Musikserver, iPad und CD-Rom Drive zum Rippen.Musikserver sind Computer, die wie Hi-Fi-Geräte aussehen, unken sie da und dort. Weil Musikserver oft von IT-Firmen auf den Markt gebracht werden und weil Computer hervorragend Musik machen können. QAT Audio ist jedoch kein IT-Unternehmen, und der RS3 ist preislich auch im Vergleich zum PC/Mac nicht anstössig.
Niemand hat etwas gegen den PC im Hi-Fi-Gewand, wenn das Resultat zahlbar ist und nicht nach preistreibender High End-Verpackung riecht. Die höchsten Weihen lassen sich beim Preis des RS3 vielleicht nicht verdienen, dachte ich mir. Wer noch auf den Super-DA-Wandler wartet, der möge diesen später einfach andocken.
Das 2006 gegründete Unternehmen QAT hat mit dem grösseren Bruder MS5, wenn's denn sein muss, einen noch gewichtigeren Pfeil im Köcher. Die kurze Firmengeschichte mündet in eine Zukunft mit Ambitionen.
Was ist klangrelevant?
Klangrelevant sind bestimmt der DA-Wandler und die analoge Ausgangsstufe. QAT propagiert hier eine solide Lösung mit dem AK4396 von Asahi Kasei und einer symmetrischen Ausgangsstufe mit Operationsverstärkern.
Die Signalverarbeitung vor dem DA-Wandler hat aber auch einen Einfluss. Massgebend sind die bekannten Tugenden wie Stromversorgung, Signalführung über Kabel und Leiterplatten, die Qualität der Elektronik-Komponenten, Abschirmungen usw.
Klangrelevant kann auch die Software sein. Man weiss es, aber man weiss nicht so recht warum. Fragen Sie einen Software-Entwickler, warum sein Musikserver auf der digitalen Seite so gut ist, dass er im Endeffekt so gut klingt. Er wird es Ihnen nicht verraten, selbst wenn er es wüsste. Man verrät keine Erfolgsrezepte.
Gerätekonzept
Die UE BOOM Crystal Edition ist eine exklusive Designausführung für Apple, die in ausgewählten Apple-Geschäften erhältlich ist.Das kompakte Gerät gibt nichts von sich ausser Musik am Digitalausgang (S/PDIF Cinch) oder den Analogausgängen, symmetrisch (XLR) oder asymmetrisch (Cinch). Auf ein Display wurde verzichtet. Es ist überflüssig, da man den RS3 über eine iOS- oder Android-App von einem Tablet steuert.
Die Musikdaten können auf einem internen Wechsellaufwerk gespeichert werden. Das reicht für max. 2TB. Dafür kauft man sich eine passende 2.5" Festplatte mit 9,5 mm Bauhöhe für wenig Geld. Man kann seine Mediathek natürlich auf mehrere Wechselplatten verteilen, was eine interessante Idee darstellt. Es ist nicht immer einfach, bei grossen Mediatheken die Übersicht zu behalten. Tochter oder Sohn können das, was sie unter Musik verstehen, auf einer eigenen Festplatte nutzen. - Gut für "sturmfrei" und Party...
Externe Musikdaten streamt man vom Netzwerk (NAS) oder einer externen USB-Festplatte. Je nach Fabrikat und Konfiguration mit Datensicherung (RAID). Musikdaten ab Internet sowie Metadaten für die Mediathek streamt oder bezieht man über das Netzwerkkabel oder die mitglieferte USB-WiFi-Antenne. Letztere ist auf Funktion mit hochauflösenden Formaten zu prüfen, falls erforderlich.
CDs rippt man über ein externes USB-Laufwerk mit EAC accurate rip. Man kann CDs auch direkt wiedergeben. Ein Vorteil, wenn man noch am Anfang ist und die CD-Sammlung noch im Gestell steht.
Wechsellaufwerk und USB-Laufwerk (CD-ROM) sind nicht im Lieferumfang.
Innereien
Links die Ausgangsstufe und weiter oben der DA-Wandler. Die PC-Platine ist mittig aufgesetzt. Rechts käme dann noch die Stromversorgung. Sauber, hochwertig und aufgeräumt.Die blaue Platine stammt vom Hersteller, die grüne ist die zugekaufte PC-Platine mit einem dominanten Kühlkörper. Die seitlichen Lüfter sind bei Rack-Einbau zuschaltbar. Im Normalbetrieb sind sie nicht erforderlich.
Die seitlichen Lüfter sind nur bei Rack-Einbau erforderlich.Die rückseitigen Anschlüsse sind hochwertig, z.B. mit verschraubten Cinch-Steckern. Die Analogausgänge stehen auch symmetrisch (XLR) zur Verfügung. Der Digitalausgang ist links im Bild (S/PDIF Coaxial). Die USB-Eingänge braucht man für ein externes USB-Laufwerk und/oder einen CD-ROM Leser bzw. eine USB-WiFi-Antenne. Daneben die Schnittstelle für das Netzwerk.
Wer den Server in eine Home-Automation einbinden will, dem steht eine RS 232 Schnitstelle zur Verfügung.
Hochwertige Anschlüsse auf der Geräte-RückseiteDer Schacht für das Wechsel-Laufwerk ist praxisgerecht auf der Frontseite zugänglich.
Hier geht es rein mit der Musik.
Noch ein wenig "Elektronik-Porn"Komm wir zum wichtigsten Aspekt eines Lautsprechers, ob er nun mobil und batteriebetrieben ist oder nicht, dem Klang. Dazu erstmal was zur Lautstärke, denn da kommt mächtig was aus der Dose! Dreht man den Regler voll auf, ist die UE Boom nämlich definitiv zu laut für die Nutzung drinnen. Draussen kann man die Fähigkeiten der Boom besser ausschöpfen. Bei normaler Lautstärke ist der Sound kraftvoll mit einer guten Prise Bass. Bei richtig tiefen Frequenzlagen muss die Boom dann aber etwas zurückstecken. Dasselbe gilt für die ganz hohen Töne, da kommt vor allem bei erhöhter Lautstärke weniger. Das sind aber vorweg einige kritische Punkte, denn grundsätzlich klingt die UE Boom grossartig. In Anbetracht ihrer Grösse, des Preises und dass sie mit interner Stromversorgung auskommt, sogar genial. Vor allem in Bezug auf den 360° Sound, mit dem geworben wird, ein grosses Kompliment. Ultimate Ears schafft es, dank des Rundum-Designs eine grosse Fläche zu beschallen. Dabei kann man bei einem Ausflug um die Boom sitzen, und alle bekommen gleichmässig was von der Musik mit.
Grundsätzlich würde man annehmen, dass nach wenigen Stunden der UE Boom die Puste ausgeht - falsch gedacht. UE gibt 15 Stunden Akkulaufzeit mit "normaler" Lautstärke an, und diese werden auch eingehalten. Dies konnte auch ein Nutzer seit der ersten Stunde bestätigen, ebenso dass die Laufzeit kaum abnimmt.
Ausprobiert wurde auch der Effekt der Stereo-Paarung mittels zwei UE Boom. Der schon erstaunlich gute Sound einer Boom wird dadurch noch verstärkt, und werden die Lautsprecher noch gut platziert, steht einem guten Sounderlebnis nichts im Weg. Ich empfehle, die Boom auf jeden Fall im Stand zu platzieren, damit kommt der Sound am Besten zur Geltung. Wer noch ein Stativ hat, kann die Boom auf Ohrenhöhe platzieren, was dank des integrierten Gewindes kein Problem ist. Auch hier ein Tipp am Rande: An der mitgelieferten Schraube kann man die Boom auch mittels Schnurr "kopfüber" aufhängen und so besser platzieren.
Die Bedienung über ein ausgereiftes IOS- oder Android-App
Am besten klingt die UE Boom stehend.Diese Tutorials ersparen mir eine Menge Arbeit. Sie erlauben einen tiefen Einblick in die Funktionen, und das bekommt man nicht überall. Ich habe schon einige Apps für Musikserver bedient. Von dieser Oberfläche bin ich gelinde begeistert. Sie wird auch ständig aktualisiert und verbessert.
Die Software kommt auch mit sehr grossen Mediatheken von 5000 Alben+ gut und schnell zurecht. Sind die Daten einmal eingelesen, überzeugt der schnelle Bildaufbau und die schnelle Reaktion auf die Befehle. Einzig die digitale Lautstärkenregelung ist etwas verzögert (Latenz), so man sie denn überhaupt braucht.
Die Ultimate Ears Boom ist ein durchdachter Lautsprecher, der in Sachen Bedienung und Höhrerlebnis voll überzeugt. Auf dem Markt der mobilen Bluetooth-Lautsprecher hat die UE Boom ihre Position bezogen und punktet auch mit dem tollen Design - zusätzlich kann jeder interessierte Käufer auch aus verschiedenen Farbkombinationen auslesen. Seit Ende Juli ist einen exklusive Ausführung namens Crystal Edition auf dem Markt, diese ist nur in ausgewählten Apple-Geschäften erhältlich.
Die UE BOOM Crystal Edition ist eine exklusive Designausführung für Apple, die in ausgewählten Apple-Geschäften erhältlich ist.Airplay
Eine weitere Rosine ist die Unterstützung des drahtlosen Übertragungsprotokolls Airplay von Apple. Der RS3 kann vom iPad aus als Airplay-Empfänger gewählt und angesteuert werden. Damit kann man zum Beispiel alle Musikstreamingdienste nutzen, die eine App anbieten, und das sind meines Wissens alle. Dasselbe gilt für Internet-Radio-Plattformen wie zum Beispiel TuneIn Radio. Internet-Radio ist zwar bereits in der Mediathek integriert, mit Airplay aber ebenfalls verwendbar. - Ein Vorteil, wenn man wie ich bereits viele Sender auf TuneIn Radio gespeichert hat.
Klangqualität im Test
Klangqualität im Test mit Grimm LS1 über den Digitalausgang und WLM über den DA-WandlerDie Klangqualität ist ohne Rücksicht auf Preisklassen zu erheben. Fachzeitschriften lieben Preisklassen im Allgemeinen, damit immer alles seine Ordnung hat - Ausreden inbegriffen, wenn sich dann jemand betupft fühlt.
Die Klangbeurteilung erfolgte kompromisslos und realistisch mit dem folgenden Aufbau:
Vom Digitalausgang des QAT RS3:
QAT RS3 Digitalausgang über ein S/PDIF zu AES-Konverterkabel in das Grimm LS1 System. Im direkten A/B-Vergleich zu einem MacBook Pro mit dem aktuellen Audirvana Plus Audio-Player. USB Verbindung mit Platinum Starlight USB-Kabel von Wire World in das USB-Interface der Grimm LS1
Der Vergleich mit einer hochwertigen Mac-Lösung ist sinnvoll, da sich viele Musikhörer zwischen den beiden Lösungen entscheiden wollen. Das Grimm LS1 System ist der perfekte, unparteiische Empfänger eines jeden Datenstroms.
Ich konzentrierte mich vor allem auf den Klangcharakter von Stimmen, unter anderem Sara K. Entscheidend ist auch die räumliche Präsenz, die Greifbarkeit der Interpretin. - Man möge mir verzeihen.
Bei diesem Vergleich konnte ich keinen reproduzierbaren Unterschied zwischen dem RS3 und dem Mac feststellen. Jeder "Verdachtsmoment" verflog spätestens nach einer kurzen Pause. - Selbst mit blindem Durchschalten der zwei verwendeten Digitaleingänge am Grimm-System, damit ich nicht mehr wusste, welche Quelle ich gerade höre.
Die Stimmen klangen extrem differenziert und detailliert, plastisch, exakt gleich gross. Grosse Klangkörper wie orchestrale Klassik brachten dasselbe Resultat. Der Musikserver ist auf jeden Fall völlig ebenbürtig zu einer optimierten Mac-Quelle.
Vom Analogausgang des QAT RS3:
QAT RS3 Analogausgang in das WLM-System. Im direkten A/B-Vergleich zu einem MAN301 Musikserver von Weiss in das WLM-System. Identisches Verbindungskabel. WLM-System: Linea SE Röhrenvorstufe, Allegra Mono-Endstufen und Diva MKIV Co-Axial-Monitor.
Der Vergleich mit dem MAN301 mit preisgekröntem DA-Wandler und Ausgangsstufe ist eine David-Goliath-Angelegenheit. - Allerdings siegte damals David.
Bei diesem Vergleich konnte ich reproduzierbare Unterschiede zwischen den beiden Geräten feststellen. Die Stimmen klangen mit dem Weiss-Server körperhafter und ein wenig grösser in der Statur. Die Atmung war freier und die Orchester waren eindeutig weiträumiger angelegt. Die tonale Ausgewogenheit war nicht zu unterscheiden.
Die Einschränkung ist die, dass ein Blindvergleich nicht möglich war, weil ich die Kabel umstecken musste. Ich wusste, wer spielt. Ein kostspieliger DA-Wandler wie im MAN301 dürfte aber ohne schlechtes Gewissen ein Quentchen mehr Wahrheit ans Licht bringen, wenn nicht müssen.
Fazit
Die Oberlächenverarbeitung könnte noch ein wenig edler ausfallen, vielleicht - oder auch nicht.Wenn Sie mir jetzt empfehlen, dass ich beim Mac den Pure Music Player hätte nehmen sollen, oder einen PC mit Foobar oder ein anderes USB-Kabel oder ein Tuning beim Strom, dann würde ich Ihnen entgegnen, dass Sie beim QAT RS3 auch noch eine Menge verändern oder sogar verbessern könnten. Zum Beispiel mit Netzfiltern und dem Digitalkabel Ihrer Wahl. Ganz zu schweigen von diesen Holz-Unterstellern aus dem seltenen Holz des kalifornischen Lorbeerstrauchs.
Was Sie ganz bestimmt nehmen können, ist der teure DA-Wandler Ihrer Wahl. Da lässt sich etwas herausholen, aber dafür haben Sie noch etwas auf der hohen Kannte, wenn Sie den Preis des RS3 berücksichtigen.
Der QAT RS3 ist preiswert und erweiterbar. Seine Funktionalität hat kaum Abstriche. Ein AES-Digitalausgang wäre zu erwähnen oder für die ganz Vernarrten noch ein Coax-Eingang für externe Takt-Generatoren. Dafür bezahlt man aber mehr.
Mit der App werden Sie rundum zufrieden sein. Der RS3 ist eine gute und sehr empfehlenswerte Anschaffung. Man hat noch Geld übrig für gute Musik, die man auch kaufen und nicht nur mieten sollte.
Der QAT RS3 ist nicht nur seinen Preis wert.


