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Publikationsdatum
5. April 2001
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Der US-Senat http://www.senate.gov will vorerst nicht aktiv in die Copyright-Debatte um die Verteilung von Musik über Online-Services wie Napster eingreifen. Trotzdem zeichnet sich ab, dass die Position der Musikindustrie nicht mehr eine so große Unterstützung genießt wie zuvor. Vor allem die Künstler selbst und der Musikhandel fühlen sich nicht mehr von den großen Labels und ihrem Dachverband, der RIAA, vertreten. http://www.senate.gov/~judiciary/hr040301f.htm

So meinte die Interpretin Alanis Morrisette, dass die Sänger durchaus von der Verteilung ihrer Musiktitel über das Internet profitieren. "Die Interessen der Sänger stimmen nicht immer mit denen der Musikindustrie überein", erklärte die Sängerin vor dem Ausschuss. "Für viele Künstler ist die freie Verfügbarkeit ihrer Titel über das Internet die einzige Chance, eine größere Fangemeinde zu gewinnen." Sie widerspricht damit der Argumentation der großen RIAA, dass das Copyright vor allem die Interessen der Künstler schützen soll. Der Musikhandel wiederum befürchtet, von den großen Labels aus der Vertriebskette verdrängt zu werden.

Die Vertreter der Musikindustrie verwiesen auf bereits bestehende Marktplätze und sehen dieses Modell als ausreichend an. Dagegen forderte Napster-Chef Hank Barry ein verpflichtendes Gebührenmodell, das sich an der Regelung für US-Radios orientiert. "Der Kongress muss aktiv werden. Das Internet braucht eine einfache Lösung - ähnlich dem Radio und nicht ein Jahrzehnt von Prozessen"

Der Senatsausschuss will sich vorerst auf keine Position festlegen. "Ich möchte dies hier ohne die volle Macht des Kongresses regeln", erklärte der Vorsitzende des Justizausschusses, der Republikaner Orrin Hatch, zum gestrigen Hearing des Senats zu den Copyrightfragen im Internet. Allerdings "werden wir in Zukunft noch viele Hearings haben, um sicher zu gehen, dass jede Position gehört wird."
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