TESTBERICHT
Nikon Z50II: Eine spiegellose Kamera im APS-C-Format mit verbessertem Bildprozessor, Schwenkdisplay und erweiterten 4K-Videofunktionen.Nikon Z50II: Eine spiegellose Kamera im APS-C-Format mit verbessertem Bildprozessor, Schwenkdisplay und erweiterten 4K-Videofunktionen.

«Kompakt, klein, leicht und dennoch gut zu halten», so die einhellige Meinung der Personen, denen ich die neue Nikon Z50II in die Hände gab. Zusammen mit dem APS-C-Kitobjektiv DX 16–50, 3.5–6.3 wiegt die betriebsbereite Kamera nur knapp 680 Gramm. Damit ist sie zwar 100 Gramm schwerer als ihr fünf Jahre alter Vorgänger, die Z 50, aber immer noch ein Leichtgewicht im Vergleich zu den Z-Vollformatmodellen.

Bei den Abmessungen ist die neue Kamera 3 mm höher und 7 mm tiefer geworden, die Breite bleibt mit 126,5 mm unverändert gegenüber dem Vorgänger. Auch an der Vorderseite hat sich bei den Bedienungselementen wenig geändert. Nur die Typenbezeichnung wurde weggelassen und eine Videoaufnahme-Leuchte ist oben rechts hinzugekommen.

Am meisten überarbeitet wurde die Rückseite. Die drei Touch-Tasten am Display der Z 50 wurden durch richtige Knöpfe ersetzt. Die oft benötigte Info-Taste wurde neu über dem Steuerkreuz angeordnet und die Löschtaste von unten rechts nach oben links gezügelt. Die Tastenanordnung gleicht nun der einer Z6III, vom fehlenden Joystick mal abgesehen.

 

Mehr Knöpfe: Aus den Touch-Tasten des Vorgängers Z 50 wurden bei der Nikon Z50II (rechts) richtige Knöpfe. Die Anordnung wurde leicht geändert.Mehr Knöpfe: Aus den Touch-Tasten des Vorgängers Z 50 wurden bei der Nikon Z50II (rechts) richtige Knöpfe. Die Anordnung wurde leicht geändert.

Bildauflösung wie gehabt

Die Auflösung des APS-C-Bildsensors, von Nikon DX-Format genannt, bleibt auch bei der Z50II weiterhin bei effektiven 20,9 Megapixel. Dies ist in dieser Kameraklasse der niedrigste Wert, verglichen mit Mitbewerbern wie Canon, Fujifilm oder Sony mit 24, 26 und noch mehr MP. Selbst das Micro-FourThirds-Format bietet bereits 25 Megapixel an Auflösung. Hier hätte ich mir von Nikon eine Steigerung auf mindestens 24 Megapixel gewünscht.

Die Grösse und Auflösung des Displays bleiben gegenüber der Z 50 mit 3,2 Zoll (ca. 8 cm) und 1,04 Millionen Bildpunkten ebenfalls unverändert. Neu lässt sich das Display auch zur Seite ausschwenken und nach vorne drehen.

Beim elektronischen Sucher ist hingegen eine deutliche Verbesserung feststellbar, wurde seine Helligkeit mit 1000 cd/m2 gegenüber dem Vorgänger beinahe verdoppelt. Laut Hersteller ist dies der hellste Sucher in seiner Klasse.

Vorne kaum Änderungen: An der Kamerafront wurde bei der Nikon Z50II (unten) ausser der Beschriftung nicht viel verändert. Auch die Auflösung des Sensors ist mit 20,9 Megapixel gleich geblieben.Vorne kaum Änderungen: An der Kamerafront wurde bei der Nikon Z50II (unten) ausser der Beschriftung nicht viel verändert. Auch die Auflösung des Sensors ist mit 20,9 Megapixel gleich geblieben.

Neben den überschaubaren äusseren Anpassungen wurde die Z50II im Innern kräftig aufgebohrt. Mit dem Expeed-7-Bildprozessor aus den Vollformatmodellen Z8/Z9 und Zf/Z6III wird die Datenverarbeitung beschleunigt und das AF-System erweitert. Vor allem Autofokus-Geschwindigkeit, Motiverkennung, Serienbilder und Videoformate profitieren deutlich davon.

Bei der Z 50 war die Motiverkennung auf Menschen und bei Tieren vor allem auf Katzen und Hunde beschränkt. Die Z50II erkennt nun neben Menschen und vielen Tieren speziell auch Vögel, Fahrzeuge wie Autos, Motorräder, Velos, Züge und Flugzeuge. Zudem ist eine Automatik wählbar, die selbstständig die unterschiedlichen Motive erfasst.

Die Serienbildgeschwindigkeit wurde von 11 auf 30 JPG-Bilder pro Sekunde erhöht. Beim Filmen in 4K/UHD darf nun mit bis zu 60 fps aufgenommen werden. Bei der Z 50 war bei 30 Bildern Schluss. Neu gibt es auch eine spezielle Einstellung für Produktpräsentationen.

Blitz, Speicher und Energie

Wie schon die Z 50 besitzt auch die Mark-II-Version ein eingebautes Blitzgerät. Es hat Leitzahl 7.7, wird manuell entriegelt und klappt dann hoch. Leider nicht sehr weit, sodass bei bestimmten Objektivlängen ein Schatten beim Fotografieren mit ins Bild kommt.

Über den Zubehörschuh lassen sich auch optionale Blitzgeräte anschliessen. Die Z50II wechselt dann im Fotoaufnahmemenü automatisch zu «Blitzsteuerung (extern)». Der eingebaute Blitz kann jedoch nicht als Master für das Nikon «Creative Lighting System (CLS)» verwendet werden.

Unten einschieben: Die Nikon Z50II wird auf der Unterseite mit Speicherkarte und Akku gefüttert.Unten einschieben: Die Nikon Z50II wird auf der Unterseite mit Speicherkarte und Akku gefüttert.

Die Nikon Z50II besitzt einen UHS-II-konformen Speicherkarteneinschub für SD-Kärtchen unten am Kameraboden gleich neben dem Akkufach. Dieses nimmt Lithiumionenakkus vom Typ EN-EL25a auf. Dieser Akku bietet 130 mAh mehr als sein Vorgänger EN-EL25, der noch mit der Z 50 mitgeliefert wurde. Er darf auch weiter in der Z50II verwendet werden, mit entsprechender Leistungseinschränkung.

Trotz der höheren Leistung des EN-EL25a sollte noch ein zweiter Akku als Reserve beschafft werden. Der neue Bildprozessor und die damit verbundene Leistungssteigerung verbrauchen auch mehr Strom. Und dann gleich noch ein Akkuladegerät dazu bestellen, denn wie bei allen neuen Nikon-Kameras befinden sich weder ein Ladegerät noch ein USB-Netzadapter im Lieferumfang. Es liegt nur noch ein USB-C-Kabel bei.

Immerhin gibt es nun einen USB-Typ-C-Anschluss an der Z50II. Dieser ist PD-kompatibel (Power Delivery), was eine flexible Energieversorgung ermöglicht. So lässt sich Strom per Powerbank oder von einem Computer einspeisen. Dabei muss sich jedoch immer ein Akku in der Kamera befinden. Dann kann entweder der Akku geladen oder die Kamera benutzt werden. Gleichzeitiges Betreiben der Kamera und Laden des Akkus ist nicht möglich.

Praxistipp: Für den Einsatz draussen ein mindestens 1 Meter langes USB-C-Kabel beschaffen. Eine kleine PD-Powerbank in der Hosentasche mitführen, das USB-C-Kabel dran und die Z50II bleibt ständig bei 100 Prozent Batterieleistung. Jedenfalls so lange die Powerbank durchhält.

Verbindungen nach aussen

An der Nikon Z50II lässt sich ein externes Mikrofon anschliessen. Eine Kopfhörerbuchse ist nun ebenfalls vorhanden. Sie dient gleichzeitig als Fernbedienungsanschluss mit automatischer Umschaltung.

Unter diesen beiden 3.5-mm-Buchsen befindet sich der HDMI-Eingang, leider nicht in der robusten Standardgrösse, sondern in der fehleranfälligen kleinsten Typ-D-Norm. Zuunterst wurde der USB-Typ-C-Anschluss eingebaut.

Die Z50II kommuniziert kabellos über WiFi (IEEE 802.11b/g/n/a/ac) sowie Bluetooth 5.0. Die SnapBridge-App verbindet Kamera und Mobilgerät, das eingebaute WLAN Computer oder FTP-Server. Bilder lassen sich direkt nach der Aufnahme automatisch hochladen.

Neu befindet sich im Netzwerkmenü ein «Nikon Image Cloud»-Reiter. Der kostenlose Cloud-Service von Nikon, der mit der Z6III eingeführt wurde, ermöglicht die Bildübertragung von der Kamera, automatische Firmware-Updates und den Bezug von kostenlosen Farbprofilen und Einstellungskonfigurationen. Nach einer einmaligen Einrichtung stellt die Kamera dann die Verbindung automatisch her, sobald sie eingeschaltet wird.

Die Z50II kann über die Nikon Software NX-Tether von einem Computer aus gesteuert werden. Auch das ferngesteuerte synchrone Auslösen mehrerer Kameras ist möglich.

Kabelanschlüsse: Die Nikon Z50II ist mit Mikrofon- und Kopfhörer-Eingang ausgestattet. Unter der kleinen HDMI-Buchse befindet sich ein USB-Typ-C-Anschluss.Kabelanschlüsse: Die Nikon Z50II ist mit Mikrofon- und Kopfhörer-Eingang ausgestattet. Unter der kleinen HDMI-Buchse befindet sich ein USB-Typ-C-Anschluss.
Fernsteuern und uploaden: Mit der SnapBridge-App lässt sich die Nikon Z50II per Smartphone bedienen und Fotos in den «Nikon Image Space» hochladen.Fernsteuern und uploaden: Mit der SnapBridge-App lässt sich die Nikon Z50II per Smartphone bedienen und Fotos in den «Nikon Image Space» hochladen.
Erweiterte Möglichkeiten: Aus der Nikon Image Cloud eine Anwendung auswählen und die dazugehörige Einstellungskonfiguration auf die Z50II laden.Erweiterte Möglichkeiten: Aus der Nikon Image Cloud eine Anwendung auswählen und die dazugehörige Einstellungskonfiguration auf die Z50II laden.

Die Nikon Z50II kommt mit einem beidseitig bedrucktem Blatt Papier daher, das grosszügig als «Benutzerhandbuch inkl. Garantiebeleg» bezeichnet wird. Darauf sind die ersten Schritte der Kamerabedienung und viele Sicherheits- und Vorsichtshinweise untergebracht.

Wer mehr wissen und alle Funktionen mit ihren zahlreichen Menüeinstellungen erkunden möchte, sollte unbedingt die Referenzanleitung von der Nikon-Website herunterladen. Diese Anleitung umfasst für die Z 50 noch 650 Seiten, für die Z50II sind weitere 350 hinzugekommen, sodass nun knapp über 1000 Seiten an Bettlektüre auf den Benutzer warten!

Anmerkung: Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ich die Kamerabezeichnungen mal mit Leerzeichen dazwischen, mal ohne schreibe. Seit der Z6III und der Z50II ist Nikon selbst von der alten Schreibweise weggekommen und schreibt nun alles zusammen. Dies übernehme ich so, belasse aber bei den vorherigen Modellen die alte Schreibweise.

Ideale Reisebegleitung

Leichtes Gepäck: Mit dem Kit-Objektiv DX 16-50 mm kommt die Z50II äusserst kompakt daher und passt problemlos in eine Manteltasche.Leichtes Gepäck: Mit dem Kit-Objektiv DX 16-50 mm kommt die Z50II äusserst kompakt daher und passt problemlos in eine Manteltasche.

Im Test hatte ich das Nikon Z50II Zoom-Kit mit dem Nikkor Z DX 16-50 mm 1:3,5-6,3 VR und dem Nikkor Z DX 50-250 mm 1:4,5-6,3 VR. Auf Kleinbildformat umgerechnet (Faktor 1,5) decken die beiden Objektive einen Brennweitenbereich von 24 bis 75 mm und 75 bis 375 mm ab.

Mit dem aufgesetzten DX 16-50 mm zeigt sich die Z50II äusserst kompakt. Wenn der Objektivtubus eingezogen ist, ragt die Optik nur noch 32 mm von der Bajonettauflage hervor. Dieses Gespann passt dann problemlos in eine Manteltasche. Das Telezoom DX 50-250 mm ist zwar etwas länger und schwerer, es misst 11 cm und wiegt 405 Gramm, bleibt jedoch noch ein Leichtgewicht.

Beide Objektive verfügen über einen schnellen und leisen Autofokus sowie integrierte Bildstabilisatoren, die im Nikon-Jargon als VR für «Vibration Reduction» bezeichnet werden. Diese Bildberuhigung ist auch nötig, besonders für Aufnahmen aus der Hand, da die Nikon Z50II, wie schon ihr Vorgänger, selbst keinen Sensorshift-Stabilisator im Kameragehäuse (IBIS) eingebaut hat.

Neben dem Zoom- und Steuerring besitzen beide Objektive keine weiteren Tasten oder Schalter. Der Stabilisator wird im Kameramenü ein- und ausgeschaltet. Mit dem Steuerring kann entweder manuell scharf gestellt oder eine im Menü festgelegte Funktion wie Blendensteuerung, Belichtungskorrektur oder ISO-Anpassung ausgeführt werden.

Übersichtlich: Die Nikon Z50II lässt sich über das Funktionswahlrad und die beiden Einstellräder rechts vorne und hinten sowie viele Direkttasten zügig und sicher bedienen.Übersichtlich: Die Nikon Z50II lässt sich über das Funktionswahlrad und die beiden Einstellräder rechts vorne und hinten sowie viele Direkttasten zügig und sicher bedienen.

Beinahe Einhand-Bedienung

Die wichtigsten Bedienungselemente findet man alle auf der rechten Kameraseite. Damit lässt sich die Z50II nur mit einer Hand bedienen. Beinahe, denn um die Betriebsart umzuschalten, zum Beispiel auf Serienbilder, braucht es dann doch die linke Hand. Die Taste dafür befindet sich neben der Löschtaste, ganz links aussen an der Kamera.

Auf der Oberseite der Z50II sind wie schon bei der Z 50 alle Tasten bequem mit Daumen und Zeigefinger erreichbar. Der Einschalthebel ist um den Auslöser herum angeordnet, darunter befinden sich die Tasten für Videoaufnahme, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungskorrektur.

Beim Programmwählrad ist ein dritter Benutzerspeicher (U3) hinzugekommen. Die vorher dort platzierte Effektposition wurde auf eine eigene Taste ausgelagert und prominent unter die ISO-Einstellung platziert. Unter dem Wählrad sitzt nach wie vor der praktische Umschalthebel für Foto- oder Videobetrieb.

Das Programmwählrad besitzt neben den klassischen PSAM-Modi auch eine Vollautomatik- und Motivprogramm-Position. Damit lässt sich die Z50II von Einsteigern wie von erfahrenen Nikon-Fotografinnen und -Fotografen von Anfang an problemlos «automatisch» bedienen.

Mit dem tieflaufenden, gummierten Griff kann ich die Kamera sicher und fest in der Hand halten. Bei grösseren Händen findet der kleine Finger jedoch keinen richtigen Halt mehr am Griff und pendelt etwas verloren unter der Kamera hin- und her. Die obere Funktionstaste vorne am Bajonett erreicht man bequem mit dem Zeigefinger, für die untere Taste muss sich der Ringfinger schon etwas strecken.

Entriegeln vor fotografieren

Bevor es mit Filmen oder Fotografieren losgeht, muss das Objektiv entriegelt und ausgefahren werden. Dabei ist schon etwas Kraft nötig, um das Objektiv aus der eingerasteten Position herauszudrehen. Zu Beginn traut man sich noch nicht so recht. Wird die Kamera mit eingezogenem Objektiv eingeschaltet, erscheint ein Warnhinweis am Display.

Neben dem Einstellring der Kit-Objektive und der mit Funktionstasten ausgestatteten Objektive können auch die beiden vorderen Funktionstasten sowie beinahe alle anderen Bedienungselemente vom Benutzer mit verschiedenen Funktionen belegt werden. Und zwar getrennt fürs Fotografieren, Filmen und Wiedergeben. Auch die neu hinzugekommene Effekttaste lässt sich anpassen. Damit kann man die Z50II auf seine eigene Arbeitsweise hin optimieren.

Benutzerdefinierte Bedienelemente: Beinahe jede Taste an der Nikon Z50II lässt sich mit einer anderen Funktion belegen.Benutzerdefinierte Bedienelemente: Beinahe jede Taste an der Nikon Z50II lässt sich mit einer anderen Funktion belegen.

Selbst die Inhalte des «i-Menüs», die nach Drücken der Nikon-typischen «i»-Taste erscheinen, dürfen ausgewählt werden. Ebenso die Anzeigeoptionen im Monitor und im Sucher bei der Aufnahme wie bei der Einzelbildwiedergabe. So etwa ein virtueller Horizont, Gitterlinien, Fokusmessfeld, Aufnahmedaten, RGB-Histogramm usw.

Auf den Aufnahme-Schirm: In fünf verschiedenen Anzeigen lassen sich die vom Benutzer gewünschten Optionen speichern.Auf den Aufnahme-Schirm: In fünf verschiedenen Anzeigen lassen sich die vom Benutzer gewünschten Optionen speichern.

Wem dies noch nicht reicht, der speichert seine häufig verwendeten Einstellungen auf die Positionen U1, U2 oder U3 des Programmwählrads. Dort stehen sie dann zum schnellen Abruf bereit. Schliesslich kann man seine ständig gebrauchten Menü-Positionen in einem eigenen Menüpunkt «Mein Menü» zusammengefasst unterbringen.

Persönliche Auswahl: Unter «Mein Menü» lassen sich bei der Nikon Z50II häufig gebrauchte Menü-Positionen zusammenfassen.Persönliche Auswahl: Unter «Mein Menü» lassen sich bei der Nikon Z50II häufig gebrauchte Menü-Positionen zusammenfassen.

Die Nikon Z50II lässt sich über die vielen Direkttasten und Einstellrädchen am schnellsten bedienen. Die Smartphone-Generation oder Fingertipper dürfen die meisten Funktionen auch über den Touchscreen auslösen. Ich kombinierte beides und habe als Beispiel das AF-Messfeld direkt am Screen per Fingertipp platziert, jedoch Blende und Verschlusszeit über die Einstellräder angepasst.

Aus Fehlern gelernt: Der Bildschirm der Z50II (rechts) lässt sich seitlich ausklappen und nach vorne drehen. Bei der Z 50 klappte er nur nach unten und war für Selfies kaum brauchbar.Aus Fehlern gelernt: Der Bildschirm der Z50II (rechts) lässt sich seitlich ausklappen und nach vorne drehen. Bei der Z 50 klappte er nur nach unten und war für Selfies kaum brauchbar.

Klappt jetzt nach aussen

Nikon hat aus den Fehlern gelernt und stattet die Z50II mit einem echten Selfie-Monitor aus. Er lässt sich nun wie gewohnt auch seitlich ausklappen und nach vorne drehen. Beim Vorgänger konnte er nur nach unten klappen und war für Youtuber und Selfies kaum zu gebrauchen.

Zusatznutzen des Drehmechanismus: Wird der Bildschirm ausgeklappt und mit dem Rücken nach aussen wieder zugeklappt, ist das Display perfekt gegen Kratzer und andere «Zusammenstösse» geschützt.

Nach wie vor geht die Kamera leider automatisch in den «Selbstporträt-Modus» über, sobald der Bildschirm nach vorne gedreht wird. Dann funktionieren so ziemlich alle wichtigen Bedienungselemente nicht mehr. Nur noch das Selbstauslöser-, das Belichtungskorrektur- und das Produktprüfungen-Symbol lassen sich antippen.

Default-Einstellung: Kein Kameradefekt, im Selfie-Modus blockiert die Nikon Z50II die meisten Tasten.Default-Einstellung: Kein Kameradefekt, im Selfie-Modus blockiert die Nikon Z50II die meisten Tasten.

Wer dies nicht weiss, denkt zuerst an einen Defekt der Kamera. Es lassen sich weder Fokusmodi noch Blende, Belichtungszeit oder ISO, weder Videoauflösung noch Tonaussteuerung einstellen. Verschärfend kommt hinzu, dass dieses Verhalten als Kamera-Default bei der Auslieferung automatisch aktiviert ist.

Erst auf Seite 827 im Referenzhandbuch kommt die Erlösung: Im Systemmenü unter «Selbstporträt-Modus» kann diese Blockierung ausgeschaltet werden. Okay, der Hinweis steht auch bereits auf Seite 55 des Handbuchs ganz unten im Kleingedruckten. Aber wer liest schon das Referenzhandbuch, geschweige denn das Kleingedruckte?

Motivwahrnehmung und Scharfstellung

Die Motiverkennung der Z50II, von Nikon elegant als «Motivwahrnehmung» bezeichnet, wurde gegenüber dem Vorgänger stark erweitert und kann automatisch erfolgen oder auf Personen, Tiere, Verkehrsmittel oder Flugzeuge fixiert werden. Natürlich lässt sie sich auch ganz abschalten. Im Gegensatz zur Z6III ist hier eine eigene «Vogel»-Motiverkennung vorhanden und die Augenerkennung arbeitet nun auch beim Videofilmen. Letzteres war bei der Z 50 erst ab Firmware-Update 2.40 möglich.

Erkennt die Z50II mehrere Gesichter oder Augen, kann per Pfeiltasten das gewünschte ausgewählt werden. Bewegt sich ein erkanntes Gesicht, verfolgt es die Z50II und führt das Fokusfeld nach. Die Augenerkennung überschreibt das gewählte Autofokusfeld, wenn sich das erkannte Auge ausserhalb des Feldes befindet, und stellt auf das Auge scharf.

Durch den schnelleren Prozessor werden sowohl Motiverkennung wie Scharfstellung um einiges verbessert. Bei Schnelligkeit und Treffsicherheit kommt die Z50II schon in die Nähe der Vollformat-Boliden Nikon Z8 oder Z9, was mich positiv überrascht hat. Nur bei den Fokuspunkten muss sich die neue Kamera mit 209 geschlagen geben. Die Z6III hat 299, die Z8 und Z9 sogar 493 Punkte.

Die automatische Scharfstellung lässt sich dem Aufnahmeobjekt anpassen. Einzel- oder Dauerfokus, Art und Grösse des Messfelds, Objekterkennung und Verfolgung sowie Tracking-Empfindlichkeit stehen zur Verfügung.

Automatisch oder manuell: Das AF-Messfeld wählt die Nikon Z50II selbstständig oder kann vom Fotografen gewählt werden. Die Motivwahrnehmung geschieht ebenso automatisch oder wird auf Personen, Tiere, Vögel, Fahrzeuge oder Flugzeuge fixiert.Automatisch oder manuell: Das AF-Messfeld wählt die Nikon Z50II selbstständig oder kann vom Fotografen gewählt werden. Die Motivwahrnehmung geschieht ebenso automatisch oder wird auf Personen, Tiere, Vögel, Fahrzeuge oder Flugzeuge fixiert.

Beim Testen erfolgte die Motiverkennung bei freiem Blickfeld und ausreichend Licht problemlos und sicher. Die Augen wurden auch bei leichter Abwendung des Kopfs zur Kamera oder durch feine Haarsträhnen hindurch scharf gestellt. Hier konnte die Nikon Z50II durchaus überzeugen, wenn man bedenkt, dass die Kitobjektive mit ihren Anfangsblenden von f/3,5 und f/4,5 nicht zu den lichtstärksten gehören.

Katzen, Hunde, Enten, Gänse, Vögel und Ziegen wurden ebenso erkannt wie Autos, Motorräder und Flugzeuge. Wie schnell und sicher hing dabei von Motivgrösse, Geschwindigkeit, Bewegung, Farbe und Hintergrund ab.

Bei Personen konnte ich keinen grossen Unterschied zwischen der automatischen Erkennung und der nur auf Personen festgelegten Option erkennen. Anders sah es bei Vögeln aus. Hier lohnt es sich, die spezielle Vogel-Option auszuwählen statt die Automatik oder die Tiere-Option. Dann packt die Z50II auch schneller und sicherer zu als die Z6III, der eine Vogel-Option fehlt. Und die hoffentlich als Firmware-Update nachgeliefert wird.

Auch bei Flugzeugen wurde in der «Flugzeug»-Motiverkennung, je nach Grösse des Fliegers, noch etwas schneller und treffender der Rumpf, die Nase oder das Cockpit erkannt als in der automatischen Auswahl. Diese ist vor allem dann von Vorteil, wenn man zwischen vielen verschiedenen oder unvorhersehbaren Motiven wechselt. Zum Beispiel spielende Kinder mit Tieren, Pferd und Reiter oder Personen, Fahrzeuge, Flugzeuge und Vögel rund um den Flughafen.

Schnelle Schüsse

Die Aufnahmebetriebsart wird über den äussersten Knopf links am Kamerarücken eingestellt. Neben «Einzelbild» sind hier fünf Varianten von Serienbildern wählbar. Mit Bildqualität NEF-RAW und JPEG können mit dem mechanischen Verschluss bis maximal 11 Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Im Lautlos-Modus der Z50II sind bis zu 15 Bilder/s möglich, jedoch nur in JPEG-Qualität. Bei der Z 50 waren es noch maximal 11 Bilder/s.

Noch schneller gehts im Highspeed-Modus, der in der Z50II neu hinzugekommen ist. Im Handbuch etwas umständlich als «Bildausschnitterfassung schnell» beschrieben, sind hier bis zu 15 (C15) oder 30 (C30) Bilder pro Sekunde erlaubt. Dies jedoch nur noch im JPEG-Format und in der Qualität «Normal». Die Bildgrösse ist zudem fix auf «L», also maximale Bildabmessung, eingestellt.

Dennoch finde ich diese Serienbildraten toll und sie dürften vielen Sport-, Wildlife- und Actionfotografen genügen. Wählt man noch das zum Motiv passendste AF-Messfeld plus Motiverkennung und AF-C, wird man viele scharfe Aufnahmen erhalten. Bei genügenden Lichtverhältnissen gelingen so auch mit dem Telezoom-Kit-Objektiv Nikkor Z DX 50-250 mm 1:4,5-6,3 VR ansprechende Ergebnisse, was mich echt erstaunt hat.

Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm (35mm Kleinbild), M, f/6.3, 1/1600 sec., ISO 360, WB Wolken, Bildprofil Standard.

Weniger erfreulich ist, dass die kleinste mechanische Verschlusszeit mit 1/4000 Sekunde wie schon beim Vorgänger gleich geblieben ist. Ebenso die Einschränkung auf 1/2000 Sekunde mit elektronischem ersten Verschlussvorhang. Hier sind die Z6III mit 1/8000 oder die Z8/Z9 mit 1/32'000 um einiges schneller. Gut, sie kosten auch einiges mehr.

Die neue Sensor/Prozessor-Kombination der Nikon Z50II reduziert bei Serienbildern mit elektronischem Verschluss den bei bewegten Motiven oder Kameraschwenks auftretende Rolling-Shutter-Effekt (verzerrte senkrechte Linien) etwas besser gegenüber dem Vorgänger. Dieser ist jedoch je nach Motiv noch deutlich zu erkennen.

In solchen Aufnahmesituationen sollte man den mechanischen Verschluss vorziehen, bzw. im Menü auswählen. Dies ist jedoch nicht für alle Objektive möglich, leider auch nicht für die beiden Kitobjektive zur Z50II.

Abgeschwächt, aber noch vorhanden: Rolling-Shutter-Effekt der Nikon Z50II. Horizontale Propellerflügel werden korrekt, vertikale jedoch verbogen abgebildet.Abgeschwächt, aber noch vorhanden: Rolling-Shutter-Effekt der Nikon Z50II. Horizontale Propellerflügel werden korrekt, vertikale jedoch verbogen abgebildet.

Einzelbilder können durch einen Fingertipp auf den Touchscreen fokussiert und wenn gewünscht beim Abheben des Fingers gleich abgespeichert werden. Wird die «Touchfunktion» eingeschaltet, lässt sich auf dem eingeklappten Schwenkmonitor mit Display nach oben das AF-Feld nicht nur per Steuerkreuz verschieben, sondern auch per Finger auf dem Display, während man gleichzeitig durch den Sucher schaut. Die Touchfläche kann dabei eingegrenzt werden.

Wer es ausprobiert, sollte auf die Touchfläche und seine Nase achten. Mir kam mein grosser Zinken oft in die Quere und verschob das AF-Feld ungewollt. Oder mein Daumen war zu kurz, um bequem die Verschiebefläche zu erreichen.

Bei der «Touchfunktion» lässt sich die aktive Displayfläche bestimmen, getrennt nach Kameraausrichtung vertikal oder horizontal («Breit»).Bei der «Touchfunktion» lässt sich die aktive Displayfläche bestimmen, getrennt nach Kameraausrichtung vertikal oder horizontal («Breit»).

Bildformate und Qualität

Der CMOS-Sensor im APS-C-Format der Nikon Z50II besitzt eine effektive Auflösung von 20,9 Millionen Pixel. Diese vergleichsweise kleine Auflösung ist für die meisten Fotoprojekte genügend. Wer jedoch im Nachhinein stark ins Bild croppen möchte, hätte sicher eine grössere Auflösung gewünscht. Dies betrifft vor allem Wildlife-Fotografinnen und -Fotografen, denen die Z50II eine kompakte, leichte Kamera mit schnellem Autofokus, Tier-Erkennung und rasanten Serienbilder bietet, sie jedoch beim Vergrössern von Ausschnitten limitiert. Für bildfüllende Fotos müssen sie entweder näher ans Motiv heran oder starke Teleobjektive einsetzen.

Die meisten Landschaftsfotografen werden bei 20 Megapixel ebenfalls die Nase rümpfen, da die Z50II im Gegensatz zur Z6III über keine Pixel-Shift-Funktion verfügt, bei der eine Anzahl Fotos zu einem hochaufgelösten Bild mit bis zu 96 Megapixel Grösse kombiniert werden kann.

Die maximale Grösse von Einzelfotos beträgt im 3:2-Bildverhältnis 5568 x 3712 Pixel. Das Bildfeld kann zu 1:1 und 16:9 gewechselt werden. Bei der Bildqualität kann NEF - das Nikon RAW-Format - in drei Komprimierungsstufen und JPEG/HEIF, ebenfalls in drei Stufen (Fine, Normal, Basic) gewählt werden.

Glorreiche Sieben: Die Nikon Z50II bietet im RAW- und JPEG/HEIF-Format verschiedene Bildqualitätsstufen an.Glorreiche Sieben: Die Nikon Z50II bietet im RAW- und JPEG/HEIF-Format verschiedene Bildqualitätsstufen an.

Das HEIF-Format kommt zum Einsatz, wenn Fotos in Hybrid Log Gamma (HLG) aufgenommen werden. HLG ist ein HDR-Monitorstandard und wird im «Tonmodus»-Menü der Z50II ausgewählt. Für die optimale Wiedergabe der Tonwerte von HLG-Bildern sollten Monitore, Computer, Betriebssysteme, Programme und sonstige Komponenten HLG-kompatibel sein.

Die Bezeichnung «Tonmodus» ist etwas verwirrend und hat nichts mit Audio zu tun. Es ist der «Tonwert» oder «Dynamikbereich» der Bilder gemeint. Hier wurde einfach der englische Ausdruck «Tone Mode» etwas unglücklich übersetzt.

Für alltägliche Aufnahmen kann man sich auf die Matrix-Belichtungsmessung der Nikon Z50II verlassen. Zusammen mit dem automatischen «Active D-Lighting» erhält man die besten Ergebnisse mit natürlichem Kontrast und Details in hellen und dunklen Bereichen.

Bei extrem hellen Szenen, etwa Schauspieler im Scheinwerferlicht, bringt die «lichterbetonte Messung» sehr gute Bilder, da die Kamera nicht nur versucht, Überbelichtungen zu vermeiden, sondern auch die Farbe der Lichtquelle zu erhalten.

Bei ISO 100 bringt die Nikon Z50II sehr gute Bilder mit hohem Kontrastumfang und zeigt sowohl in dunklen wie hellen Stellen noch Zeichnung. Mit verschiedenen Stärken des «Active D-Lighting» lassen sich die Aufnahmen noch feintunen. Hier ist «Jugend forscht» angesagt, will heissen einfach ausprobieren.

Ab ISO 1000 zeigen sich je nach Motiv und Beleuchtung erste Detailverluste, ab ISO 3000 nehmen Schärfe und Details stärker ab und ab ISO 10'000 gehen Details im Rauschen unter. Dennoch darf die Empfindlichkeit meiner Meinung nach je nach Motiv bis zu ISO 6400 geschraubt werden, ohne dass die Bilder zu stark unter Artefakten leiden. Eine gute Denoise-Software kann dann immer noch störendes Rauschen ausbügeln.

Die Farbwiedergabe der «Picture Control»-Einstellung «Standard» wirkt natürlich und die Fotos hinterlassen ab Kamera ohne weitere Bearbeitung einen sehr guten Eindruck. Chromatische Aberrationen werden, natürlich abhängig vom Objektiv, sehr gut herausgerechnet und sind kaum erkennbar.

Kosmetik für Porträts

Für Porträtaufnahmen gibt es gleich zwei «Picture Control»-Profile: «Porträt» zeichnet die Hautstruktur eher etwas weicher und erlaubt «schmeichelnde» Bilder direkt aus der Kamera. «Porträt m. hoh. Tonwertumf.» erzeugt lebendigere Ergebnisse als «Porträt», wobei der Hautton der Person nuanciert wiedergegeben und ein Detailverlust in Lichtern vermieden wird. Sinnvoll für Fotos, die später nachbearbeitet werden sollen.

Wer gerne Gesichter fotografiert, sollte auch die «Beautyfilter» der Z50II ausprobieren. Damit werden laut Nikon besonders bei Porträts die Hauttöne farblich optimiert. Im Menü «Ausgewogener Porträteindruck» lassen sich Farbton und Helligkeit weiter an das gewünschte Aussehen anpassen.

«Haut-Weichzeichnung» lässt die Haut softer erscheinen. Dabei bleiben Augen und Haare scharf. Dies geschieht automatisch, wenn die Kamera das Gesicht einer Person erkennt. Wirkliche Unterschiede habe ich nur in der stärksten Stufe festgestellt, wobei natürlich Make-up, Pflege und Alter der Haut wie der Person den Effekt beeinflussen.

Interner Beautyfilter: Die «Haut-Weichzeichnung» der Nikon Z50II lässt sich in drei Stufen anpassen.Interner Beautyfilter: Die «Haut-Weichzeichnung» der Nikon Z50II lässt sich in drei Stufen anpassen.

Wer mit den «Picture Control»-Profilen und «Hautverschönerungen» etwas herumspielt und verschiedene Kombinationen ausprobiert, kann meist «fertige» Porträts ohne Retusche direkt aus der Z50II ausgeben. Die «Picture Control»-Konfigurationen können auch noch individuell in Schärfe, Kontrast, Lichter, Schatten etc. angepasst und unter eigener Bezeichnung abgespeichert werden.

Schliesslich lassen sich neu auch die von Nikon als «Bildbearbeitungsrezepte» bezeichneten Profile von der «Nikon Imaging Cloud» herunterladen und auf seine Fotos anwenden. Und da sich «Picture Control»-Profile nur auf JPEGs auswirken, besitzt man immer noch eine unveränderte RAW-Datei, wenn man in JPEG+RAW fotografiert.

Für die folgende Bilderstrecke wurden die originalen JPEG-Dateien direkt aus der Nikon Z50II genommen und nur auf Web-Grösse reduziert. Bemerkungen bei den Bildern: Verwendete Objektiv-Brennweite, auf 35 mm Vollformat umgerechnet; Belichtungsmodus Auto = Automatik, P = Programm, A = Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik, S = Zeitvorwahl bzw. Blendenautomatik, M = manuelle Einstellung; Blende; Verschlusszeit; ISO-Wert; Weissabgleich; PP «Picture Profile»; spezielle Anmerkungen. Die Nikon Z50II besass die Firmware-Version 1.00.

Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 54 mm, Auto, f/3.5, 1/200 sec., ISO 400, WB Auto1, PP Auto. Dafür gäbe es auch das Motivprogramm «Food».
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 54 mm, Auto, f/3.5, 1/200 sec., ISO 400, WB Auto1, PP Auto. Dafür gäbe es auch das Motivprogramm «Food».
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 36 mm, Auto, f/5.3, 1/160 sec., ISO 12800, WB Auto1, PP Auto. Augenerkennung durch zweifach Glas, Scheibe und Brille.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 36 mm, Auto, f/5.3, 1/160 sec., ISO 12800, WB Auto1, PP Auto. Augenerkennung durch zweifach Glas, Scheibe und Brille.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 54 mm, M, f/4.5, 1/160 sec., ISO 800, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 54 mm, M, f/4.5, 1/160 sec., ISO 800, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 132 mm, M, f/5.6, 1/400 sec., ISO 450, WB Wolken, PP Standard. Leicht mitgezogen.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 132 mm, M, f/5.6, 1/400 sec., ISO 450, WB Wolken, PP Standard. Leicht mitgezogen.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/6.3, 1/50 sec., ISO 12800, WB Auto1, PP Auto. Abends mit ISO 12800.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/6.3, 1/50 sec., ISO 12800, WB Auto1, PP Auto. Abends mit ISO 12800.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/4.5, 1/600 sec., ISO 400, WB Auto1, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/4.5, 1/600 sec., ISO 400, WB Auto1, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 202 mm, M, f/5.3, 1/1600 sec., ISO 100, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 202 mm, M, f/5.3, 1/1600 sec., ISO 100, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/5.0, 1/600 sec., ISO 400, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/5.0, 1/600 sec., ISO 400, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/7.1, 1/160 sec., ISO 200, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/7.1, 1/160 sec., ISO 200, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 3200, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 3200, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 153 mm, M, f/5.6, 1/250 sec., ISO 100, WB Auto1, PP Auto.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 153 mm, M, f/5.6, 1/250 sec., ISO 100, WB Auto1, PP Auto.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 109 mm, M, f/4.8, 1/40 sec., ISO 1800, WB Auto0, PP Standard. Unschärfe und Bokehs mit Kitobjektiv.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 109 mm, M, f/4.8, 1/40 sec., ISO 1800, WB Auto0, PP Standard. Unschärfe und Bokehs mit Kitobjektiv.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 103 mm, M, f/4.8, 1/100 sec., ISO 900, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 103 mm, M, f/4.8, 1/100 sec., ISO 900, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/100 sec., ISO 1600, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/100 sec., ISO 1600, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/4.5, 1/50 sec., ISO 200, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/4.5, 1/50 sec., ISO 200, WB Auto0, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/125 sec., ISO 400, WB Wolken, PP Standard. Tieraugenerkennung trotz ähnlicher Fellfarben.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/125 sec., ISO 400, WB Wolken, PP Standard. Tieraugenerkennung trotz ähnlicher Fellfarben.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/8.0, 1/125 sec., ISO 2800, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/8.0, 1/125 sec., ISO 2800, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/200 sec., ISO 720, WB Wolken, PP Standard. Auch in weissen Flächen ist noch Zeichnung vorhanden.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/200 sec., ISO 720, WB Wolken, PP Standard. Auch in weissen Flächen ist noch Zeichnung vorhanden.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 217 mm, M, f/5.3, 1/200 sec., ISO 100, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 217 mm, M, f/5.3, 1/200 sec., ISO 100, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/13, 4.0 sec., ISO 200, WB Kunstlicht, PP Standard. Durch Nebel und Dunst hindurch erscheinen doch noch einige Farben.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/13, 4.0 sec., ISO 200, WB Kunstlicht, PP Standard. Durch Nebel und Dunst hindurch erscheinen doch noch einige Farben.
Nikon Z50II, Nikkor Z 70-200mm f/2.8 VR S, Brennweite 262 mm, M, f/3.5, 1/400 sec., ISO 720, WB Auto, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z 70-200mm f/2.8 VR S, Brennweite 262 mm, M, f/3.5, 1/400 sec., ISO 720, WB Auto, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 187 mm, M, f/10, 1/800 sec., ISO 640, WB Sonne, PP Standard. Guter Kontrast für Augenerkennung beim Labrador.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 187 mm, M, f/10, 1/800 sec., ISO 640, WB Sonne, PP Standard. Guter Kontrast für Augenerkennung beim Labrador.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 187 mm, M, f/10, 1/800 sec., ISO 220, WB Sonne, PP Standard. Augenkennung kein Problem beim Galgo Español.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 187 mm, M, f/10, 1/800 sec., ISO 220, WB Sonne, PP Standard. Augenkennung kein Problem beim Galgo Español.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 217 mm, M, f/9, 1/800 sec., ISO 110, WB Sonne, PP Standard. Flugzeug-Erkennung durch Blätter und Äste hindurch.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 217 mm, M, f/9, 1/800 sec., ISO 110, WB Sonne, PP Standard. Flugzeug-Erkennung durch Blätter und Äste hindurch.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/7.1, 1/1250 sec., ISO 1600, WB Sonne, PP Standard. Ein Zweig davor stört die Augenerkennung bei unteren Spatz kaum.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/7.1, 1/1250 sec., ISO 1600, WB Sonne, PP Standard. Ein Zweig davor stört die Augenerkennung bei unteren Spatz kaum.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 200, WB Sonne, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 200, WB Sonne, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 225 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 720, WB Sonne, PP Standard. Ein Haussperling beim Abheben - dank Pre-Capture Funktion.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 225 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 720, WB Sonne, PP Standard. Ein Haussperling beim Abheben - dank Pre-Capture Funktion.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 800, WB Sonne, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 375 mm, M, f/6.3, 1/1250 sec., ISO 800, WB Sonne, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/6.3, 1/640 sec., ISO 250, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/6.3, 1/640 sec., ISO 250, WB Wolken, PP Standard.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/6.3, 1/200 sec., ISO 180, WB Wolken, PP Neutral. Ein Dorf geniest die Januarsonne.
Nikon Z50II, Nikkor Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR, Brennweite 75 mm, M, f/6.3, 1/200 sec., ISO 180, WB Wolken, PP Neutral. Ein Dorf geniest die Januarsonne.

Spezialfunktionen

Zeitgesteuert: Intervallaufnahmen lassen sich mit der Nikon Z50II umfangreich einstellen.Zeitgesteuert: Intervallaufnahmen lassen sich mit der Nikon Z50II umfangreich einstellen.

Neben den Standardaufgaben einer Kamera im Einsteigersegment beherrscht die Z50II noch zahlreiche spezielle Funktionen wie verschiedene automatische Belichtungsreihen, Mehrfachbelichtung, HLG- wie HDR(I)-Fotos, Langzeitbelichtung, Intervallaufnahme, Zeitraffervideo und sogar Aufnahmen mit Fokusverlagerung. Und Letzteres auch mit Blitzauslösung, was nicht mal Profikameras anderer Hersteller können.

Fokusverlagerung: Die Nikon Z50II kann bei dieser Funktion sogar ein Intervall festlegen, bis der Blitz für die nächste Aufnahme bereit ist.Fokusverlagerung: Die Nikon Z50II kann bei dieser Funktion sogar ein Intervall festlegen, bis der Blitz für die nächste Aufnahme bereit ist.

Neu bei Serienaufnahmen hinzugekommen ist das «Pre-Release Capture». Hier schreibt die Z50II bis maximal 90 Sekunden fortlaufend Fotos in den Zwischenspeicher, bevor die eigentliche Aufnahme erfolgt. Damit kann auf unvorhersehbare Ereignisse wie zum Beispiel das Losfliegen eines Vogels gewartet werden, ohne vorher unnötige Bilder im «Dauerfeuer» zu verschiessen.

Die Bilder werden beim «Pre-Release Capture» nach wie vor nur in JPEG und nicht im RAW-Format gespeichert. Nicht nur für mich und nicht nur für die Z50II wäre die RAW-Aufnahme hier sehr willkommen. Viele Nikonianer warten auf ein entsprechendes Firmware-Update

Kreative Bilder

Die Nikon Z50II erleichtert schnelles kreatives Fotografieren mit 16 Motivprogrammen, die durch Drehen des Wählrads auf «SCN» aufgerufen werden. Damit werden die meisten Alltagssituationen abgedeckt, wie zum Beispiel «Porträt», «Kinder», «Sport», «Nachtporträt», «Blüten», «Food», «Strand/Schnee», «Tiere» oder «Dämmerung».

Weitergehende Spielmöglichkeiten bieten die Picture-Control-Konfigurationen. Da sie neu über eine eigene Taste verfügen, prominent rechts neben dem Wählrad platziert, sind für Nikon wohl von besonderer Bedeutung. Sie erinnern mich etwas an die Filmsimulationen, die man bei Fujifilm-Kameras einstellen kann.

Neben grundlegenden «Picture-Control»-Konfigurationen wie «Automatisch», «Neutral», «Monochrom», «Landschaft» oder die oben erwähnten «Porträt»-Einstellungen sind noch 20 «Creative Picture Control»-Stile auswählbar. Sie bieten individuelle Kombinationen aus Farbton, Helligkeitsverteilung und Sättigung sowie anderen Einstellungen für besondere Effekte und heissen etwa «Ausgewogen», «Traum», «Morgen», «Pop», «Sonntag», «Dramatik», «Stille», «Verblichen», «Jeans», «Pink», «Holzkohle» oder «Russ».

Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Automatisch.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Automatisch.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Standard.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Standard.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Neutral.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Neutral.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Brillant.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Brillant.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Monochrom.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Monochrom.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Neutral; monochrom.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Neutral; monochrom.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Tiefe Tonwerte; monochrom.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Tiefe Tonwerte; monochrom.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Porträt.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Porträt.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Porträt mit hohem Tonwertumfang.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Porträt mit hohem Tonwertumfang.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Landschaft.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Landschaft.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Flach.
Nikon Z50II «Picture-Control»-Konfiguration: Flach.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Traum.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Traum.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Morgen.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Morgen.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Pop.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Pop.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Sonntag.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Sonntag.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Düsternis.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Düsternis.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Dramatik.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Dramatik.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Stille.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Stille.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Verblichen.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Verblichen.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Melancholie.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Melancholie.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Reinheit.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Reinheit.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Jeans.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Jeans.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Spielzeug.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Spielzeug.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Sepia.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Sepia.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Blau.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Blau.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Rot.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Rot.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Pink.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Pink.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Holzkohle.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Holzkohle.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Graphit.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Graphit.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Binär.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Binär.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Russ.
Nikon Z50II «Creative Picture-Control»-Konfiguration: Russ.

Videoabteilung mit Produktshow

Verbesserung: Dank schwenk- und drehbarem Selfie-Display wird die Nikon Z50II auch für Vlogger, Youtuber und Produktpräsentationen interessant.Verbesserung: Dank schwenk- und drehbarem Selfie-Display wird die Nikon Z50II auch für Vlogger, Youtuber und Produktpräsentationen interessant.

Wie schon bei der Z6III hat Nikon auch bei der Z50II die Videofunktionen kräftig ausgebaut. Begnügte sich der Vorgänger bei 4K/UHD mit einem H.264-8-Bit-Codec und maximal 30 Bildern pro Sekunde (30p), wählt man bei der Z50II nun zwischen H.265-10-Bit-, H.265-8-Bit- oder H.264-8-Bit-Codecs und 4K-Bildfrequenzen von 24p bis 60p.

Bei 10 Bit kommen noch drei verschiedene «Tonwerte» oder «Dynamikbereiche» hinzu: SDR Standard Dynamic Range, HLG Hybrid Log Gamma für HDR High Dynamic Range Aufnahmen oder N-Log, eine spezifische Log-Kurve von Nikon.

Bei 4K/UHD werden bei Bildfrequenzen bis 30p die Aufnahmen durch ein Oversampling der vollen Sensorbreite von 5.6K auf die 4K-Abmessungen von 3840 x 2160 Pixel heruntergerechnet und damit sehr scharfe Videos mit mehr Details erzeugt. Gleichzeitig reduzieren sich dadurch auch Bildrauschen und Moiré-Störungen.

Wird mit 50 oder 60p in 4K gefilmt, entfällt das Oversampling und der 4K-Sensorbereich entspricht einem Cropfaktor von 1,5. Oder umgekehrt ausgedrückt nimmt man mit einem Bildwinkel auf, der etwa dem 1,5-fachen des normalen Videos entspricht, man ist näher dran. Bei 50 und 60p lässt sich auch der digitale Bildstabilisator der Kamera nicht mehr zuschalten.

Neu kann man bei der Z50II nicht nur ein externes Mikrofon anschliessen, sondern den Ton auch über einen Kopfhöreranschluss überwachen. Und schliesslich wurde die maximale ununterbrochene Aufnahmedauer von 30 auf 125 Minuten verlängert.

Je nach Schreibgeschwindigkeit der Speicherkarte kann es jedoch vorkommen, dass die Aufnahme endet, bevor die maximale Länge erreicht ist. In der besten Videoqualität, H.265 10-Bit, 50 oder 60p, schreibt die Z50II rund 340 MB pro Sekunde auf die Speicherkarte.

Beim Filmen im MOV-Format kann ein Timecode aufgezeichnet werden. Er lässt sich via HDMI auch auf externe Rekorder übertragen.

Nikon Z50II Videoaufnahme: Wahl von Video-Dateityp und Bildgrösse/Bildrate.
Nikon Z50II Videoaufnahme: Wahl von Video-Dateityp und Bildgrösse/Bildrate.
Nikon Z50II Video-Dateityp: Wahl von Bitrate und Videocontainer.
Nikon Z50II Video-Dateityp: Wahl von Bitrate und Videocontainer.
Nikon Z50II «Tonmodus»: Wahl des Dynamikbereichs.
Nikon Z50II «Tonmodus»: Wahl des Dynamikbereichs.
Nikon Z50II Bildgrösse/Bildrate 01: Wahl von Videoauflösung und Bildfrequenz.
Nikon Z50II Bildgrösse/Bildrate 01: Wahl von Videoauflösung und Bildfrequenz.
Nikon Z50II Bildgrösse/Bildrate 02: Wahl von Videoauflösung und Bildfrequenz.
Nikon Z50II Bildgrösse/Bildrate 02: Wahl von Videoauflösung und Bildfrequenz.
Nikon Z50II Bildgrösse/Bildrate: Hinweis auf die Brennweitenerhöhung bei 50 und 60p.
Nikon Z50II Bildgrösse/Bildrate: Hinweis auf die Brennweitenerhöhung bei 50 und 60p.

Der Videomodus wird über einen kaum verfehlbaren Hebel rechts am Funktionswählrad eingeschaltet. Am einfachsten lässt es sich im Auto-Modus oder mit den Motiv-Programmen filmen. Da hat man jedoch kaum Einfluss auf die Belichtungseinstellungen.

Einschränkungen gibt es auch in der Programmautomatik (P), wo anders als beim Fotografieren die «Programmverschiebung» nicht funktioniert. In der Blendenautomatik (S) lässt sich immerhin die Belichtungszeit anpassen. Sie kann jedoch nicht beliebig verändert werden, sondern hängt von der Bildrate ab. Erst im manuellen Aufnahmemodus (M) ist man wirklich Frau oder Herr über Blende, Belichtungszeit und ISO-Werte.

Leider wird wie bei allen Z-Kameras im Videomodus auf eine Belichtungsskala verzichtet. Im Fotobetrieb zeigt sie an, ob man unter- oder überbelichtet. Für diese Information sollte man deshalb beim Filmen die «Zebra»- oder die «Waveform»-Anzeige einblenden.

Viele Foto-Einstellungen sind auch beim Filmen aktiv. Sie lassen sich speziell für Videoaufnahmen einstellen oder unverändert mit der Option «Gemäss Fotoeinstellungen» übernehmen. Die Videoparameter habe ich am einfachsten und schnellsten über das Menü via «i»-Taste verändert.

Wir schalten um: Ein griffiger Hebel rechts vom Wählrad bringt die Nikon Z50II in den Videomodus.Wir schalten um: Ein griffiger Hebel rechts vom Wählrad bringt die Nikon Z50II in den Videomodus.

Fokussieren, verlagern und verfolgen

Die automatische Scharfstellung arbeitet mit den Kitobjektiven während des Filmens zügig, sicher und leise. Als Verbesserung zum Vorgänger funktioniert die Augenerkennung nun auch bei Videoaufnahmen.

Nach wie vor lässt sich nicht im Menü «Videoaufnahme», was eigentlich logisch wäre, sondern unter «Individualfunktionen», Abschnitt «g Video», das Verhalten des Autofokus' anpassen. Hier kann die AF-Geschwindigkeit und die AF-Tracking-Empfindlichkeit mit dem Motiv abgestimmt werden.

Die zweite Einstellung bestimmt, wie empfindlich der Autofokus auf das fokussierte Objekt reagieren soll, wenn es den Fokusbereich verlässt, oder wenn etwas anderes im Messfeld erscheint. Je höher der Wert, desto länger wird versucht, die Schärfe auf dem ursprünglichen Motiv zu halten. Sorgfältig eingestellt, lassen sich so stimmige Fokusverlagerungen erzielen.

AF-Feinjustierung: Die Autofokus-Geschwindigkeit der Nikon Z50II lässt sich dem Motiv anpassen.AF-Feinjustierung: Die Autofokus-Geschwindigkeit der Nikon Z50II lässt sich dem Motiv anpassen.
AF-Reaktionsverhalten: Die Tracking-Empfindlichkeit der Nikon Z50II bestimmt das Festhalten der Schärfe auf dem Motiv, wenn ein neues Objekt ins Bild kommt.AF-Reaktionsverhalten: Die Tracking-Empfindlichkeit der Nikon Z50II bestimmt das Festhalten der Schärfe auf dem Motiv, wenn ein neues Objekt ins Bild kommt.

Meinen üblichen AF-Verlagerungstest schaffte die Nikon Z50II ohne Probleme. Beim ersten Durchgang waren mir die Schärfeübergänge etwas zu langsam. Nachdem ich sie von Standard 0 auf + 2 erhöht hatte, erfolgten die Übergänge zwischen den Schärfepunkten in angenehmer Geschwindigkeit, auch problemlos durch Fensterscheiben hindurch nach draussen. (Anmerkung an mich: Die Fensterrahmen sollten mal wieder gereinigt werden.)

Am Silvesternachmittag besuchte ich bei klirrender Kälte den nahegelegenen Stadtweiher. Den Tieren schien das Wetter nichts auszumachen. Die Gefiederten paddelten fröhlich im Wasser umher. Ich aber war froh um Schal und «glismeti Händsche». Die wichtigsten Tasten an der Z50II konnte ich nach ein paar Zielübungen auch mit den Handschuhen einigermassen sicher bedienen.

Bei der Enten- und Gänse-Verfolgung, mal mit Tiererkennung, mal mit Vogelerkennung, reagierte der Autofokus der Kamera sehr schnell auf Äste und Blätter im Vordergrund und stellte darauf scharf. Ich habe dann die AF-Tracking-Empfindlichkeit etwas Richtung «schwach» verschoben. Danach waren auch längere Verfolgungen möglich. Es erfordert oft etwas Ausprobieren, um die optimale AF-Geschwindigkeit und -Empfindlichkeit auf neu hinzukommende Elemente zu bestimmen.

Wie hartnäckig der AF dranbleibt, hängt auch sehr von Kontrasten sowie Farben- und Grössenunterschieden zwischen verfolgtem Motiv und Hintergrund ab. Einer schwimmenden Ente folgte er zuverlässig, bis er durch starke Licht-Reflexionen auf dem Wasser durcheinandergebracht wurde. Bei einem Viech mit weissen Federn, die sich deutlich vom Hintergrund abhoben, liess er sich kaum abschütteln.

Ich wollte noch einige weitere Szenen aufnehmen, doch die Kälte forderte ihren Tribut: Der Akku machte schlapp und die Powerbank lag zuhause in der warmen Stube.

 

Im Tiergehege hoben sich die Ziegen gut vom Umfeld ab und wurden mit der AF-Tiererkennung der Kamera ohne Probleme verfolgt. Irgendwie merkten die Vierbeiner, dass eine Kamera auf sie gerichtet ist und zeigten gleich einen kleinen «Showkampf».

Präsentiert das Produkt!

Im Videoaufnahme-Menü der Nikon Z50II gibt es neu einen «Modus für Produktprüfungen». Gemeint ist ein spezieller Aufnahmemodus für Content Creators und Influencer. Die Kamera wechselt dabei die Schärfe vom Gesicht automatisch auf das Produkt, das vor die Kamera gehalten wird, und wieder zurück. Der Fokus bleibt nicht wie sonst auf Gesicht oder Augen des oder der Präsentierenden fixiert.

Dabei lässt sich auch die Grösse des Fokusbereichs festlegen. Dann wird erst auf das Produkt scharf gestellt, wenn es in diesem Rahmen erscheint. Natürlich liesse sich eine solche Konfiguration auch manuell einstellen, indem AF-Geschwindigkeit und AF-Tracking-Empfindlichkeit sowie das AF-Messfeld angepasst werden. Doch das übersteigt wohl das technische Verständnis der meisten Youtuber, Content Creators und Influencer bei weitem.

Endlich einen Artikel scharf präsentieren: Der «Modus für Produktprüfungen» der Nikon Z50II macht es ohne lästige oder aufwendige Kameraeinstellungen möglich.Endlich einen Artikel scharf präsentieren: Der «Modus für Produktprüfungen» der Nikon Z50II macht es ohne lästige oder aufwendige Kameraeinstellungen möglich.
Neuzugang: Im Menü Videoaufnahme der Nikon Z50II gibt es jetzt den Eintrag «Modus für Produktprüfungen»
Neuzugang: Im Menü Videoaufnahme der Nikon Z50II gibt es jetzt den Eintrag «Modus für Produktprüfungen»
Nikon Z50II Modus für Produktprüfungen: Der Bildbereich, in dem scharf gestellt werden soll, lässt sich einschränken.
Nikon Z50II Modus für Produktprüfungen: Der Bildbereich, in dem scharf gestellt werden soll, lässt sich einschränken.
Nikon Z50II Modus Produktprüfung: Der Artikel wurde noch nicht ins weisse AF-Feld gehalten.
Nikon Z50II Modus Produktprüfung: Der Artikel wurde noch nicht ins weisse AF-Feld gehalten.
Nikon Z50II Modus Produktprüfung: Der Artikel wurde ins weisse AF-Feld gehalten.
Nikon Z50II Modus Produktprüfung: Der Artikel wurde ins weisse AF-Feld gehalten.
Nikon Z50II Modus Produktprüfung: Der Artikel ist wieder aus dem weissen AF-Feld.
Nikon Z50II Modus Produktprüfung: Der Artikel ist wieder aus dem weissen AF-Feld.

Live ins Web

Neben der vereinfachten Produktpräsentation ist die Z50II auch für einen unkomplizierten Einsatz bei Livestreaming und Videokonferenzen ausgelegt. Vloggende und Videostreamende benötigen nur ein Kabel, um die Kamera direkt mit einem Smartgerät oder Computer zu verbinden und auf der Videoplattform ihrer Wahl live zu gehen.

Die Z50II ist mit dem USB-Video- und Audiostandard UVC/UAC kompatibel. Damit ist die Kamera ohne spezielle Treiber oder Software als Webcam einsetzbar. Streaming-Video unterstützt die folgenden Bildgrössen und Bildraten: 1080/60p, 1080/30p, 720/60p, 720/30p. Das Videoformat ist MJPEG, mit Audio in PCM, 16-Bit, Stereo.

Einfach live senden: Die Nikon Z50II unterstützt das UVC-Protokoll für unkompliziertes Streaming.Einfach live senden: Die Nikon Z50II unterstützt das UVC-Protokoll für unkompliziertes Streaming.

Manueller Eingriff

Weiss die AF-Automatik der Z50II nicht mehr weiter, darf beim Fotografieren wie bei Filmen natürlich auch manuell fokussiert werden. Dafür wird im entsprechenden Fokusmodus-Menü der Kamera umgeschaltet, da es an den Kitobjektiven keine AF/MF-Einstellung gibt.

Als Hilfe lässt sich eine Kantenhervorhebung, das sogenannte «Fokus-Peaking» im Sucher oder auf dem Bildschirm anzeigen. Die Einstellung findet man unter den «Individualfunktionen», a12, «Konturfilter». Dort lässt sich sowohl Stärke wie Farbe der Hervorhebung bestimmen.

Ein Schärfeindikator in der Aufnahmeanzeige gibt zudem an, ob das Objekt im ausgewählten Fokusmessfeld scharf gestellt ist (elektronische Einstellhilfe). Zudem leuchtet das Fokusmessfeld grün, wenn das Objekt in der Schärfe liegt. Zur genaueren Ansicht kann man das Bild auch noch vergrössert darstellen.

Und Action: Die REC-Leuchte vorne rechts an der Nikon Z50II zeigt den Akteuren an, dass es nun ernst gilt.Und Action: Die REC-Leuchte vorne rechts an der Nikon Z50II zeigt den Akteuren an, dass es nun ernst gilt.

Aufnahmeüberwachung

Nach Drücken der Aufnahmetaste erscheint beim Filmen ein dicker roter Balken rund ums Bild. Damit erhält man die eindeutige optische Rückmeldung, dass tatsächlich aufgezeichnet wird. Auch für die Akteure vor der Kamera zeigt nun eine rote REC-Leuchte vorne an der Kamera an, dass die Aufnahme läuft. Dieses «Tally-Light» lässt sich in der Helligkeit variieren oder ganz abschalten. Der Befehl dafür findet sich weder im Videoaufnahme- noch im Individualmenü, sondern etwas versteckt im Systemmenü. Die Leuchte zeigt zudem durch Blinken an, dass die Aufnahmezeit oder der Akku zur Neige geht.

Zur Überwachung des Videosignals stellt die Z50II als Einsteiger-Kamera einige sehr professionelle Instrumente zu Verfügung. Bei der Warnung gegen überbelichtete Flächen im Bild, im Videojargon «Zebra» genannt, kann gleich zwischen zwei Anzeigemustern ausgewählt sowie ein Schwellwert- und ein Mittelton-Bereich für die Lichter bestimmt werden.

Hilfslinien in verschiedenen Gitterformen, ein virtueller Horizont, ein Fadenkreuz und sogar eine Helligkeitsinformation in Form von RGB-Histogramm oder Wellenform (Waveform) lassen sich in die Aufnahme einblenden.

Alles unter Kontrolle: Laufende Filmaufnahme der Nikon Z50II mit Einblendung von rotem Aufnahme-Rahmen, Waveform, grüner virtueller Horizont, weisses Gitter, Videoformat, Belichtung, ISO, Weissabgleich, AF-Messfeld, Ton-Aussteuerung und Akku-Status.Alles unter Kontrolle: Laufende Filmaufnahme der Nikon Z50II mit Einblendung von rotem Aufnahme-Rahmen, Waveform, grüner virtueller Horizont, weisses Gitter, Videoformat, Belichtung, ISO, Weissabgleich, AF-Messfeld, Ton-Aussteuerung und Akku-Status.

Beeindruckende Filmbilder

Die Videobildqualität der Nikon Z50II ist bereits im Automatikmodus sehr überzeugend und sowohl bei 4K/UHD- als und Full-HD-Auflösung ausgezeichnet. Insbesondere bei Filmen bis 30p ist das Bild hervorragend, da es durch «Downsampling» heruntergerechnet wird.

Der H.265-Codec mit 10-Bit-Auflösung (4:2:0 Farbabtastung) erlaubt Aufnahmen im High Dynamic Range (HDR) mit der HLG-Technologie (Hybrid Log Gamma). Der grössere Kontrastumfang beeindruckt und ist faszinierend anzusehen, sofern Fernseher oder Monitor HLG-kompatibel sind.

Die «Picture Control»-Profile wirken sich auch auf Videoszenen aus, ausser bei N-Log- und HLG-Filmen, und können den Aufnahmen auf einfache Weise verschiedene Stimmungen verleihen oder sie künstlerisch verfremden.

N-Log-Video

Wer in «N-Log» filmt und Zeit dazu findet, kann in der Nachbearbeitung beim Colorgrading noch einiges herausholen und sich seinen eigenen Filmlook erstellen.

Bei der Log-Aufzeichnung werden die Helligkeitsstufen mithilfe einer logarithmischen Funktion digitalisiert, damit man später beim professionellen Farbgrading eine gute Basis für die Optimierung von Lichtern und Schatten hat. Log-Aufnahmen sehen dadurch im Original verwaschen, milchig und kontrastlos aus.

Dagegen lässt sich eine «Darstellungshilfe» aufrufen, die über die Live-Vorschau «gelegt» wird und die Log-Aufnahmen wieder kontrastreicher anzeigen. Die Farben des aufgezeichneten Videomaterials werden davon nicht beeinflusst.

Der Nikon-Leitfaden «N-Log Video Technical Guide» erklärt am Beispiel der Software «DaVinci Resolve» Varianten der Bearbeitung von N-Log-Videos und das Einbinden von «LUTs» oder «Lookup-Tabellen», die auf der Nikon Website zur Verfügung stehen.

Eine «LUT» erlaubt es, den Bildeindruck einer Aufnahme ohne individuelle Anpassungen mit wenigen Handgriffen zu verändern, etwa ähnlich wie Vorgaben in einer Bildbearbeitung. Im Web gibt es viele vorgefertigte LUTs, die sich eignen, um seinen Aufnahmen schnell einen bestimmten Hollywood-Look, eine Analogfilm-Anmutung, eine schrille Farbtönung oder einen verwaschenen Retro- oder Vintage-Stil zu verpassen.

N-Log Aufnahme der Nikon Z50II in DaVinci Resolve ohne 3D LUT: Verwaschen, milchig und kontrastlos. Der Waveform-Monitor rechts unten zeigt nur mittlere Helligkeitswerte an.N-Log Aufnahme der Nikon Z50II in DaVinci Resolve ohne 3D LUT: Verwaschen, milchig und kontrastlos. Der Waveform-Monitor rechts unten zeigt nur mittlere Helligkeitswerte an.
N-Log Aufnahme der Nikon Z50II in DaVinci Resolve mit 3D LUT: Nun «gegraded» und kräftiger in Farbe und Kontrast. Der Waveform-Monitor verdeutlicht den Unterschied.N-Log Aufnahme der Nikon Z50II in DaVinci Resolve mit 3D LUT: Nun «gegraded» und kräftiger in Farbe und Kontrast. Der Waveform-Monitor verdeutlicht den Unterschied.

Zu heiss bekommen

Hot stuff: In der Nikon Z50II war es nach intensivem Videofilmen zu heiss geworden.Hot stuff: In der Nikon Z50II war es nach intensivem Videofilmen zu heiss geworden.

Beim Testen bis ans Limit habe ich mir beinahe die Finger verbrannt. Zuerst filmte ich mit der Z50II bei Zimmertemperatur in 4K/UHD 25p, H.265 10 Bit SDR, an einem Stück ununterbrochen, bis die 128 GB-Karte nach 60 Minuten voll war. Keine Überhitzung. Dann in 4K/UHD 50p, H.265 10 Bit SDR, auf der gleichen SD-Karte, bis nach 40 Minuten die Karte voll war. Ohne Überhitzung.

Gleich danach die Karte neu formatiert und wieder im selben Videomodus gestartet. Nach 14 Minuten hat sich die Kamera wegen Überhitzung abgeschaltet. Ich konnte sie auf der Unterseite kaum mehr anfassen, so heiss war sie geworden.

Die Abschaltung erfolgte ziemlich abrupt, ohne grosse Vorwarnung. Nur knapp eine Sekunde lang erschien die obige Mitteilung auf dem Display, dann schaltete sich die Z50II aus. Nach rund 15 Minuten Abkühlung konnten weitere 30 Minuten bis zur nächsten Abschaltung wegen Überhitzung aufgenommen werden.

Fazit

Für Einsteiger oder als Zweitkamera: Die Nikon Z50II ist eine erschwingliche und gut ausgestattete APS-C-Kamera mit kleinen Einschränkungen.Für Einsteiger oder als Zweitkamera: Die Nikon Z50II ist eine erschwingliche und gut ausgestattete APS-C-Kamera mit kleinen Einschränkungen.

Nikon preist die Z50II als hervorragenden Allrounder für angehende Content-Creators an. Sie kann Fotos, Videos, Vlogs, Livestreaming und ist vollgepackt mit Funktionen, mit denen auch Kamera-Neulinge vom Smartphone umsteigen und ihre kreative Seite entdecken können.

Mir erscheint die Z50II wie eine kleine Z6III, statt Vollformat halt APS-C, und so weit abgespeckt, dass sie noch ins Preiskorsett von 999 Franken passt. Gegenüber der Z 50 wurde sie zwar stark verbessert, übernimmt von ihr leider auch einige Einschränkungen, mit denen man leben muss.

So ist ihr Sensor nicht mehr der neuste und die 20-Megapixel-Auflösung hauen heute keinen mehr vom Hocker. Viel tragischer ist für mich der Verzicht auf einen eingebauten Bildstabilisator (IBIS).

Wer mit der Z50II bei Nikon neu einsteigen möchte, sollte sich bewusst sein, dass die Anzahl der DX-Z-Objektive, die speziell für diesen APS-C-Sensor gebaut sind, nach wie vor überschaubar ist. Es fehlen vor allem lichtstarke Weitwinkellinsen.

Durch denselben Objektivanschluss wie für die grösseren Vollformatkameras (FX) von Nikon können an der Z50II auch alle Z‐Objektive des FX-Formats verwendet werden, doch sind diese grösser, schwerer und auch teurer. Damit verschenkt man den Vorteil der kompakten DX-Objektive.

Bei einer Z50II als Zweitkamera sieht es etwas anders aus. Hier profitiert man im Telebereich mit vorhandenen FX-Objektiven von der Brennweitenverlängerung. Und durch die sehr ähnliche Tastenanordnung wie bei den grossen Kameras muss man sich bei der Bedienung der Z50II nicht gross umstellen.

Wer kein voluminöses Vollformat-Gehäuse benötigt und mit den oben erwähnten Kompromissen leben kann, erhält mit der Nikon Z50II eine kompakte, leichte und einfach zu nutzende Kamera, die sich umfassend konfigurieren und an seine persönlichen Vorlieben anpassen lässt. Der eingebaute Blitz kann bei vielen Gelegenheiten noch etwas Licht ins Dunkel bringen.

Die leichten DX-Kitobjektive decken mit Brennweiten von 24 bis 375 mm einen grossen Einsatzbereich ab und eignen sich bestens für Reisen und Ferien.

Hobbyfilmer, Youtuber und Vlogger, aber auch semiprofessionelle Nutzer, werden sich über die neuen umfangreichen Videofunktionen freuen, die man sonst nur in erheblich teureren Kameras findet. Das neue Schwenkdisplay mit Selfie-Position ist gegenüber dem Vorgängermodell nun wirklich brauchbar.

avguide.ch meint

Bei der Bildqualität und den Videofunktionen hat mich die Nikon Z50II echt positiv überrascht. Auch den Kitobjektiven hätte ich an der Z50II eine solche Qualität nicht zugetraut. Leider ist das Angebot mit nur fünf DX-Objektiven nach wie vor nicht zufriedenstellend. Hier ist man auf Fremdanbieter angewiesen oder nutzt die teureren Nikon-Z-Vollformatlinsen.

Ein Hauptkonkurrent im APS-C-Bereich mit ähnlicher Zielgruppe dürfte die Fujifilm X-M5 sein. Sie ist noch etwas günstiger, bietet allerdings keinen Sucher. Dafür stehen hier über 40 Optiken zur Auswahl.

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