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8. September 2002
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Die ehemalige Musiktauschbörse Napster hat einem Grossteil ihres Personals gekündigt. Zuvor hatte ein US-Gericht die Übernahme durch den Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann untersagt. Nach der Entscheidung prangten auf der Website des insolventen Unternehmens aus Redwood City, Kalifornien, die Worte: "Napster war hier".

In der Urteilsbegründung von Richter Peter J. Walsh vom US-Insolvenzgericht in Wilmington (Delaware), hiess es, die Zustimmung könne nicht erteilt werden, weil der Medienkonzern Bertelsmann nicht aus "ehrlichen Motiven" für das Unternehmen handele. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, kritisierte der Richter auch die Rolle von Napster-Chef Konrad Hilbers, der von der Bertelsmann-Firma BMG herübergewechselt war. Hilbers hatte erklärt, dass er seine Entscheidungen stets danach getroffen habe, was das Beste für Bertelsmann sei.

"Wir akzeptieren die Entscheidung des Gerichts gegen den Verkauf von Napster-Vermögenswerten an Bertelsmann. Der Kauf wird von uns damit nicht weiter verfolgt", so ein Bertelsmann-Sprecher gegenüber pressetext.deutschland. Damit gelingt Bertelsmann ein eleganter Ausstieg aus einem Geschäft, den der neue Vorstandsvorsitzende Gunter Thielen ganz offensichtlich nicht mehr wollte. Ex-Chef Thomas Middelhoff hatte versucht, die insolvente Tauschplattform in einen kostenpflichtigen Abonnenten-Service umwandeln. Dafür lag ein Angebot von neun Mio. Dollar vor, die die Schuldner Napsters erhalten sollten. Konkurrierende Vertreter der Musikindustrie hatten die Summe vor Geicht als zu niedrig abgelehnt.

Bertelsmann hat insgesamt 85 Mio. Dollar in die Tauschplattform investiert. Die File-Sharing-Plattform musste Anfang des letzten Jahres geschlossen werden. Ein US-Gericht hatte Napster der Verletzung des Copyrights für schuldig befunden. Schadensersatzforderungen der Musikindustrie in zweistelliger Millionenhöhe belasteten daraufhin die Kassen. Kurz darauf schloss Bertelsmann eine Partnerschaft mit dem Unternehmen. Die File-Sharing-Plattform konnte in ihrer besten Zeit rund 60 Mio. aktive Nutzer verzeichnen.
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