25. Juni 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
ARTIKEL
Publikationsdatum
6. September 2000
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter
Dass Lautsprecher heute keine hässlichen Kisten sein dürfen, ist von den Lautsprecherherstellern allgemein begriffen und gut umgesetzt worden. Sehr im Trend sind schlanke Standboxen, die sich harmonisch in die Wohnlandschaft einfügen. Die Rowen AT1 ist knapp einen Meter hoch und im Silberdesign eine sehr elegante Erscheinung. Doch ist sie auch in kohlrabenschwarz mit silberfarbigem Lautsprecherschutzgitter erhältlich. Die Verarbeitung ist sehr sauber; die Auswahl der Materialien edel und sinnvoll. Das Gehäuse besteht aus MDF und ist mit einem neuartigen Material beschichtet, welches Gehäuseresonanzen eliminieren soll. Thermolackiert und damit ebenfalls bedämpft, sind Grill und Sockel.

Active Power

Aktivboxen sind bekannt für ihren quicklebendigen Klang. Da sich die Verstärker in den Boxen befinden, sind die Kabelwege extrem kurz, der Klang somit "schnell", transparent und analytisch. Die AT1 erhalten ihren Power von zwei eingebauten 100 Watt-Verstärkern. Das Audiosignal kommt direkt vom Vorverstärker. Via Potentiometer lassen sich auf der Rückseite der Boxen Gesamtpegel und die Stärke des Bassbereiches regulieren.

Direkt an der Rückwand...

Hochwertige Anschlüsse mit XLRBuchsen und Pegelregler für Gesamtpegel und Bassbereich.
Hochwertige Anschlüsse mit XLRBuchsen und Pegelregler für Gesamtpegel und Bassbereich.
Nach den Erfahrungen der Rowen-Leute werden Boxen meist direkt an die Rückwand gestellt, egal ob der Hersteller eine freie Aufstellung im Raum empfiehlt oder nicht. Dieser Tatsache hat man nun Rechnung getragen und die Boxen entsprechend abgestimmt.
Der Bassregler ermöglicht je nach Plazierung der Boxen einen tadellos ausgewogenen Bassanteil. Nicht zugänglich sind Pegelregler in den Boxen, mit welchen man den Klangcharakter der Box nachhaltig verändern kann. Diese sollen nur bei akustischen Problemen und mit Rücksprache mit der Firma Dynavox vom Fachmann verstellt werden.

Versuche bei AVGUIDE haben ergeben, dass man damit das Klangbild von hell bis weich abstimmen kann. Die gewählte Grundeinstellung wurde vom Hersteller in zahlreichen Versuchen ermittelt und entspricht, wie Messungen bei AVGUIDE zeigten, einem ausserordentlich linearen Verlauf.

Keine Spikes
Um Spikes zu vermeiden, welche hässliche Löcher in schöne Böden bohren und andere unerwünschte Effekte zeigen, stellte man die Boxen über Distanzstücke auf eine gewichtige Stahlplatte und ermöglicht so auch der nach unten abstrahlenden Bassreflexöffnung eine freie Entfaltung des Schalles.

Und dann die Musik...

Der Verstärker mit 2x100 Watt sitzt in der Box.
Der Verstärker mit 2x100 Watt sitzt in der Box.
Frisch und quicklebendig bringen diese schlanken Boxen einen Sound mit einem verblüffend tiefen und erst noch erstaunlich sauberen Bass. Mitten und Höhen wirken, wie man es von einer Aktivbox erwartet, sehr transparent und analytisch. Wer auf weiche, warme Sounds steht, ist vielleicht im ersten Moment von der Brillanz und Auflösung der Box geschockt.
Doch sollte es aufgrund einer extremen Raumakustik zu echten Problemen kommen, hilft der Fachmann. So versuchte ich nach Anleitung der Firma Dynavox in meinem Hörraum, wo die Aufstellung direkt an einer Rückwand aufgrund eines etwas überdimensionierten Flügels nicht möglich ist, das in diesem Raum etwas überbrillante Klangbild zu korrigieren, was mit den von Dynavox angegebenen Reglerstellungen bestens funktionierte.

Die AT1 sind echte Allrounder und machen sowohl bei Klassik als auch bei Rock-Pop und Jazz sehr gut mit. Während Streicher fein und gut definiert über ihre Saiten streichen, erschallen Blechbläser im Fortissimo mit unerhörter Brillant und Durchschlagskraft. Erfreulich ist auch der Bass, der auch bei Orgelmusik in den tiefsten Frequenzkeller reicht und so einer Bachfuge ein Fundament verleiht, dass man glaubt vor einem Paar wesentlich grösseren Boxen zu sitzen.

Bei ultradynamischen und sehr impulsfreudigen Aufnahmen erstaunt die Dynamik. Auch hart am Limit verzerren die Boxen nicht, sondern limitieren lediglich die Dynamik. Dies bedeutet, dass die Boxen ab einer gewissen Lautstärke nicht mehr lauter spielen, aber nicht verzerren. Dies als die direkte Folge einer optimalen Abstimmung von Verstärker und Lautsprecher.

Fazit

Design und Klang der eleganten Schweizerinnen aus Givisiez dürfen gelobt werden. Sie sind echte Allrounderinnen mit brillantem, sehr transparentem und breitbandigem Klang, welche sowohl bei anspruchsvoller Klassik als auch bei härterer, impulsreicher Musik absolut im Element sind.
STECKBRIEF
Preis:
4400.- CHF
Profil:
Elegante Aktivlautsprecher made in Switzerland mit elegantem Design und spritzigem Klang.
Pro:
Tiefer Bass aus kleinem Gehäuse Gutes Styling
Optimale Verarbeitung
Contra:
-
Wettbewerb