Einen davon, mit dem klingenden Name "Aulos", könnte man mit einer guten Flasche Tessiner Merlot vergleichen: gehaltvoll, kultiviert und ausgereift.
Unter der vielsagenden Bezeichnung A.M.T (Air Motion Transformer) verbirgt sich ein genialer Schallwandler, der von keinem geringeren als Dr. Oskar Heil entwickelt wurde, der auch seinerzeit den Feldeffekt-Transistor erfand.
Precide-Boss Martin Dürrenmatt war ein enger Freund Oskar Heils und wurde von ihm in die Geheimnisse dieses Schallwandlers eingeweiht.
Im Laufe der Zeit gelang es Martin Dürrenmatt, den Klang des A.M.T durch neuartige Materialien nochmals zu verbessern.
Der "kleine" Heil

Der kleinste der Heil-Lautsprecher wird bereits seit einigen Jahren mit Erfolg verkauft.
Nun hat ihn Martin Dürrenmatt äusserlich und innerlich überarbeitet.
Designmässig folgt man hier für einmal nicht dem Trend zur schlanken Standbox, sondern geht auf bewährtem Pfade: Die Funktion bestimmt das Design.
Nach wie vor strahlt das über dem 45 Grad nach oben gerichteten Tieftöner montierte Heil-System seinen Schall zu je 50% nach vorne und hinten ab.
Dadurch ergibt sich ein optimales Zusammenspiel dieser beiden Schallwandler. Technisch ausgedrückt: So wird ein optimales Phasenverhalten und das gewünschte Verhältnis von Direkt- zu Indirektschall realisiert.
Die bisher auf den Lautsprecher auzustülpende Abdeckung entfällt bei der neusten Version, dafür hat man dem Basschassis eine Abdeckung spendiert.
Das Gehäuse wurde nochmals verstärkt, die identisch aufgebaute Weiche erhielt noch besser klingende Komponenten.
Erfreulich: Gleich geblieben ist der Preis von 2580 Franken das Paar.
Teamwork
Die Verbindung mit dem Router ging mit Wifi problemlos. Wer den Router in der Nähe des Geräts hat, der bevorzuge die direkte Verbindung mit LAN-Kabel. Für FM- und DAB+-Radioempfang schraubt man die beigepackte Wurfantenne an den rückseitigen Antennenschraubanschluss. Als Audioausgang kann man analog via RCA (Cinch-Stecker) oder digital per SPDIF Coaxial oder optisch (TosLink) einen externen DAC oder den passenden Digitaleingang eines Verstärkers ansteuern.
Bei meinem kurzen Hörtest habe ich beides gemacht, um einen A/B-Vergleich herbeizuführen: Einmal über den Analogausgang zu meinem Verstärker und auch über den SPDIF (Coaxial) zu einem DAC und dann zum gleichen Verstärker. Damit war es möglich, das analoge Signal aus dem MMS 730 mit dem aus dem externen DAC über dieselbe Verstärker/Lautsprecher-Kombi zu hören.
Die Kirche blieb im Dorf. Die Unterschiede zu meinem externen DAC waren (zum Glück) gut hörbar und durchhörbar. Dennoch klingt der MMS 370 mit einem Preisschild von 650 CHF sehr gut und HiFi-tauglich.
Der Magnat MMS 730 ist ein recht hochwertig ausgeführter Streamer mit ausgezeichneten Möglichkeiten bei der Wiedergabe von Radio, ordentlichen Möglichkeiten beim Streamen ab Heimnetzwerk sowie ab Internet-Musikdiensten. Dazu wurde Bluetooth in sehr guter Qualität umgesetzt. Zudem ist der MMS 730 bedienerfreundlich und praktisch. Gemessen am günstigen Preis bekommt man eine verhältnismässig hohe Klangqualität auf HiFi-Niveau – und dazu ein praktisches Gerät für viele Anwendungen.
Plazierung

Von einer Plazierung in Bücherregalen möchte ich persönlich abraten, da sich der zu 50% nach hinten abgestrahlte Schall des Hochtöners nicht genügend frei entfalten kann. Versuchen kann man es ja mal...
Aber bitte darauf achten, dass links und rechts der Boxen rund 20 cm Freiplatz realisiert wird. Am besten stellt man die Aulos auf einen rund 35/50 cm hohen Ständer und experimentiert bei der Plazierung, bis der Klang optimal ist.
Gut angesteuert ist halb gewonnen...

Von Sugden stammte sowohl der Class-A-Verstärker A21E 2 x 30 W, als auch der CD-Spieler CD21E. Die MDM Lautsprecherkabel kamen aus dem Hause Precide.
Den Klang der Aulos muss man in aller Ruhe wie einen guten Wein geniessen. Wer auf die Schnelle so kurz mal reinhört, wird die wahren Qualitäten dieses Lautsprechers nicht bemerken.
So nahmen sich die Testhörer genügend Zeit, um ausgiebig ihre Lieblingsmusik anzuhören.
Fein durchzeichnet
Hervorragend definiert und mit sagenhaft schönen Klangfarben brachten die Aulos Streichinstrumente.Hier hörte man nicht nur die Qualität des A.M.T - Schallwandlers, sondern auch die geübten Ohren von Mieko Dürrenmatt, die am Klangtunig massgeblich beteiligt waren.
Auch in höchsten Lagen wirkten Violinen nie kratzbürstig oder gar grell, sondern natürlich-brillant, wie im Live-Konzert.
Und das muss diesen kleinen Boxen erst mal mal ein Gigant nachmachen.
Nach dieser gekonnten Darbietung klassischer Klänge durfte man gespannt auf härtere Gangarten bei Jazz und Drumsolos sein.
Wer beim berüchtigten Boxenkiller der Test Record "Impressions" das totale Versagen erwartet hatte, sah sich wohltuend getäuscht.
Diese kompakten Boxen hielten sich, von stromtüchtiger Sugden Class-A-Elektronik befeuert, bis zu stattlichen Pegeln
äusserst wacker und lieferten knackige Bassdrum-Impulse und brisante Snare-Attacken.
Weiträumig...
Bei der Wiedergabe von Orgelmusik gefiel das weiträumig aufgefächerte, von den Boxen gelöste Klangbild.Natürlich darf man punkto Tiefstbass keine Wunder erwarten, dennoch kommt auch Orgelmusik mit höchst erfreulichem Klangvolumen.
Ein zusätzlicher Subwoofer drängt sich nur für ganz hartgesottene Bassfetischisten wirklich auf.
Erfreulich ist, dass der Bass, auch in „schwierigen“ Räumlichkeiten nie lästig wird und überzeichnet oder gar dröhnt.
Insgesamt war sich die Jury einig, dass die Aulos, aufgrund fehlender Strohfeuereffkte, die im ersten Moment begeistern und auf die Dauer unsäglich nerven, ein sehr entspanntes und genussvolles Hören ermöglichen.
Kein Ringing

Ganz anders dann bei gut aufgenommenen CDs oder exzellenten SACDs.
Hier stellte er die Kalotten in Sachen Brillanz und Klangdefinition klar in den Schatten.
Der Grund liegt auf der Hand: Metallkalotten besitzen alle ein mehr oder weniger ausgeprägtes "Ringing", also Resonanzeffekte, die einen artifiziellen Glanz bewirken und der auf die Dauer bei schlechten Kalotten nerven kann.
Der Heil Hochtöner ist jedoch völlig frei von einem Ringing und liefert nur dann Information, wenn sie auch tatsächlich auf der Aufnahme drauf ist.
Fazit.
Der im sonnigen Ticino gefertigte Aulos Lautsprecher ist sowohl bei anspruchsvoller Klassik wie auch bei swingendem Jazz voll im Element.Der Heil A.M.T ist in Sachen Klangschönheit auch von weitaus teureren Systemen kaum zu schlagen.



