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Testbericht

British Art of Sound

Richmond 3

Von Hans Jürg Baum ·
Richmond 3, ein Kleinod vom englischen Lautsprecherspezialisten Castle.
Richmond 3, ein Kleinod vom englischen Lautsprecherspezialisten Castle.
Die sehr schön und hochwertig verarbeitete Castle Richmond 3 Lautsprecher kommen aus Skipton in North Yorkshire und liegen voll im Trend zu kleinen, hochwertigen Lautsprechern.

Klein und fein

Top Sound dank hochwertiger Chassis
Top Sound dank hochwertiger Chassis
Bestückt ist die nur 28 cm hohe und knapp 17 cm breite Kleinbox mit hochwertigen Chassis. Erhältlich ist sie in diversen Echtholzfournieren wie Kirsche, Ahorn, Nussbaum, Eiche, schwarz und mit Aufpreis auch in Eibe.
Die Richmond 3 eignen sich nicht nur als hochwertige Stereolautsprecher, sondern auch als kompakte und basstüchtige Surroundboxen in Heimkinoanlagen. Die Empfindlichkeit ist für eine Kleinbox recht gut. Sie benötigt allerdings einen guten Verstärker mit mindestens 2x20 Watt, um ihre Fähigkeiten entfalten zu können.
Die Bassreflexöffnung strahlt bei dieser Box nach hinten. Bei optimalem Abstand zur Rückwand ergibt sich ein verblüffend tief reichender Bassbereich.

Hohe Klangkultur

Von nobler Herkunft: Castle from England
Von nobler Herkunft: Castle from England
Obwohl sich die klanglichen Unterschiede unter den Boxen aus verschiedenen Ländern in den vergangenen Jahren etwas angeglichen haben, ist eines immer noch klar: Die Engländer verabscheuen grelle, harte Sounds mit zischelnden Höhen und lieben eine hohe Klangkultur.
Auch die Richmond passt genau in dieses Cliché. Ihr Klang ist ausgewogen und neutral. Warm und dezent kommen die Höhen. Das Auflösungsvermögen ist trotzdem gut.
Der Bassbereich ist abhängig von der Platzierung. In einem Regal und mit einer Distanz von rund 5 cm zur Rückwand ist ein Bass zu hören, welcher man dieser Kleinbox nie zutrauen würde. Und zwar ist es kein aufgeblähter Mid-Bass, sondern ein klarer Bass mit akzeptablem Tiefgang. Orgelsubbässe von einer derart kleinen Box zu verlangen, wäre unrealistisch. Für Sounds aus dem tiefen Keller, empfiehlt sich ein aktiver Subwoofer.
Doch auch ohne zusätzliche Bassverstärkung waren bei klassischer Musik erfreute, ja begeisterte Kommentare zu hören. Die kleine Britin spielte sich innert kürzester Zeit in die Herzen der Testhörer. Traumhaft schön bringt die kleine Engländerin Stimmen und Streicherwerke. Wenngleich sie gewiss nicht die richtige Box für Technofreaks und Pegelfetischisten ist, so kann sie bei lockerem Swing die Füsse der Hörer zum Wippen bringen und auch bei gemässigtem Pop und Rock einen gefälligen Sound in den Abhörraum zaubern.

Fazit

Die Richmond 3 ist ein kleines Juwel, das Ohren und Augen entzücken kann. Dass sie nicht ganz billig ist, kann man ihr angesichts der gebotenen Leistungen gewiss verzeihen.
Steckbrief
Preis770.- Franken das Paar
Ausstattung1 x 19 mm-Kalotten-Hochtöner,
1 x Tief-Mitteltöner mit 13 cm-Karbon Fibre-Membran,
Anzahl Wege: 2,
Bi-Wiring: Nein
Technische DatenMasse (BxHxT) 16,5 x 28 x 19 cm
Empf. Verstärkerleistung: 15 – 70 Watt
Impedanz: 8 Ohm

Testurteil

Plus

  • sehr schöne Verarbeitung,
  • kompakte Abmessungen,
  • sehr gute Klangqualität

Minus

  • begrenzter Tiefstbassbereich

Profil: Sehr schön verarbeitete und klanglich hochwertige Kleinbox vom englischen Lautsprecherspezialisten Castle.

Der Autor Hans Jürg Baum

Hans Jürg Baum ist Mitgründer von avguide.ch und war zehn Jahre lang Geschäftsführer. Der Musiker schrieb zwei Jahrzehnte lang über Audio-Komponenten, Kopfhörer und Musik — Schwerpunkt Klassik und Barock in HiRes.

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