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Publikationsdatum
28. Juli 2000
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Von einem Bezirksgericht in San Francisco wurde die vorübergehende Schliessung von Napster angeordnet. Napster war in kurzer Zeit zur grössten Community für den Austausch von Musikmaterial im Internet geworden. In einem Netzwerk von Servern finden sich mit Hilfe eines kleinen Softwaretools praktisch alle gängigen Musiktitel. So konnte zum Beispiel die neue Madonna Single bereits vor der Veröffentlichung bei Napster als MP3-Datei heruntergeladen werden.

Das kleine Unternehmen, dass vor allem in den US-Collagen bei den jüngeren Computerfreaks sehr beliebt ist, die Zahl der Napster-user wird auf 20 Millionen geschätzt, wurde Ende letzten Jahres von den scheinbar übermächtigen Majorlabels Bertelsmann, Seagram und EMI verklagt. Die Plattenfirmen machten einen Verlust von 500 Millionen Franken gelten. Ob das Geld wirklich von den Kids auch für den Plattenverkauf eingesetzt worden wäre, hätten sie die Titel nicht runterladen können, bleibt offen.

Richterin Marilyn Hall Patel sagte zur Begründung, bis Jahresende würden voraussichtlich 70 Millionen Menschen das Online-Angebot des Unternehmens nutzen und Musikkopien herunterladen. Dies sei ein Rechtsverstoß in großem Umfang. Die Schließung soll laut Patel ab Samstag 29. Juli 06.00 Uhr MESZ in Kraft treten.

Ein abschließendes Urteil wird Ende des Jahres erwartet.
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