21. Juli 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
31. Mai 2000
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Symmetrisch aufgebaut sind die LCR6 von B&W. So können in sie jede Position in einer Surround-Anlage einnehmen. Wir haben fünf dieser Boxen, erweitert um einen Subwoofer, mit Elektronik von Marantz kombiniert. Dabei ist eine Surround Sound-Anlage herausgekommen, die durch Homogenität, feine Auflösung und wuchtigen Klang überzeugt.

Die Anordnung

Was THX vorschreibt, wird auch für Dolby Digital gut sein. Drei identische Boxen vorne ergeben dank gleichem Klangcharakter und gleichem Abstrahlverhalten einen homogenen Klang. Kein Centerspeaker sticht hervor und zerstört durch zu starke Präsenz das Klangbild.

Um Musik zu hören ist das eine ideale Anordnung; für den Filmgenuss muss dort, wo der Centerspeaker steht, auch der Fernseher oder die Projektionsfläche hin, das bedeutet unter Umständen etwas Aufwand bei der Installation. Die hier getestete LCR6 von B&W kann allerdings auch liegend auf den Fernseher platziert werden.

Die Lautsprecher

Die LCR6 kann auch quer aufgestellt werden, als Centerspeaker auf dem TV-Gerät.
Die LCR6 kann auch quer aufgestellt werden, als Centerspeaker auf dem TV-Gerät.
Die Lautsprecher

Die LCR6 S2 wird vorzugsweise als Standbox aufgestellt. Mit einer Höhe von knapp 55 cm gehört sie jedoch zu den diskreten Modellen, und mit einem Gewicht von 13,5 kg kann sie auch – unter Einhaltung der nötigen Abstände - an der Wand befestigt werden. Da sie magnetisch geschirmt ist, stört sie auch in der Nähe eines Fernsehgerätes nicht. Genug Möglichkeiten also, diese Box im Heimkino zu platzieren.

Wir haben fünf davon für unseren Testaufbau verwendet, drei vorne und zwei seitlich hinten für die Surround-Kanäle. Als Subwoofer für den Bass in der Musik und für die Effekte im Filmton haben wir den ASW1000 diekret in einer Ecke aufgestellt. Die LCR6 S2 gehört zur 600er Serie von B&W, die verschiedene technische Neuerungen der Nautilus übernommen hat. Sie ist als 2 ½ -Weg-Bassreflexbox aufgebaut. 2 ½ -Wege, weil das eine 165 mm-Chassis ein Tieftörner ist und das andere ein Tiefmitteltöner.

Beide Lautsprecher haben eine Kevlar-Membran mit aufgesetzter projektilförmiger Staubschutzkappe zur Erhöhung der Stabilität. Als Hochtöner kommt eine 26 mm-Metallkalotte zum Einsatz.

Der Subwoofer

Die Vertiefungen in der Bassreflexöffnung unterdrücken Turbulenzgeräusche. Pegelfest und detailierte Einstellungsmöglichkeiten: Der B&W Subwoofer
Die Vertiefungen in der Bassreflexöffnung unterdrücken Turbulenzgeräusche. Pegelfest und detailierte Einstellungsmöglichkeiten: Der B&W Subwoofer
Für die tiefen Frequenzen kam der ASW1000 zum Einsatz – ein aktiver Subwoofer mit 120 Watt Leistung im Frequenzbereich von 25 Hz bis zur oberen Grenze, die sich im Bereich 40 Hz bis 140 Hz einstellen lässt.

Das 30 cm-Chassis ist in einem Bassreflexgehäuse untergebracht. Die Bassreflexöffnung ist – wie bei der LCR6 auch – mit Vertiefungen wie bei einem Golfball versehen. Damit sollen Turbulenzen und Verzerrungen reduziert werden.

Bei der Aufstellung der Box können die Abmessungen von 46 cm x 45 cm x 50 cm erschwerend wirken, nicht jedoch die akustischen Werte, lassen sich doch neben der oberen Grenzfrequenz auch der Pegel einstellen und die Phase des Signals wählen (0°/180°).

Die Elektronik

DVD-Spieler mit Tonvarianten: Stereo 96 kHz/24 Bit, Dolby Digital und DTS. AV-Receiver mit denselben Tonvarianten wie der DVD-Spieler und fünf kräftigen Endstufen (unten).
DVD-Spieler mit Tonvarianten: Stereo 96 kHz/24 Bit, Dolby Digital und DTS. AV-Receiver mit denselben Tonvarianten wie der DVD-Spieler und fünf kräftigen Endstufen (unten).
Für unsere Musik- und Heimkino-Anlage genügen zwei Elektronikkomponeten: der DVD-Spieler DV7000 von Marantz und der AV-Receiver SR7000, ebenfalls von Marantz. Mit ihrer Stereo-, Dolby Digital- und DTS-Fähigkeit können sie die meisten der aktuellen Musik- und Filmtonformate von zwei bis 5.1-Kanälen wiedergeben, inklusive 96 kHz/24 Bit-PCM-Ton. Der Receiver SR7000 schaltet als AV-Zentrale drei analoge und fünf digitale Eingänge, zwei analoge und zwei digitale Ausgänge sowie sechs Videoquellen mit drei Ausgängen (alle sowohl in Video als auch in S-Video-Qualität). Die Zuordnung der digitalen Eingänge zu den Quellen erfolgt im Bildschirmmenu.

Sender stehen 50 Speicher zur Verfügung. Sechs Kanäle als Direkteingang für einen externen Decoder gehören ebenso zur Ausstattung wie die 5.1-Kanal Vorverstärker-Ausgänge. Fünf identische Endverstärkerkanäle geben ihre Leistung an die Lautsprecher weiter.

Die Einstellungen und Einpegelungen der Anlage erfolgen über das Bildschirmmenu, das einfach aufgebaut und intuitiv verständlich ist. Gesteuert wird über die Fernbedienung, die nicht nur alle Funktionen des SR7000 kennt, sondern auch lernfähig ist, das heisst die Befehele anderer Geräte speichern kann.

Der DV7000 von Marantz spielt die DVD, die Video-CD und die Audio-CD. Zwei digitale Ausgänge (optisch und koaxial) geben PCM (auch 96 kHz/24 Bit) und die Bitströme für AC-3 und DTS aus. Das Videosignal gelangt über zwei Scart-Stecker, einen Cinch- oder einen Hosiden-Anschluss zum TV-Gerät oder AV-Verstärker. Damit sind nicht nur Composite- und Y/C-, sondern auch RGB-Signale darstellbar. Für die Grundeinstellungen bietet der DV7000 ein Bildschirmmenu.

Hörtest

Im Hörtest kamen Musik und Filmton in den 5.1-Formaten Dolby Digital und DTS zum Zug, sowie Musik in Stereo mit 96 kHz/24 Bit. Inakustik hat eine DVD mit der Blues Company herausgegeben, auf der einen Seite in Stereo mit 96 kHz/24 Bit, auf der anderen mit Dolby Digital-5.1.

Die klangliche Lebendigkeit kommt in der Stereoversion voll zum Ausdruck. Die B&W-Boxen erweisen sich als ausgewogen und präzis; die Instrumente sind fein definiert und räumlich gut zu orten. Bei der Surround Sound-Version fällt der ganze klangliche Zusammenhang auseinander. Das hat allerdings nichts mit der Anlage zu tun, sondern mit der Abmischung auf der DVD, die mit auf alle Kanäle verteilten Instrumenten die Musik nicht als zusammenklingendes Ganzes wiedergeben kann. Der Klang ist nach wie vor recht dynamisch, im Vergleich zu vorher jedoch etwas dumpf. Bei der DMP Big Band ab DTS-CD klingen die Bläser warm und voll; das Schlagzeug ist extrem fein aufgelöst, die Räumlichkeit ist angenehm, das heisst spürbar ohne aufdringlich zu werden.

Für Musik in Dolby Digital ist Denon zuständig mit seiner Ambience-Serie. Orgelaufnahmen aus dem Bonner Münster demonstrierten die Räumlichkeit, die mit fünf identischen Boxen erzeugt werden kann. Die Orgel füllt mit ihrem Klang den ganzen Raum, ohne das jedoch alles zu einem Brei vermischt würde. Ein Tester spürte gar die Kühle der Kirche, als er die Augen schloss!

Hatte die Anlage bisher sehr homogen gespielt mit einer Dynamik, die der musikalischen Bewegung ohne Schwierigkeiten zu folgen vermochte, kam die Extremprobe mit dem Filmton. In "Virus" müssen ein paar Maschinen zerstört werden, die die Menschheit ausrotten wollen. Das Geschehen spielt sich auf hoher See ab, einer Gegend also, die mit schweren Stürmen, meterhohen Wellen und hereinbrechenden Wassermassen genug Sujets für einen dramatischen Ton bietet.

Und hier zeigt die Anlage ihre Leistungsfähigkeit. Die Verstärker bringen die geforderte Dynamik ohne Verzerrungen, die Lautsprecher behalten ihre Klarheit und feine Auflösung, und der Subwoofer scheint erst jetzt aufzuwachen. Nichts für empfindliche Nachbarn! Er liefert ein Bassfundament, wie es vom Kino her bekannt ist, kräftig, sauber und präzis. Der Sturm wirkt beeindruckend, nicht zuletzt wegen der feinen Details, die seitlich und hinten die angespannte Situation auf dem Schiff hörbar machen.

Fazit

Fünf identische Boxen ist der Geheimtip bei der Wiedergabe von Surround Sound: kein Lautsprecher, der besonders hervorsticht oder untergeht, sondern homogenes Klangbild rundum.

In der Version mit den fünf LCR6 von B&W ist das Klangbild zudem ausgewogen und fein aufgelöst, was mit den kräftigen, gut mit den Boxen zusammenpassenden Endstufen des SR7000 eine Raumfülle ergibt, die durch Lebendigkeit und Dynamik besticht. Das gelungene Zusammenspiel der Anlagenkomponenten zeigt sich auch bei der fein definierten Wiedergabe hochaufgelösten Stereomaterials.

Für die tiefen Frequenzen ist ein Subwoofer nötig, denn die LCR6 reichen nicht bis ganz hinunter. Der ASW1000 schafft eine klare, kräftige und präzise Wiedergabe der Tiefen bei Musik; beim Filmton kommt dank des 120 W-Verstärkers eine Wucht hinzu, welche die nötige Angst durchaus einzuflössen vermag. Der ASW1000 eignet sich auch für grosse Wohnräume.
STECKBRIEF
Preis:
LCR6 930.- CHF / ASW1000 Fr. 1390.- CHF / Marantz SR7000 1990.- CHF / Marantz DV7000 1590.- CHF
Profil:
Die Surround Sound-Anlage mit rundum homogenem Klang und aufrüttelnder Dynamik für Musik und Filmton, die auch 96 kHz/24 Bit mit Bravour meistert.
Pro:
- homogener Klang
Contra:
-
Ausstattung:
System:
2 ½-Wege, Bassreflex magnetisch abgeschirmt
Treiber:
1 x 165 mm Tieftöner
1 x 165 mmMittel/Tieftöner
1 x 26 mm Hochtonkalotte
Technische Daten:
Frequenzbereich:
- 6 dB bei 48 Hz und 30 kHz
Frequenzgang:
58 Hz bis 20 kHz
+/- 3 dB auf Achse
Wirkungsgrad:
89 dB SPL (2,83 V/1 m)
harmonische
Verzerrungen:
K2 & K3 < 1%
Nennimpedanz:
8 Ohm (min. 6 Ohm)
Übergangsfrequenzen:
300 Hz,
Wettbewerb