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Publikationsdatum
28. März 2001
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Der Elektronik-Konzern Grundig wird das Unternehmen strategisch völlig neu ausrichten.

Wie eine Sprecherin bestätigte soll bis Anfang April ein tragfähiger Konsens zwischen Arbeitnehmern, Aufsichtsrat und Vorstand über die Zukunft des Unternehmens vorgelegt werden.

Das von der Unternehmensberatung vorgelegte Konzept lasse sich jedoch nur durch Standort-Konzentrationen und den Abbau von Arbeitsplätzen umsetzen. So ist vorgesehen, den Standort Bayreuth bis Ende des Jahres aufzugeben. 360 Arbeitsplätze würden danach wegfallen. Über einen möglichen Sozialplan machte die Sprecherin keine Angaben.

Laut Unternehmensinformation konzentriert man sich nur noch auf das Kerngeschäft. Wegfallen sollen außerdem die Bereiche Büro- und Hotelkommunikation, die Messetechnik und der Internetdienst „Events today“. Die Sparten Fernsehen, VCR/DVD, Satellitentechnik, Hifi, Audio und Car Audio bleiben erhalten. Der Ausbau der Bereiche Forschung und Entwicklung sowie die Konzentration auf Homeinfotainment-Geräte kann hingegen laut Berger- Studie die technologische Marktführerschaft in wichtigen Segmenten sichern.

Trotz der zu erwartenden Rationalisierungen werde das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr deutlich belastet. Bereits im kommenden Jahr wäre aber bei einem Umsatz von rund 2,7 Mrd. Mark ein leichter operativer Gewinn zu erwarten. 2003 könnten sich Umsatz und Rendite verbessern, hofft Grundig.

In dem von Roland Berger Anfang Januar vorgelegten Strategiepapier sei ein auf die Kernsegmente bereinigtes Produktportfolio und die Verschiebung des Produktmixes zu Gunsten hochwertiger Modelle vorgesehen. Die Probleme seien durch interne Defizite als auch den enormen Konkurrenzdruck entstanden. Grundig habe nach eigener Einschätzung sowohl in der Produktion als auch beim Einkauf Nachteile gegenüber den global agierenden Volumenherstellern.

Nachdem eine für Montag geplante Aufsichtsrats-Sitzung nicht zustande kam, ist für Donnerstag ein neuer Termin angesetzt, bei dem die Studie und das Finanzierungskonzept nochmals auf der Tagesordnung stehen. Im Grundig-Konzern arbeiten derzeit weltweit 5.900 Mitarbeiter, die Hälfte davon in Deutschland.
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