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Fest der Sinne

Test Lautsprecher Bowers & Wilkins 804 D4

Die kleine Standbox innerhalb der Serie 800 D4 klingt ganz gross. Im Test punktet die Bowers & Wilkins 804 D4 mit toller Feinzeichnung und räumlicher Abbildung. So viel klangliche Finesse und Detailauflösung bekommt man selten zu Gehör.

Von Martin Freund · 21. Dezember 2021
Bowers & Wilkins 804 D4.Bowers & Wilkins 804 D4.

«Die neue 800 Serie Diamond umfasst die edelsten Lautsprecher, die Bowers & Wilkins jemals gebaut hat». Dieses Statement lässt aufhorchen, zumal der britische Traditionshersteller schon unzählige audiophile Highlights auf den Markt gebracht hat. Schaut man sich die neue 804 D4 genau an, so kommt man nicht umhin, dem zuzustimmen.

Während sich die grösseren Standmodelle 803 D4, 802 D4 und 801 D4 optisch eher noch an die Vorgänger anlehnen, hat die kleine Standbox eine völlig neue Konstruktionsweise erhalten. Die vor rund sechs Jahren lancierte 804 D3 verfügte noch über ein nach hinten gerundetes Gehäuse mit aufgesetzter Schallwand. Die neue 804 D4 verzichtet auf eine eigentliche Schallwand und besitzt nun die gleiche durchgehend gerundete Front wie die grösseren Geschwister innerhalb der Baureihe. Davon verspricht sich Bowers & Wilkins eine harmonischere Abstrahlung ohne Brechung der Schallwellen durch seitliche Gehäusekanten. Wichtig ist dies insofern, als die 804 D4 nicht über ein abgetrenntes Gehäuse für den Mitteltöner verfügt.

Vorne durchgehend gerundet: Auch die neue 804 D4 verfügt nun über das typische «Reverse Wrap»-Gehäuse ohne störende Kanten.Vorne durchgehend gerundet: Auch die neue 804 D4 verfügt nun über das typische «Reverse Wrap»-Gehäuse ohne störende Kanten.

Über vorstehende, in das Gehäuse integrierte Zierringe findet der 16,5-cm-Continuum-Konus dennoch fast ideale Arbeitsbedingungen vor. Runde Gehäuse sind sehr aufwändig herzustellen. Bowers & Wilkins vertraut dabei nicht auf einen externen Zulieferer, sondern fertigt jedes einzelne Gehäuse bei sich im Werk. Dabei ist sehr viel Handarbeit mit im Spiel. Die 804 D4 ist somit kein Massenprodukt; jeder Lautsprecher ist sozusagen ein massgefertigtes Exemplar – hergestellt mit sehr viel Liebe zum Detail.

Die neue Bauform beinhaltet eine verbesserte, mit einer Aluminiumfront verstärkte Matrix-Innenversteifung. Letztere gehört ja seit Urzeiten zur DNA des britischen Traditionsherstellers. Ebenso wie die von der Ur-Nautilus abgeleitete, sich nach hinten verjüngende «Schneckenform» des (aus einem massiven Aluminiumblock gefrästen) Hochtönergehäuses. Dieses wurde für die Serie D4 ebenfalls überarbeitet. Es ist nun deutlich länger und verspricht damit, rückwärtig abgestrahlten Restschall der Diamantkalotte noch besser unschädlich zu machen. Zudem ist es durch eine neue Zweipunkt-Lagerung effektiver vor Resonanzen vonseiten des restlichen Lautsprechers geschützt.

Von der legendären Nautilus abgeleitet: Das aus massivem Aluminium gefräste Hochtönergehäuse vernichtet unerwünschten Restschall der Diamantkalotte.Von der legendären Nautilus abgeleitet: Das aus massivem Aluminium gefräste Hochtönergehäuse vernichtet unerwünschten Restschall der Diamantkalotte.

Reichlich Aluminium kommt auch an der Rückseite der Box sowie bei der Deckplatte zum Einsatz: Das gerundete Gehäuse wird hinten mit einer massiven, gerippten Aluplatte durchgehend abgeschlossen. Und auch der Deckel ist nicht mehr aus Holz, sondern aus Aluminium. Das Metall ist hier jedoch gut getarnt: Bis auf den polierten äusseren Rand ist die Oberseite mit wunderbarem Connolly-Leder belegt, was dem Lautsprecher einen zusätzlichen «Touch of Class» verleiht.

Viel Liebe zum Detail: Die Aluminium-Deckplatte ist mit farblich passendem Conolly-Leder abgedeckt. Die wertvolle Diamantkalotte ist durch ein Ziergitter gut geschützt.Viel Liebe zum Detail: Die Aluminium-Deckplatte ist mit farblich passendem Conolly-Leder abgedeckt. Die wertvolle Diamantkalotte ist durch ein Ziergitter gut geschützt.

Die wohl entscheidendste Verbesserung gegenüber der Vorgängerversion findet sich beim 13-cm-Mitteltöner. Dabei kommt nach wie vor die famose, silberfarbene Continuum-Membran (ein Ergebnis langjähriger Forschung von Bowers & Wilkins) zum Einsatz. Die sickenlose Aufhängung der Membran vermeidet Unlinearitäten, wie sie bei herkömmlichen Membranaufhängungen häufig auftreten.

Neu ist die «biomimetische» Zentrierspinne, welche eine herkömmliche Gewebezentrierspinne ersetzt. Die Spinne sorgt dafür, dass die Schwingspule im Luftspalt des Magnets zentriert bleibt und nicht etwa seitlich streift. Ausserdem stabilisiert sie die Bewegung der Membran und vermeidet übermässige Auslenkungen. Die biomimetische Spinne ist nun deutlich schlanker ausgelegt und vermeidet die Entstehung unerwünschten Luftdrucks an der Rückseite der Membran. Ausserdem wird das Ansprechverhalten im Mitteltonbereich verbessert, indem bei der Schallwandlung (von elektrischen zu akustischen Impulsen) ein geringerer mechanischer Widerstand auftritt. Das Ergebnis soll laut Bowers & Wilkins ein «unvergleichlich transparenter und realistischer Klang im Mitteltonbereich» sein. Eine Formulierung der Superlative, der man nach dem Hörtest ausnahmsweise zustimmen muss.

Die neu entwickelte Zentrierspinne verringert mechanische Verluste und verbessert so das Ansprechverhalten des Continuum-Mitteltöners.Die neu entwickelte Zentrierspinne verringert mechanische Verluste und verbessert so das Ansprechverhalten des Continuum-Mitteltöners.

Nicht zuletzt wurden auch die Frequenzweiche und die Tieftöner überarbeitet. Bei ersterer kommen nun spezielle Bypass-Kondensatoren zum Einsatz, die für noch mehr Feinklang sorgen sollen. Letztere arbeiten mit neu gestalteten Aerofoil-Membranen (ein Verbundmaterial aus Carbonfasern mit leichtem Schaumstoffkern in variabler Stärke) und zusätzlichem Antiresonanz-Plug aus Schaumstoff. Dieser soll die Bewegung der Schwingspule harmonisieren und nichtlineare Verzerrungen zusätzlich reduzieren. Die beiden 16,5-cm-Tieftöner arbeiten auf der nach unten gerichteten, aerodynamisch optimierten Bassreflexöffnung. Ein massiver Aluminiumsockel mit bedämpftem Stahleinsatz sorgt für ein solides Fundament ohne unerwünschte Resonanzen. Die Standfestigkeit der neuen 804 D4 wurde zudem mit neu gestalteten Füssen bzw. Spikes verbessert.

Der Rücken der Box wird durch eine massive, gerippte Aluplatte abgeschlossen. Die Bassreflexöffnung arbeitet auf einem massiven Aluminiumsockel, der wahlweise auf Füssen oder Spikes steht.Der Rücken der Box wird durch eine massive, gerippte Aluplatte abgeschlossen. Die Bassreflexöffnung arbeitet auf einem massiven Aluminiumsockel, der wahlweise auf Füssen oder Spikes steht.

Alles in allem kann man sagen, dass sich die neue 804 D4 technisch kaum noch am Vorgänger anlehnt. Es handelt sich um einen durchgehend neu entwickelten Lautsprecher, der nun nahtlos seinen Platz als «kleine» Standbox innerhalb der Serie 800 D4 einnimmt. Obwohl: So klein ist sie mit einer Höhe von rund 107 cm gar nicht. Dennoch wirkt sie optisch durchaus zierlich, zumal die Standfläche mit rund 31 x 39 cm erfreulich gering ausfällt.

Die Industriedesigner bei Bowers & Wilkins haben zudem ganze Arbeit geleistet, was ein ästhetisches Erscheinungsbild und die Integration in verschiedene Wohnumgebungen betrifft. So ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die vier verschiedenen Farbversionen zur Geltung kommen. Neben Schwarz hochglanz, mattem Weiss und klassisch-dunklem «Rosenholz»-Furnier gibt es die Serie 800 D4 neu auch in hellem Nussbaum-Furnier. Letzteres steht auch der 804 D4 wunderbar. Sie wirkt dadurch optisch «leichter» als etwa die schwarze Version. Aber eben, alles Geschmackssache.

Die 804 D4 ist in vier verschiedenen Farbtönen erhältlich. Neu ist die schicke Variante «Satin Walnut» (rechts im Bild) in hellem Nussbaum mit passenden Frontabdeckungen.Die 804 D4 ist in vier verschiedenen Farbtönen erhältlich. Neu ist die schicke Variante «Satin Walnut» (rechts im Bild) in hellem Nussbaum mit passenden Frontabdeckungen.

Die beiden dunklen Farbvarianten (Schwarz und Rosenut) sind oben mit schwarzem Leder belegt, die hellen Gehäusevarianten (Weiss, Walnut) mit hellgrauem Leder. Und auch die abnehmbaren Frontbespannungen sind farblich angepasst (Grau/Schwarz). Damit bestehen für die 804 D4 gute Chancen, punkto «WAF» (woman’s acceptance factor) zu punkten. Und sowohl die wertvolle Diamantkalotte wie auch die Tief- und der Mitteltöner sind vor neugierig zudrückenden Kinderfingern gut geschützt.

Stimmungsvoller Klang

Wir hörten die Bowers & Wilkins 804 D4 zunächst über den Michi X5 von Rotel, dem grösseren Bruder des testbewährten Michi X3 (Test: nachzulesen hier). Auch der X5 ist ein Traum von einem Vollverstärker und lässt ausstattungsmässig dank integriertem HiRes-DAC sowie Phono-MM- und MC-Stufe keine Wünsche offen. Mit 2 x 350 Watt treibt er jeden Lautsprecher zur Höchstleistung. Damit, und dank eines hohen Dämpfungsfaktors von 350 hat er auch die 804 D4 bestens im Griff. Als Lautsprecherkabel kamen LS32 Cu von Silent Wire zum Einsatz.

Der kraftvolle, ausgewogene Klangcharakter des Vollverstärkers Michi X5 von Rotel passt prima zur filigran-brillanten 804 D4 von Bowers & Wilkins.Der kraftvolle, ausgewogene Klangcharakter des Vollverstärkers Michi X5 von Rotel passt prima zur filigran-brillanten 804 D4 von Bowers & Wilkins.

Jahreszeiten-gerecht durften zunächst diverse Interpreten ihren stimmungsvollen Beitrag an Weihnachtsmusik zum Besten geben. Ian Andersons charakteristische Stimme und sein unverwechselbares Flötenspiel kommen im «Christmas Song» (auf Jethro Tulls «Christmas Album») über die 804 D4 unglaublich schön zur Geltung. Sie kreiert ein charmantes Timbre mit emotionaler Ausdruckskraft – und dies bei aussergewöhnlicher Klarheit und Präzision. Die Perkussion und «Jingle Bells» offerieren in den Höhen ein ganz eigenes Hörerlebnis: Der Reichtum an feinsten, unaufdringlichen Obertönen im Track «Ring Our Solstice Bells» ist wirklich beeindruckend – ein eigentliches Fest der Sinne. Die Bassläufe kommen schlank, superschnell und bestens definiert.

Tolle Weihnachtstimmung ohne Kitsch: Jethro Tulls «Christmas Album».Tolle Weihnachtstimmung ohne Kitsch: Jethro Tulls «Christmas Album».

Dass die Bowers & Wilkins 804 D4 ein besonderes Faible für Stimmen hat, beweist sie auch im Titel «Baby, It's Cold Outside» in der Version von James Taylor im Duett mit Natalie Cole. Beim Anhören wird es einem so warm ums Herz, dass die Winterkälte draussen keine Chance hat, die vorweihnachtliche Stimmung zu beeinträchtigen. Hierbei wird klar, dass dieser Lautsprecher sowohl den Bass- als auch den Grundtonbereich aussergewöhnlich konturiert und griffig wiedergibt. Die Mitten und die Höhen knüpfen nahtlos an und kreieren eine ganzheitlich-homogene Spielweise, in der alle Frequenzbereiche gleichermassen klar und offen wiedergegeben werden. So kann man der neuen 804 auch attestieren, dass der Diamanthochtöner weniger auffällig agiert als noch beim Vorgänger. Dies nicht etwa, weil die D4 diskreter abgestimmt wäre, sondern vielmehr, weil sie über den gesamten tonalen Bereich offener und definierter agiert.

Warm ums Herz: James Taylors «Baby, It's Cold Outside» im Duett mit Natalie Cole kriegt auch hartgesottene Weihnachtsmuffel zum Auftauen.Warm ums Herz: James Taylors «Baby, It's Cold Outside» im Duett mit Natalie Cole kriegt auch hartgesottene Weihnachtsmuffel zum Auftauen.

Ganz hervorragend beherrscht die Bowers & Wilkins 804 D4 eine weitere Paradedisziplin guter High-End-Lautsprecher: Die räumliche Inszenierung des musikalischen Geschehens. Beispiel gefällig? Das in der Baselbieter Kirche Maisprach aufgenommene «Silent Night» mit Arianna Savall, Petter Udland Johansen und dem Ensemble Hirundo Maris interpretiert (selten gehörte) alte Weihnachtsmusik aus ganz Europa auf eine ganz eigene, anmutende Art und Weise. Die britische Standbox transferiert dies dermassen authentisch und atemberaubend losgelöst in den Hörraum, dass man bei geschlossenen Augen wirklich das Gefühl hat, live dabei zu sein. Eine tolle Aufnahme über einen tollen Lautsprecher inszeniert!

Musikalisch aufnahmetechnisch ganz hervorragend: «Silent Night» mit Arianna Savall, Petter Udland Johansen und dem Ensemble Hirundo Maris. Aufgenommen in der Kirche Maisprach.Musikalisch aufnahmetechnisch ganz hervorragend: «Silent Night» mit Arianna Savall, Petter Udland Johansen und dem Ensemble Hirundo Maris. Aufgenommen in der Kirche Maisprach.

Die Bowers & Wilkins 804 D4 eignet sich ganz hervorragend zum Beurteilen der Aufnahmequalität. Sie ist ein Abhörmonitor allerhöchster Güte. So ist es beispielsweise sehr aufschlussreich, die verschiedenen Aufnahmen von Händels «Messiah» zu vergleichen. Unglaublich, welche Unterschiede da sowohl bezüglich der Interpretation wie auch der Tontechnik zutage treten. Die 804 D4 macht alles perfekt hörbar – auch den Qualitätssprung von 16-Bit- zu HiRes-Audio. Ihre analytischen Fähigkeiten sind aussergewöhnlich gut. Dies bedeutet einerseits, dass man sich bei guten Aufnahmen im siebten (Klang-)Himmel wähnt, bei weniger gut gelungenen hingegen auch die Defizite wahrnimmt. Die 804 D4 nivelliert in keiner Weise, sondern gibt unbestechlich wieder, wie ein musikalisches Ereignis aufgezeichnet wurde.

Schliesslich wartete auch noch das legendäre «Cantate Domino» vom Label Proprius auf der Playlist. Ebenfalls in einer Kirche (Oscarskyrhan in Stockholm) aufgenommen, ist diese (Analog-)Aufnahme immer wieder für eine Überraschung gut. Über die Bowers & Wilkins gehört, lebte der ursprüngliche Zauber der skandinavischen Weihnacht in einer Weise wieder auf, wie man es selbst als guter Kenner dieser Aufnahme nur selten erlebt. Man kann als gebannter Zuhörer mühelos in die weiträumige Kirchenakustik eintauchen und die Illusion aufbauen, über die Grenzen von Raum und Zeit hinweg bei diesem Ereignis live dabei zu sein.

Immer wieder hörenswert: Das legendäre «Cantate Domino» vom Label Proprius.Immer wieder hörenswert: Das legendäre «Cantate Domino» vom Label Proprius.

Entdeckerfreude kam auch beim Hören sinfonischer Musik auf. So ertönte Tschaikowskys 2. Sinfonie ungemein spannend und herrlich dramatisch. Klangdetails wurden nicht auf dem Silbertablett serviert, sondern entfalteten sich selbst in Fortissimo-Passagen in einer schwerelosen Selbstverständlichkeit, die auch das Lauthören zum Genuss werden lassen.

Zugute kam der 804 D4, dass sie der potente Vollverstärker Michi X5 von Rotel (dank seines satt dimensioniertem Netzteils mit zwei Ringkerntransformatoren und viel Siebkapazität) nie im Stich liess, wenn kurzfristig hohe Impulskraft angefordert wurde. Die 804 D4 weist nominell zwar eine unkritische Impedanz von 8 Ohm aus. Laut Bowers & Wilkins erreicht die Impedanz stellenweise jedoch minimal 3 Ohm, sodass vom Verstärker hohe Stabilität und Stromlieferfähigkeit gefordert sind. Beides liefert der Michi X5, und der hohe Dämpfungsfaktor von 350 sorgt dafür, dass auch die Gegeninduktion vonseiten der beiden Bassschwingspulen keine Chance auf Klangminderung hat.

Das Zusammenspiel der Bowers & Wilkins 804 D4 mit dem Michi X5 kann man durchweg als Erfolgsstory beschreiben, zumal der kraftvolle Vollverstärker Rotel-typisch für eine ausgewogene Klangbalance mit konturiertem Bass/Grundton, schönen Klangfarben und unaufdringlich feinen Höhen sorgte.

Traumhafte Auflösung und räumliche Feinzeichnung: Über die Classé-Delta-Verstärkerkombi klingt die Bowers & Wilkins 804 D4 eine Klasse besser.Traumhafte Auflösung und räumliche Feinzeichnung: Über die Classé-Delta-Verstärkerkombi klingt die Bowers & Wilkins 804 D4 eine Klasse besser.

Dennoch interessierte uns natürlich auch, wie die «kleine» Standbox der Briten mit noch teurerer Elektronik klingen würde. Zu diesem Zweck durfte sie an der testbewährten Vor-/Endverstärker-Kombi Classé Delta Pre und Delta Stereo zeigen, ob sie punkto Klangtransparenz noch mehr drauf hat als im Verbund mit dem Michi X5. Die Classé Delta gehört punkto Auflösung und Feinzeichnung zum Besten, was der Weltmarkt hergibt. Schon bei den ersten Takten wurde klar, dass die 804 D4 nun einem ganz anderen Klangideal huldigte. Die Steigerung in der Detailtreue und vor allem in der räumlichen Abbildung war doch dramatisch. Auch die tonale Ansprache wirkte grundsätzlich filigraner und noch direkter.

Die 804 D4 kreieren eine tolle Weihnachtsstimmung und fühlen sich in jeder Wohnumgebung wohl.Die 804 D4 kreieren eine tolle Weihnachtsstimmung und fühlen sich in jeder Wohnumgebung wohl.

Spricht das nun gegen den Rotel Michi X5? Keineswegs, denn die Classé-Delta-Kombi kostet fast das Vierfache. Es zeugt jedoch vom Niveau der Bowers & Wilkins 804 D4: Sie setzt zunehmende Güte der Elektronik (und auch der verwendeten Kabel) sozusagen linear in eine Steigerung der Klangqualität um. Und man kann mit Sicherheit sagen, dass dieser Ausnahmelautsprecher keinen Flaschenhals in der Wiedergabekette darstellt – ganz egal, wie teuer und exklusiv der Rest der Anlage sein sollte.

Fazit

Für den potienziellen Käufer ist gut zu wissen, dass es sich bei der 804 D4 um eine nachhaltige Anschaffung handelt, die auch die nächsten Evolutionsschritte der HiRes-Musikwiedergabe klaglos mitmachen wird. Erfahrungsgemäss ist auch der Werterhalt der britischen High-End-Lautsprecher sehr hoch. Somit kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass eine 804 D4 von Bowers & Wilkins auch in zehn bis zwanzig Jahren noch als Schallwandler der Topklasse gelten wird. So gesehen relativiert sich der auf den ersten Blick recht hohe Preis von CHF 14'700 für das Paar. Man bekommt dafür unglaublich viel Klang, rundum tolle Verarbeitung und hohe Langzeitzufriedenheit.

Steckbrief
Modell:
804 D4
Profil:
Schlanker Standlautsprecher der absoluten Spitzenklasse mit phänomenalem Auflösungsvermögen, perfekter Raumabbildung und Durchhörbarkeit. Lässt klanglich und optisch keine Wünsche offen.
Pro:
Ansprechendes schlankes Design in vier geschmackvollen Farbarianten
Rundum perfekte Verarbeitung
Benötigt wenig Stellfläche
Süchtig machender, enorm transparenter Klang
Schlanker, ultraschneller Bass
Tonal durchgehend homogene Abstimmung
Contra:
Preis gegenüber dem Vorgängermodell erhöht.
Preis:
14,700.00 CHF
Hersteller:
Bowers & Wilkins
Jahrgang:
2021
Vertrieb:
B&W Group (Schweiz) GmbH
Masse:
1071 x 306 x 391 mm
Gewicht:
37 kg
Farbe:
Schwarz hochglanz, Weiss, Satin Rosenut, Satin Walnut
Bass:
2 x 16,5 cm Aerofoil-Membran
Bauprinzip:
3-Wege-Bassreflex
Empfohlene Leistung:
50 – 200 Watt
Frequenzgang:
24 Hz – 28 kHz ± 3dB
Hochton:
25 mm Diamantkalotte
Impedanz:
8 Ohm
Mittelton:
13 cm Continuum-Membran
Wirkungsgrad:
89 dB
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/test-lautsprecher-bowers-and-wilkins-804-d4-fest-der-sinne
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