20. Februar 2019 | seit 1999
PRODUKTNEWS
ARTIKEL
Publikationsdatum
10. Februar 2019
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter

Es gibt sie zwar auch bei Goldmund noch, die klassischen High-End-Systeme, bestehend aus autoritär dimensionierten, passiven Lautsprechern, Endstufen, Vorverstärkern und digitalen Quellen. Die Stossrichtung der in Vernier (GE) domilizierten High-End-Luxusmarke Goldmund geht aber ganz klar in Richtung von gleichermassen kompromisslosen Aktivsystemen, die nur noch eine (digitale) Musikquelle benötigen und auch wireless auf Top-Niveau musizieren.

Diese Stossrichtung offenbart sich bereits in der Struktur der Goldmund-Webseite: Zuoberst rangieren unter «Collections» eben diese neuen Aktivsysteme. Die klassischen Gerätschaften findet man unter der dezenten Bezeichnung «Legendary Products». Das klare Bekenntnis von Goldmund zu aktiven Systemen ist nicht neu. Michel Reverchon gab diese Marschrichtung bereits 2015 in einem Interview mit avguide.ch in aller Deutlichkeit bekannt. Die Technologie dazu wurde inhouse entwickelt und erreichte bereits vor drei Jahren ein beeindruckendes Niveau. Davon konnten wir uns im Februar 2016 bei einem Test überzeugen: Der WiFi-Hub Talisman haute uns schlicht um.

Prana: Das Meer der Energie

Die Hindu-Philosophie gab den neuen Geräten ihre Namen. Prana heisst die Nummer 3 der Aktivlautsprecher-Linie und ist ein Sanskrit-Wort, das sich mit «Meer an Energie, welche alle Materie vitalisiert» deuten lässt. Die Bedeutung soll auch die unermüdliche Arbeit der Goldmund-Ingenieure würdigen. Sie sollen mit Prana ein Meisterwerk an musikalischer Kommunikationsfähigkeit geschaffen haben. Punkto Definition und Neutralität soll Prana nicht zu überbieten sein, so wird uns berichtet.

Smart DSP

Bei der Verwirklichung durfte die Philosophie getrost der Mathematik weichen. Das zu Grunde liegende mathematische Modell heisst Proteus, und der Zeitkorrektur-Algorithmus nennt sich Leonardo 2. Das DSP, Herz und Hirn von Prana, ist eine digitale Frequenzweiche mit optimierter Zeit- und Phasenkorrektur. Sie ist die effektive Grundlage für ein tadelloses Zeitverhalten im Dienst von musikalischem Realismus und Exaktheit. Hier offenbart sich das Credo von Goldmund.

Technik

Die bewährten Telos-Endverstärker kommen integriert zum Einsatz. Für den Hochton- und Mitteltonbereich mit je 175 Watt und für den Bassbereich im Bassreflexgehäuse nochmals deren 250, in Summe also 600 Watt pro Lautsprecher. Sie beschäftigen, vom DSP orchestriert und von separaten DA-Wandlern «in analog» umgesetzt, einen Soft-Dome-Hochtöner, einen nicht näher definierten 7-Zoll-Mitteltontreiber und einen relativ übersichtlichen 9-Zoll-Basslautsprecher.

Mechanisch und konstruktiv unterscheidet sich Prana nicht wesentlich von den vergleichbaren Passivlautsprechern von Goldmund. Der Hersteller setzt auch hier auf zwei separate Gehäuse, die in einem massiven Stahlrahmen aufgehängt sind. Die Gehäuse sind aus massivem Aluminium und mechanisch «geerdet». Sie erzeugen keinerlei Vibrationen und verhindern jede Beeinträchtigung des Musiksignals.

Das System lässt sich wireless ansteuern oder auch kabelgebunden mit einem SPDIF-Coaxial-Digitalkabel. Wer höhere Ambitionen hat, kann den Goldmund Talisman Wireless Hub verwenden oder jeden Goldmund-Prozessor.

Die DSP-gesteuerten Prana-Aktivlausprecher von Goldmund kosten in der Schweiz 70'000 CHF pro Paar. Ein Lautsprecher wiegt 80 kg.

avguide.ch meint

Goldmund setzt konsequent auf Future-Fi. Es gibt kaum einen Top-High-End-Hersteller, der das so konsequent durchzieht. Man hat schon vor Jahren erkannt, dass auch die beste Musikwiedergabe bei einfacher Bedienung und möglichst wenig Geräten Zukunft hat.

Prana von Goldmund: 48 cm breit, 99 cm hoch und 48 cm tief. Das ist kein Koloss. Die eigenständige Designsprache passt fast in jedes Ambiente.
Wettbewerb