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16. Juni 2001
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Die Grundig AG wird ihre 1.300 entlassenen Mitarbeiter in Nürnberg und Bayreuth mit 53 Mio. Mark abfinden. Weitere drei Mio. Mark werden für eine Beschäftigungsgesellschaft bereitgestellt. Wie ein Sprecher des Elektronik-Konzerns gegenüber pressetext.deutschland bestätigte, habe der Betriebsrat nach langwierigen Verhandlungen mit der Firmenleitung am Freitag dem Sozialplan von Grundig zugestimmt.

Die Halbierung der Stellen im Werk Nürnberg-Langwasser um rund 1.100 und der Abbau von 200 der rund 350 Arbeitsplätze in Bayreuth sind ein Teil des Sanierungsprogramms des angeschlagenen Konzerns. Grundig hatte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Mühe in die schwarzen Zahlen gerettet. Um ein Plus von 1,9 Mio. Mark auszuweisen, musste das Unternehmen Rückstellungen von rund 77 Mio. Mark auflösen.

Die Roland-Berger-Unternehmensberatung hatte Anfang Januar ein Strategiepapier zur Sanierung des Konzerns vorgelegt, dem der Grundig-Vorstand zugestimmt hat. Die Studie empfiehlt eine Bereinigung des Portfolios bis auf die Kernsegmente sowie eine Verschiebung des Produktmixes zu Gunsten hochwertiger Modelle. Nun will sich Grundig auf das Kerngeschäft konzentrieren. Wegfallen sollen die Bereiche Büro- und Hotelkommunikation sowie die Messetechnik. Der Internetdienst "events today" wurde bereits eingestellt. Die Sparten Fernsehen, VCR/DVD, Satellitentechnik, Hifi, Audio und Car Audio bleiben erhalten. Nutznießer der Restrukturierung ist das Wiener Grundig-Werk, wo in Zukunft die Produktion von TV-Geräten gebündelt wird.
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