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7. April 2002
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Ein US-Berufungsgericht hat entschieden, dass eine Online-Tauschbörse die Sicherung der Urheberrechte auch technisch gewährleisten muss. Das Urteil hat zwar nur geringe Auswirkungen auf Napster, könnte aber die anderen Tauschbörsen in Bedrängnis bringen, berichtet die "Los Angeles Times". Napster hat bereits wesentliche Anstrengungen unternommen, um den Ansprüchen der Musikindustrie zu entsprechen. Die Online-Tauschbörsen KaZaA, Grokster und Morpheus, die seit Anfang März in LA vor Gericht stehen, verweisen darauf, keinen Einfluss auf Copyright-Verletzungen durch User ihrer dezentralen Systeme zu haben. Das neue Urteil könnte der Musikindustrie die Möglichkeit geben, sie zu zwingen, die Technologie zu adaptieren.

Das Urteil des 9. US-Bezirksberufungsgerichts (9th Circuit Court) in San Francisco bestätigt die Schließung von Napster durch Richterin Marilyn Hall Patel im vergangnen Jahr. Aus der Sicht von Cary Ramos, Rechtsvertreter der National Music Publishers Association, ist der Spruch so zu verstehen, dass Online-Tauschbörsen "eine laufende Pflicht zur Anpassung ihrer Systeme an Technologien, die verfügbar sind," haben, um Urheberrechte zu schützen.

Negative Aspekte sieht hingegen Aram Sinnreich, ein Analyst von Jupiter MMX, gegenüber dem Technologiemagazin der Washington Post. Das Bestehen auf einem nahezu unmöglichen absoluten Copyright-Schutz bedeute das Abwürgen neuer Technologien und innovativer Unternehmen. "Ich glaube, von Seiten der Gerichte besteht die falsche Erwartung, dass digitale Technologien so präzise sind, um mit ihrer Hilfe relativ einfach einen 100-prozentigen Schutz zu erreichen", so Sinnreich weiter.
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