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Testbericht · Panasonic · Systemkameras

Wolf im Schafspelz

Test Pansonic Lumix DMC-G70

Von Fabian Heer · · Seite 1333 von 4

Panasonic bläst zum Angriff bei den Mittelklassekameras. Nachdem den Japanern mit der Lumix GH-4 (siehe Test) bereits ein grosser Wurf bei den Oberklassekameras geglückt ist, soll nun ein anderer Bereich aufgewirbelt werden.

Die Pansonic DMC-G70 hat alles, was es dazu braucht, und das zu einem fast unschlagbaren Preis. Aber der Reihe nach.

Typisches Beispiel: Die G70 neigt leicht zur Unterbelichtung wie dieses Foto des Rheinfalls aus einem Flugzeug zeigt.Typisches Beispiel: Die G70 neigt leicht zur Unterbelichtung wie dieses Foto des Rheinfalls aus einem Flugzeug zeigt.

Das erste Mal hatte avguide.ch bereits im Frühling die Möglichkeit, ein Vorseriengerät der Panasonic DMC-G70 zu testen (siehe Bericht). Da es bei Vorseriengeräten immer schwierig ist, sich ein abschliessendes Bild zu machen, nehmen wir die Lumix DMC-G70 im vorliegenden Test nochmals genauer unter die Lupe.

Was uns schon damals aufgefallen ist: Die Kamera, welche mit dem Kitobjektiv mit einer Brennweite von 28 bis 84 mm (Kleinbildformat) und einer Lichtstärke von F3.5 bis F5.6 daher kommt, wirkt nicht sehr ansprechend. Auch die Ausführung in Anthrazit (alternativ in Schwarz erhältlich), macht die Kamera nur bedingt edler. Etwas mehr als 500 Gramm bringt das Kit auf die Waage; das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff und wirkt eher etwas billig.

Würde man bloss auf die äusseren Werte und den ersten Eindruck gehen, wäre jetzt bereits die Zeit, um die Kamera zur Seite zu legen. Doch in diesem Schafspelz schlummert ein Wolf.

Die G70 ist von der Bauform her wie eine Spiegelreflexkamera gehalten, nur mit viel kleineren Abmessungen. Das 3-Zoll Touch-Display lässt sich in alle Richtungen kippen und schwenken, die Anzeigen wirken knackig und scharf. Neben Einstellungen kann über den Touch-Screen auch der Fokus gesetzt werden. Gerade für weniger geübte Fotografen dürfte dies eine dankbare Funktion sein. Der sogenannte Touch-Fokus funktioniert sogar bei Videoaufnahmen. So können einfach per Fingertip Schärfeverlagerungen gemacht werden. Was sich in der Theorie super anhört, ist in der Praxis allerdings etwas schwierig, da mit dem Berühren des Displays normalerweise auch die Kamera leicht bewegt wird. Gerade im Zoom-Bereich macht sich das durch Wackler im Bild recht schnell bemerkbar. 

Wer lieber durch den Sucher schaut, der kann auf einen gestochen scharfen OLED-Sucher mit 2,36 Millionen Pixel vertrauen, welcher sich bis zu ±4.0 Dioptrien dem Auge anpassen lässt. Durch die ergonomische Bauform liegt die Kamera sehr gut in der Hand; Bedienelemente und Wahlräder sind perfekt zu erreichen. So sind auf der Kamera je ein Rad zur Wahl der Auslöseart und der Belichtungsprogramme zu finden. Zwei weitere Einstellräder neben der Daumenauflage und unter dem Auslöser regeln Verschlusszeit und Blende.

Für grosse Flexibilität und Individualität sorgen die fünf freibelegbaren Tasten. Je nach Bedarf können diese Tasten mit einer beliebigen Funktion versehen werden, welche dann ganz simpel und schnell abrufbar ist. Ebenfalls individuell lässt sich eine Seite des On-Screen-Menüs, das «Quick-Menü», belegen. Dies hilft, die Kamera und die benötigten Funktionen sehr individuell an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Plastikhaufen: DiIe Panasonic Lumix DMC-G70 macht beim ersten Eindruck keine gute FallePlastikhaufen: DiIe Panasonic Lumix DMC-G70 macht beim ersten Eindruck keine gute Falle

Die Fotostrecke ist momentan nicht verfügbar.

Nur mässiges Kit-Objektiv

Mit einer 2/3 Blendenkorrektur passt es dann aber gut. Mit einer 2/3 Blendenkorrektur passt es dann aber gut.

Gute Bildqualität, aber leicht unterbelichtet

Fazit

Panasonic bläst zum Angriff bei den Mittelklassekameras. Nachdem den Japanern mit der Lumix GH-4 (siehe Test) bereits ein grosser Wurf bei den Oberklassekameras geglückt ist, soll nun ein anderer Bereich aufgewirbelt werden.

Die Pansonic DMC-G70 hat alles, was es dazu braucht, und das zu einem fast unschlagbaren Preis. Aber der Reihe nach.

Dass die G70 ihrer grossen Schwester, der GH4, in Sachen Video nicht nachsteht, zeigt der Blick auf die Bewegtbilder. So kommt man richtig ins Schwärmen, wenn man die knackig-scharfen Aufnahmen auf einem 4K-fähigen Screen anschaut. In der höchsten Auflösung zeichnet die Lumix GMC-G70 mit 3840 x 2160 Pixel in 24 oder 25 Vollbildern pro Sekunde auf, und das bei einer Bitrate von 100 Megabit pro Sekunde.

Solche Datenraten fordern nicht nur die Kamera, sondern auch das Speichermedium. Für den Test wurde eine SDXC Karte der UHS Speed Class 3 (U3) verwendet. Eine solche Karte garantiert die lückenlose Aufzeichnung des 4K Contents. Eine Schreibgeschwindigkeit von 90 MB/s wird dabei für solche Aufnahmen auch vom Hersteller empfohlen.

Doch nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der Speicher an sich kommt bald an seine Grenzen. Werden 4K-Aufnahmen getätigt, verschlingt die Kamera pro Minute Video satte 750 Megabyte an Speicher. Für ein paar Ferienvideos müssen also einige grosse Speicherkarten mitgeführt werden.

Nicht zu vergessen ist dabei auch die Nachbearbeitung: Für 4K-Videos braucht es einen ziemlich leistungsfähigen Computer. Mit dem 5K Retina iMac von Apple (4 GHz Intel Core i7 und 32 GB RAM) und Premiere Pro ging das eigentlich ganz flott, allerdings hat der iMac nach einiger Zeit ziemlich Abwärme produziert, was deutlich zeigt, dass 4K-Videos auch eine solche Maschine nicht kalt lassen.

Der Ton wird wir über das integrierte Stereomikrofon aufgezeichnet. Wie zu erwarten ist die Qualität hier eher mässig. Dafür kann über eine Stereobuchse aber ein externes Mikrofon angeschlossen werden, was die Tonaufnahme merklich verbessert. Über einen externen Griff, welcher XLR-Anschlüsse besitzt, wie bei der GH4, verfügt die G70 allerdings nicht.

Top 4K-Qualität zum Tiefpreis

Dass die G70 ihrer grossen Schwester, der GH4, in Sachen Video nicht nachsteht, zeigt der Blick auf die Bewegtbilder. So kommt man richtig ins Schwärmen, wenn man die knackig-scharfen Aufnahmen auf einem 4K-fähigen Screen anschaut. In der höchsten Auflösung zeichnet die Lumix GMC-G70 mit 3840 x 2160 Pixel in 24 oder 25 Vollbildern pro Sekunde auf, und das bei einer Bitrate von 100 Megabit pro Sekunde.

Solche Datenraten fordern nicht nur die Kamera, sondern auch das Speichermedium. Für den Test wurde eine SDXC Karte der UHS Speed Class 3 (U3) verwendet. Eine solche Karte garantiert die lückenlose Aufzeichnung des 4K Contents. Eine Schreibgeschwindigkeit von 90 MB/s wird dabei für solche Aufnahmen auch vom Hersteller empfohlen.

Doch nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der Speicher an sich kommt bald an seine Grenzen. Werden 4K-Aufnahmen getätigt, verschlingt die Kamera pro Minute Video satte 750 Megabyte an Speicher. Für ein paar Ferienvideos müssen also einige grosse Speicherkarten mitgeführt werden.

Nicht zu vergessen ist dabei auch die Nachbearbeitung: Für 4K-Videos braucht es einen ziemlich leistungsfähigen Computer. Mit dem 5K Retina iMac von Apple (4 GHz Intel Core i7 und 32 GB RAM) und Premiere Pro ging das eigentlich ganz flott, allerdings hat der iMac nach einiger Zeit ziemlich Abwärme produziert, was deutlich zeigt, dass 4K-Videos auch eine solche Maschine nicht kalt lassen.

Der Ton wird wir über das integrierte Stereomikrofon aufgezeichnet. Wie zu erwarten ist die Qualität hier eher mässig. Dafür kann über eine Stereobuchse aber ein externes Mikrofon angeschlossen werden, was die Tonaufnahme merklich verbessert. Über einen externen Griff, welcher XLR-Anschlüsse besitzt, wie bei der GH4, verfügt die G70 allerdings nicht.

Wenn 4K auf Foto trifft

Fazit

Gute Bildqualität, aber leicht unterbelichtet

Wenn 4K auf Foto trifft

Die Panasonic Lumix DMC-G70 ist ein Wolf im Schafspelz. Wirkt die Kamera im ersten Moment etwas gewöhnlich, zeigen sich bei der Benutzung ihre Stärken deutlich. Die G70 wird der perfekte Begleiter für ambitionierte Hobbyfotografen und Familienväter (oder Mütter) mit aktiven Kindern. Besonders gefällt die Fähigkeit, echte 4K-Videos aufzuzeichnen; die Qualität ist dabei hervorragend. Der 4K-Fotomodus ist eine innovative Funktion, die viel Spass bereitet und zu nie dagewesenen Schnappschüssen führen wird.

Der Autor Fabian Heer
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