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Testbericht · Sonoro Audio · All-In-One Musiksystem

All-in-One Made in Germany

Test: Sonoro «Meisterstück» & Sonoro «Relax»

Von Fabian Heer · · Seite 196 von 5

Es sind grosse Worte, die der Firmenwebseite zu entnehmen sind. Nicht minder bescheiden, aber marketingwirksam ist es, den Flaggschiff-Player ganz einfach «Meisterstück» zu nennen.

Seit 2006 entwickelt und gestaltet Sonoro Audio-Systeme. Das Unternehmen hat sich dabei auf kompakte, aber dennoch flexible All-in-One-Lösungen spezialisiert. Ob es sich beim «Meisterstück» tatsächlich um einen grossen Wurf handelt, oder ob es doch nur PR ist, das wird im folgenden Testbericht geklärt.

Da die Sonoro-Geräte der sogenannten Smart Line auch Multiroom-fähig sind, werden wir das «Meisterstück» mit einem Sonoro «Relax», einer modernen Interpretation des Radioweckers, in Verbindung bringen. Dazu aber später mehr.

Modernes Design trifft auf deutsche Wertigkeit

Geballte Ladung an Design und Power: Das Sonoro «Meisterstück» macht sich gut in jedem Wohnzimmer.Geballte Ladung an Design und Power: Das Sonoro «Meisterstück» macht sich gut in jedem Wohnzimmer.

Das neun Kilogramm schwere «Meisterstück» ist edel und elegant. Trotz den eher wuchtigen Abmessungen von 570 x 165 x 262 mm wirkt das Gerät dank abgerundeter Kanten und Klavierlack nicht all zu wuchtig. Die Verarbeitung ist dabei sehr hochwertig gehalten, sowohl Gehäuse wie auch Display und Bedienelemente machen einen richtig guten Eindruck von deutscher Wertigkeit.

Eher etwas chinesisch ist allerdings die Fernbedienung, die von einer Knopfzelle angetrieben wird. Sehr hochwertig wirkt die Fernbedienung nicht. Auch die App Undok, über die das «Meisterstück» bedient werden kann und die vor allem beim Multiroom-Betrieb zum Einsatz kommt, ist sehr einfach gehalten und wirkt etwas starr.

Dafür ist herauszuheben, dass das Setup des «Meisterstücks» mit wenigen Tasten auf der Gerätefront sehr einfach auszuführen ist. In weniger als 15 Minuten war die Anlage online, Radiostationen programmiert und Klangeinstellung gemacht. Das ist sehr beindruckend und benutzerfreundlich. Wer also App und/oder Fernbedienung nicht verwenden möchte, kann alle Funktionen sehr gut auf dem Gerät direkt anwählen.

Das «Meisterstück» ist in den Farben Silber, Weiss sowie Schwarz verfügbar.

Schier unendliche Möglichkeiten

Akku unten in Fach einschieben, SD-Karte an der Seite einlegen, Gegenlichtblende montieren und dann einschalten. Achtung, nicht erschrecken: Der Objektivtubus fährt gut 5 cm nach vorne heraus in seine Aufnahmeposition! Der Antriebsmotor ist dabei so stark, dass er problemlos eine volle Kaffeetasse wegschiebt oder zum Kippen bringt.

Nochmals Glück gehabt, die Tasse war schon leer. Die Gesamtlänge der FZ2000 ist mit Gegenlichtblende auf die beachtliche Länge von 17 cm angewachsen. Einmal ausgefahren, bleibt die Grösse des Objektivs dank Innen-Zoom und -Fokussierung unabhängig von der Brennweiteneinstellung stets konstant.

Wird auf Wiedergabe geschaltet, fährt der Tubus nach kurzer Zeit – wie auch beim Abschalten – wieder ein. Dabei hält man den Objektivtubus besser nicht mit den Fingern fest, obwohl es eine ideale Position wäre. Denn es besteht wirklich die Gefahr, dass sie beim Einfahren des Objektivs eingeklemmt werden. Die Anleitung weist zwar darauf hin, aber ein Warnkleber am Tubus selbst wäre besser.

Die Bedienung der Kamera erfolgt in gewohnter Panasonic-Manier und bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Es stehen Einstellrädchen, Zoomhebel, Modusräder, Ringe für Zoom und Schärfe am Objektiv sowie Wahlschalter und Menütasten zur Verfügung. Im Gegensatz zum Vorgängermodell besitzt die FZ2000 nun auch einen Touchscreen, über den sich viele Bedienungsschritte per Fingerdruck ausführen lassen.

Damit durch diese Bedienungsvielfalt Foto-Einsteiger oder Gelegenheitsfilmer nicht abgeschreckt werden, verhelfen zwei intelligente Automatiken mit Szenenerkennung und ein Szenenmenü mit 24 Voreinstellungen schnell zu den ersten gelungenen Aufnahmen. Wer später auf den Geschmack kommt, darf sich bei den weitreichenden manuellen Möglichkeiten austoben.

Neben den PASM-Modi gibt es einen "Kreativmodus" mit 22 unterschiedlichen Bildeffekten wie zum Beispiel "Retro", "Früher», "Sepia", "Cross-Prozess", "Miniatureffekt" oder "Sternfilter". Damit man sein Meister-Foto nicht unwiederbringlich mit einem dieser Effekte "versaut", lässt sich die Kamera zur gleichzeitigen Aufnahme eines Bildes mit und ohne Bildeffekt einstellen.

Bei der Entwicklung des «Meisterstücks» wurde tunlichst darauf geachtet, so viele Features einzubauen, wie irgendwie in einem kompakten Audiogerät möglich sind.

So verfügt das Gerät neben einem Slot-In-CD-Laufwerk, über das neben normalen Audio-CDs auch Datenträger mit MP3- oder WMA-Dateien abgespielt werden können, auch über ein UKW- sowie ein DAB+-Radio.

Dank Internetanbindung (wireless oder per RJ45-Kabel möglich) kann die Anlage auf die grosse Welt der Internetradios zurückgreifen. Sehr komfortabel sind dabei die 40 Senderspeicher, die pro Empfangsart verfügbar sind. Zudem kann man dank vier frei programmierbaren Stationstasten auf der Gerätefront ganz einfach auf seine Lieblingssender zugreifen.

Durch die Netzwerkfähigkeit fungiert das «Meisterstück» ebenfalls als DLNA-zertifizierter UPnP-Audio-Streaming-Client. So kann bei entsprechender Netzwerkfreigabe auf Musik von einen NAS zugegriffen werden. Weiter besitzt das Gerät eine direkte Spotify-Einbindung, mit der eine nahtlose Musikwiedergabe vom Smartphone möglich ist. Dabei lassen sich zusätzlich bis zu zehn Playlists direkt auf dem Gerät speichern und abrufen.

Analoge Geräte können wahlweise per Cinch oder 3.5-mm-Klinkenbuchse an das «Meisterstück» angeschlossen werden. Ein Line-Out erlaubt gar den Anschluss eines externen Subwoofers.

Möchte man ein anderes Gerät wie zum Beispiel einen Flachbildschirm verbinden, steht ein optischer Toslink-Anschluss zur Verfügung. Wer gerne Musik über das Smartphone oder einen USB-Stick hört, kann dies direkt über den USB-Anschluss machen. Das Abspielen von High-Res-Audio-Daten ist aber leider nicht möglich.

Speziell hervorzuheben ist das verbaute Bluetooth-Modul. Es handelt sich dabei um ein bidirektionales Modul, das den aptX-Codec unterstützt und somit Musik nicht nur empfangen, sondern auch senden kann. So lässt sich ganz einfach ein Bluetooth-Kopfhörer mit dem «Meisterstück» koppeln. Ein nettes Feature.

Grosser Klang aus einer kleinen Box

Schon das Vorgängermodell FZ1000 verfügte über einen für Bridgekameras rekordverdächtig schnellen Autofokus, der bei allen Brennweiten zügig und treffsicher scharf stellte. Die FZ2000 übernimmt diese Tradition. Ihr Autofokus arbeitet dank des Hybrid-Kontrast-AFs mit DFD-Technologie (Depth From Defocus) genau und blitzschnell.

Das System berechnet den Motivabstand durch die Auswertung zweier Bilder mit unterschiedlicher Schärfentiefe und bezieht dabei die optischen Eigenschaften des Objektivs mit ein. In der Praxis reagierte der Autofokus tatsächlich verblüffend schnell und stellte präzise scharf – genügend Licht und Kontrast vorausgesetzt.

Noch etwas schneller geht es, wenn der "Quick-AF" aktiviert wird. Solange die Kamera ruhig gehalten wird, erfolgt eine automatische Nachjustierung der Schärfe, auch wenn die Auslösetaste nicht gedrückt wird. Beim Auslösen kann dann schneller fokussiert werden. Diese Funktion verbraucht jedoch etwas mehr Strom.

Auch die im Datenblatt beschriebene Serienbelichtung bewegter Motive mit bis zu 12 Bildern pro Sekunde bei Einzelfokus (AFS) bzw. 7 Bildern pro Sekunde bei kontinuierlichem Fokussieren (AFC) sind problemlos in der Praxis nachvollziehbar.

Bei Dämmerlicht und Einsatz des AF-Hilfslichts bewegte sich die Scharfstell-Geschwindigkeit dann wieder im "normalen" Bereich. Ist wenig Licht vorhanden, erscheint die Fokus-Anzeige "low". In diesem Fall kann das Scharfstellen länger als gewöhnlich dauern.

Mit verschiedenen Auto-Fokusmodi lässt sich das Verfahren zur Scharfstellung dem Motiv anpassen. Dabei lässt sich sowohl die AF-Geschwindigkeit wie auch die Grösse der Fokusfelder beeinflussen. Sogar die Empfindlichkeit bzw. die Zeitdauer für die Neufokussierung kann angepasst werden. So kann zum Beispiel vermieden werden, dass unbeabsichtigt neu fokussiert wird, wenn sich ein Objekt durchs Bild bewegt.

Als Hilfe beim manuellen Scharfstellen gibt es die Kantenhervorhebung (Focus Peaking) in wählbaren Farben sowie eine Lupenfunktion zur Bildvergrösserung. Und über den Touchscreen lässt sich auch per Fingerberührung ein Motiv scharf stellen. Mit oder ohne gleichzeitiger Belichtungsanpassung.

Dank 4K-Video ist eine Fokusbestimmung auch erst nach dem Auslösen möglich (Post Focus). Die Kamera ermittelt mehrere Schärfeebenen von nah bis fern. Danach wird einfach der Bildbereich angetippt, der scharf sein soll, und das Bild mit der gewünschten Schärfeebene als 8 Megapixel grosses JPEG-Foto abgespeichert.

Die gesamte Aufnahme liegt als 4K-Einsekunden-Video mit 30 Bildern auf der Speicherkarte. Dadurch können auch mehrere Fokusebenen ausgewählt und nachträglich zu einem grösseren Schärfebereich zusammengefügt werden. Dieses "Focus Stacking" oder auf gut Deutsch "Fokus Stapeln" benötigt bei vielen Kameras entsprechende externe Software. Bei der FZ2000 wird dies gleich in der Kamera selbst erledigt.

Das «Meisterstück» gehört bei Sonoro zur sogenannten Smart Line. Die Geräte dieser Serie lassen sich im Multiroom-Verbund nutzen. Hierbei werden ein Gerät als Server und bis zu vier weitere Geräte als Clients eingerichtet. Dies geschieht am einfachsten über die Undok-App. Damit lassen sich ganz einfach verschiedene Gruppe bilden, die zusammen angesteuert werden können.

Um dies etwas genauer anzuschauen, haben wir zusätzlich zum «Meisterstück» die kleinere All-in-One-Lösung «Relax» in Betrieb genommen.  

«Relax» ist Programm

Der kleine Bruder des «Meisterstücks»: Sonoro «Relax» ist eine moderne Interpretation eines Radioweckers.Der kleine Bruder des «Meisterstücks»: Sonoro «Relax» ist eine moderne Interpretation eines Radioweckers.

Sonoro «Relax» verfolgt ähnlich wie «Meisterstück» das Ziel, möglichst viel in eine kompakte Box zu packen. Hierbei betragen die Abmessungen nicht mehr als 183 x 115 x 223 Millimeter und machen das Gerät somit zu einer modernen Interpretation eines Radioweckers. Modern, weil «Relax», gleich wie das «Meisterstück», zig Wiedergabemöglichkeiten für Audio ausweist. USB-Port, 3.5-mm-Aux-Eingang und Bluetooth lassen hier keine Wünsche offen.

Weiter kann das All-in-One-Gerät mittels RJ45 oder mit dem WiFi-Modul eine Verbindung zum Internet aufbauen und somit ebenfalls auf Internetradio und Spotify zugreifen.  

Obwohl der Sonoro «Relax» mit 399 Franken deutlich günstiger ist, bleibt die Verarbeitung des Geräts hochwertig und entsprechend stilvoll. Wie beim grossen Bruder sind die Farben Silber, Weiss sowie Schwarz verfügbar; zusätzlich gibt es sogar noch eine rote Version des Radioweckers.

Auf der Frontseite befindet sich ein grosszügiges 2.4-Zoll-TFT-Display, das alle Relevanten Informationen gut leserlich anzeigt und sich in der Nacht automatisch dimmt. Ein Drehregler und weitere Tasten ermöglichen eine komfortable Bedienung. Die Geräteoberseite ist geprägt von einem grossen Lochgitter, unter dem sich ein gegen oben abstrahlender Breitbandlautsprecher befindet.

Der Radiowecker kann aber einiges mehr als nur Musik abspielen, schliesslich ist der Name «Relax» Programm. So stehen dem Nutzer ein von Sonoro in Zusammenarbeit mit einem Psychologen entwickeltes Meditationsprogramm zu Verfügung. Per Knopfruck lassen sich geführte Meditationen starten oder meditative Klänge und Naturgeräusche abspielen.

Grosser Klang aus einer noch viel kleineren Box

Hippes Design: Den Sonoro «Relax» gibt es neben Weiss, Silber und Schwarz auch in Hochglanz-Rot.Hippes Design: Den Sonoro «Relax» gibt es neben Weiss, Silber und Schwarz auch in Hochglanz-Rot.

Klar, «Relax» spielt in einer anderen Liga als «Meisterstück», dennoch begeistert auch beim kleinen Bruder der Klang. Die angepriesene deutsche Ingenieurskunst scheint tatsächlich zu greifen.

Der Klang der Wellness-Töne lässt abtauchen – nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch weil die Akustik sehr schön den Raum füllt. Der 3-Zoll-Breitbandlautsprecher, der nach oben abstrahlt, sorgt für dieses schöne Klangzusammenspiel. Für etwas mehr Power steht dem System ein Bassreflex-System zur Seite.

Und obwohl der «Relax» nicht unbedingt für die grenzenlose Beschallung eines Raumes gedacht ist, bringt das System einen ordentlichen Sound ins Schlafzimmer. Bässe sind klar definiert, und die Hoch- und Mitteltöne werden in einer Exaktheit wiedergegeben, welche für die Preisklasse des Geräts sehr erstaunlich ist. Die Abstrahlung gegen oben ist zwar bei reinem Stereo-Genuss zum Teil etwas irritierend, dennoch erreicht «Relax» sein Ziel, den Klang flächendeckend im Raum zu verteilen. 

Funktionserweiterung im Zusammenspiel

Schaut man sich das Zusammenspiel der beiden Geräte einmal etwas genauer an, stellt man fest, dass die Sonoro Smart Line nicht unbedingt ein Multiroom-System im eigentlichen Sinn darstellt. Vielmehr sind die beiden Geräte Einzelspieler mit ganz eigenen, speziellen Funktionen.

Der grosse Vorteil einer Multiroom-Verbindung der beiden Geräte liegt in der Erweiterung ihrer Funktionen. So kann der «Relax» nämlich auf die CD im Wohnzimmer zugreifen, das «Meisterstück» hingegen hat auf einmal die Möglichkeit, die Meditationsfunktionen des kleinen Bruders zu nutzen. Das ist ein Gewinn. Befasst man sich etwas mehr mit der Multiroom-Steuerung, stellt man aber schnell fest, dass sich die Flexibilität betreffend der Bespielung verschiedener Räume mit unterschiedlichem Content in Grenzen hält.

Die App Undok ist zwar sehr einfach zu bedienen, lässt aber ebenfalls nicht viele Multiroom-Möglichkeiten zu. Dass die Sonoro-Geräte überhaupt Multiroom-fähig sind, hat wohl mit der Strategie zu tun, so viele Funktionen wie möglich in eine All-in-One-Anlage zu packen. Die Stärken der beiden getesteten Anlagen sind darum nicht unbedingt im Multiroom-Bereich zu suchen. Die erwähnte Funktionserweiterung im Netzwerkverbund macht aber dennoch Sinn, da die Einrichtung einer Gruppe nicht mal fünf Minuten in Anspruch nimmt.

Fazit

Die beiden All-in-One-Geräte «Meisterstück» und «Relax» sind hervorragende Einzelplayer. «Meisterstück» besticht durch einen satten Sound und einen tollen Funktionsumfang, der keine Wünsche offenlässt. Ein zeitloses Design und eine hochwertige Verarbeitung machen das Gerät zum Blickfang im Wohnzimmer.

Auch die moderne Interpretation eines Radioweckers mit dem Namen «Relax» überzeugt im Design und im Funktionsumfang. Ein eigens entwickelter Meditationsmodus zeigt, wie innovativ die deutsche Audiomanufaktur Sonoro ist.

Kombiniert lassen sich beide Testgeräte in einem Multiroom-Modus zusammenschalten. So stehen den im Netzwerk verbundenen Geräten alle Funktionen zur Verfügung. Trotzdem sind die All-in-One-Systeme von Sonoro nicht klassische Multiroom-Anlagen, sondern sehr gute Einzelplayer mit zusätzlichen Multiroom-Funktionen.

Der Autor Fabian Heer
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