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Testbericht · BenQ · Kompaktkameras

Eine kleine Überraschung

BenQ DC X600 Digitalkamera

Von Matthias Schuler ·
So eine Überraschung: Obwohl sie sich aus der Zigarettenschachtel pellt, heisst sie BenQ DC X600. Ihre Verwandtschaft zu Pentax kann und will sie nicht verbergen.
So eine Überraschung: Obwohl sie sich aus der Zigarettenschachtel pellt, heisst sie BenQ DC X600. Ihre Verwandtschaft zu Pentax kann und will sie nicht verbergen.
So, so: Sie ist so klein, dass sie in eine Zigarettenschachtel passt. Das hatten wir schon mal.

Die Überraschung ist nur, die Kamera, die einem aus der Schachtel in die Hände fällt, nennt sich BenQ DC X600, und nicht Pentax.

Oder doch? Auf den ersten Blick gleicht sie einer Optio S6 wie eine Kamera der anderen.

Und der zweite Blick verrät, da steckt das bekannte Sliding-Lens-System drin, mit dreifach optischem Zoom, offiziell mit Pentax beschriftet.

Sowas, sowas

Sie hat in jeder Tasche Platz und kommt immer und überall mit. Nachteil davon: das exponierte Display leidet.
BenQ hat die Objektiv-Technologie eingekauft und verkauft nun die fertige Kamera mit sechs Megapixeln Auflösung und dreifach optischem Zoom (f=6.2 – 18.6 mm) zu einem attraktiven Preis.

Auch die Ausstattung lässt für eine immer-und- überall-dabei Kamera kaum Wünsche offen.

So zum Beispiel die Videofunktion mit 30 Bildern pro Sekunde im 650 x 480 Pixel-Format und einem brauchbaren Bildstabilisator.

Ebenfalls erwähnenswert die eingebauten 23 MB Speicher, natürlich erweiterbar mit SD-Karten, und das stabile Metallgehäuse, welches so manchen Unfug mitmacht.

Sooo gross, grösser geht's nicht

232'000 Bildpunkte entsprechen beinahe der VGA-Auflösung, was in Kombination mit gut 6.4 cm Diagonalen über 280 dpi entspricht.
So klein sie ist, so gross präsentiert die BenQ ihre Bilder auf dem LCDisplay.

Und zwar auf ganzen 2.5 Zoll oder gut 6.4 cm mit 232'000 Pixeln, was für dieses Format über 280 dpi Auflösung entspricht.

Und dies sieht man auch, sei dies bei notfallmässigen Präsentationen im kleinen Kreis oder zur zuverlässigen Bildkontrolle.

Dass diesem Luxus der optische Sucher zum Opfer gefallen ist, stört vermutlich wenig.

Als kleiner Wehrmutstropfen sei erwähnt, dass das exponierte Display gerade durch die Grösse anfällig wird auf Kratzer und Fingerabdrücke.

Sooo klein, kleiner geht's nicht

Beim Einfahren schwenkt die mittlere Linsengruppe nach oben ins Gehäuse. So sind ausgeschaltet 19 mm Gehäusetiefe und ein komplett versenktes und somit geschütztes Objektiv möglich.
Möglich macht dies das Sliding-Lens System, das BenQ von Pentax übernommen hat: Anstelle dass in eingefahrenem Zustand alle Linsen hintereinander sitzen, schwenkt die mittlere Linsengruppe nach oben ins Gehäuse.

Nach nun drei Jahren Praxiserfahrung lassen sich die anfänglichen Zweifel ob der Haltbarkeit dieser Mechanik klar zerstreuen.

In Kombination mit dem 6 Megapixel-Chip allerdings werden Grenzen sichtbar: Der Makrobereich beginnt erst ab 14 cm, im Weitwinkel verzeichnet die Optik schon stark tonnenförmig, und verliert gegen aussen sichtbar an Helligkeit.

Sooo handlich

Die bekannten Bedienelemente passend angeordnet: Für die meisten Handgrössen passt die BenQ perfekt.
Tatsächlich liegt sie ausgezeichnet in einer oder beiden Händen, trotz ihrer kleinen Masse (86 x 54 x 19 mm).

Und die Bedienelemente liegen dort, wo Zeigefinger und Daumen sie erwarten. Einzig letzterer verirrt sich schnell auf die Hochglanzoberfläche des grossen Displays, mit den bekannten Folgen.

Programm- und Menüstruktur sind schnell verstanden und gefallen. Die Grün-Modus Taste belegt den Vierwegeregler ausserdem mit wählbaren Parametern, so dass auf diese sehr schnell zugegriffen werden kann.

Sooo schön...

Keine Verdunkelungsgefahr: Blitz wie Hilfs-LED zur Fokussierung im Dunkeln sitzen weitab möglicher Finger, welche sich über sie legen könnten.
Die Freude beschränkt sich nicht nur aufs Äussere. Denn der grosse Chip hat, auch wenn er das Objektiv fordert, seine Vorteile.

Zum Beispiel rauschen dunkle Flächen beachtlich wenig, und auch die Lichtempfindlichkeit (maximal ISO 800 im Kerzenlichtmodus) hält sehr gut mit.

Auf etwas weitere Distanzen wünscht man sich allerdings einen stärkeren Blitz, obwohl sie – hier sei der Vergleich mit der Ur-Optio S von Pentax erlaubt – bezüglich Blitz und Empfindlichkeit bereits einen richtigen Schritt vorwärts gemacht hat.

Und dank eingebautem Hilfslicht (rote LED) fokussiert sie nun auch im Dunkeln.

Soweit sehr gut

Für eine Überraschung gut: Ihre Grösse ist nur eine ihrer Stärken, denn die Bilder der BenQ DC X600 können sich sehen lassen.
Sofort wissen die Bilder der BenQ DC X600 mit ihrem warmen Farbton zu gefallen.

Dabei kombiniert sie natürliche Farben mit ausgezeichnetem Kontrast, und der Weissabgleich trifft zuverlässig den Punkt.

Unter der Lupe verrät das Bild allerdings, dass die Schärfe und Detailzeichnung nicht so ihre Stärken sind.

Dies sei aber sofort in Relation zur kompakten Gehäusegrösse und dem kleinen Objektiv zu setzen, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Steckbrief
ModellDC X600
Preis499.00 CHF
HerstellerBenQ
VertriebBenQ Schweiz AG
Jahrgang2005
Masse86 x 54 x 19 mm mm
Gewicht0,13 kg
Farbesilber
Auflösung2816 x 2112, 2560 x 1920, 2304 x 1728, 2048 x 1536, 1600 x 1200, 1280 x 960, 640 x 480
Aufnahmedistanz15 cm- unendlich
Bildsensor6 Megapixel CCD
Brennweite6.2~18.6mm mm (35 mm KB)
DatenformatJPG,
Digitalzoom4 x
Empfindlichkeit ISOAuto / 100 / 200 / 400 / 800
LCD Monitor2.5” Color LTPS LCD, 232k Farben
ObjektivF2.7 / F5.2
Optisches Zoom3 x
Pixel6 Mega
SchnittstelleUSB
Speichermedien23 MB eingebaut, kompatibel mit SD-Karte
Verschlusszeit1/2000 ~ 4
VideoaufnahmeAVI (MPEG-4)
eingebauter Speicher23 MB MB

Testurteil

8 / 10

Plus

  • Funfaktor;Natürliche Bilder mit 6 Megapixeln Auflösung;Pentax-Objektiv mit optischem 3fach Zoom;riesiges Display

Minus

  • Makrobereich eingeschränkt (ab ca. 14 cm);Bildschärfe;Verzug des Objektivs im Weitwinkelbereich;

Profil: Ihre Grösse ist ihre Stärke, aber nicht nur: Sie kommt überall hin mit und macht richtig erwachsene Bilder.

Der Autor Matthias Schuler
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