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Publikationsdatum
29. März 2001
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Der Streit um die Musiktauschbörse Napster geht weiter. Die Musikindustrie will Napster mit Hilfe einer neuen gerichtlichen Anordnung zum Einsatz von effizienteren Blockierungs-Maßnahmen zwingen. Das bisherige Blockierungssystem sei nach Ansicht der Musikindustrie ein einzigartiger Fehlschlag, wie die BBC berichtet http://news.bbc.co.uk/hi/english/business/newsid_1246000/1246924.stm .

Was den schleppenden Fortschritt betrifft, schieben die Streitpartner die Schuld jeweils auf den Gegner ab. Nach Angaben Napsters sind bisher 275.000 Songs gesperrt worden.

Eine Sprecherin der amerikanischen Musikindustrie beschuldigte Napster, dass die Tauschbörse die erforderlichen Dateien absichtlich nicht sperre, um die Mitglieder des Service weiterhin bei Laune zu halten. Außerdem seien einige Songs, die Napster als gesperrt erklärt hat, noch immer erhältlich.

Napster ist hingegen der Meinung, dass die Musikindustrie nicht angemessen mit der Musiktauschbörse kooperiert hat. Napster sei lediglich mit Namen von Files überströmt worden. Informationen, wo sich die Dateien im System befinden, habe es keine gegeben. Laut Napster-Chef Hank Barry habe Napster bereits 60 Prozent der Songs gesperrt. Barry: "Wenn das Gericht Listen von ungefilterten Dateinamen besitzt, sollten diese mir, anstatt dem Gericht vorgelegt werden".

Eine Frist zur Stellungsnahme zu den erneuten Vorwürfen wurde Napster zunächst bis zum 10. April eingeräumt. Die Musikindustrie möchte, dass die Musiktauschbörse ihr Filtersystem grundsätzlich verändert. Anstelle urheberrechtlich geschützte Songs zu sperren, sollten ins Napster-Service nur noch Songs aufgenommen werden, die verteilt werden dürfen.
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