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Publikationsdatum
7. März 2001
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Die Musiktauschbörse Napster hat nun die ersten Songs im Web sperren lassen. Somit kommt das Unternehmen spät aber doch seinem Versprechen vom Wochenende nach, das Musikangebot mit einem Filter zu versehen, wie bbc berichtete.

Wenn User beispielsweise Songs von Jimi Hendrix bzw. den Beatles downloaden wollten, wurde einerseits die Suche stark eingeschränkt, andererseits waren manche Songs bereits gänzlich gesperrt. Die Suche nach dem Song "Hey Jude" von den Beatles brachte lediglich vier Suchergebnisse, während die selbe Suche wenige Stunden zuvor noch über 100 Treffer geliefert hätte, hieß es im Bericht. Softwareexperten sowie die Plattenindustrie bezweifeln indessen die Wirkung des Filtering-Systems: Einerseits könnten die Mechanismen geknackt werden, andererseits stellt die Verschlüsselung aller Napster-Songs einen langwierigen Prozess dar.

Am Freitag vergangener Woche hatte das Unternehmen die Sperre von rund 6.500 Songs von bestimmten Künstlern angekündigt. Die Filtering-Software sollte übers Wochenende eingerichtet werden, bis Montag wurden jedoch keine Maßnahmen vermerkt. Mit diesem Schritt will Napster in letzter Sekunde sein Überleben sichern, eine endgültige Entscheidung bezüglich der Zukunft der Musiktauschbörse von einem Berufungsgericht in San Francisco steht noch aus. Nach eigenen Angaben will Napster ab Juli dieses Jahres eine kostenpflichtige Mitgliedschaft einführen. Für eine monatliche Gebühr zwischen zehn und 20 Mark könnten weiterhin Songs heruntergeladen werden.

Auch Vivendi Universal http://www.vivendi.com denkt nun über eine Zusammenarbeit mit Napster, ähnlich wie sie der deutsche Mediengigant Bertelsmann betreibt, nach. Das gemeinsam mit Sony betriebene Joint Venture Duel könnte Napster künftig Inhalte zur Verfügung stellen. "Sobald Napster ein legitimes Service ist und demonstriert, dass es seine Sicherheitstechnologie voll entwickelt hat, möchten wir dem Unternehmen Inhalte anbieten", so der Vivendi Universal Geschäftsführer Jean-Marie Messier.
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