Aber auch in 5.1-Systemen der Topklasse macht die 805 S eine hervorragende Figur.

Fazit

Die B&W 805S ist ein exzellenter kleiner High-End-Lautsprecher der in folgenden Einsatzbereichen eine glänzende Figur macht:
Stereo in kleineren Räumen, Einsatz in Surroundanlagen, seien es fünf 805 S oder als Rearboxen und schliesslich sogar als Abhörmonitor für den Aufnahmeprofi.
STECKBRIEF
Preis:
4000.- Franken pro Paar
Profil:
Herrvorragender, kompakter Lautsprecher für viele Anwendungsbereiche.
Pro:
+ sehr ausgewogen
+ sehr gute Räumlichkeit
+ druckvoller, konturierter Bass
+ Top-Verarbeitung
Contra:
-
Ausstattung:
Anzahl Wege 2
Bi-Wiring x
Technische Daten:
Masse (BxHxT) 23,8 x 41,8 x 35,1 cm
Empf. Verstärkerleistung 50 – 120 Watt
Impedanz 8 Ohm (min. 3,7 Ohm)
Ausführungen Kirsche hell, Kirsche rot, Esche schwarz
Wettbewerb