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12. Dezember 2001
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Wissenschaftler der University of Washington sind in der Frage, warum Gehörlose Musik geniessen könnten, einen deutlichen Schritt voran geschritten. Der Radiologe Dean Shibata hat entdeckt, dass gehörlose Personen Vibrationen in jenem Teil des Gehirns empfinden, den andere Personen zum Hören nutzen. Die Erkenntnisse stellte Shibata auf dem "87th Scientific Assembly and Annual Meeting of the Radiological Society of North America" vor.

Die Eindrücke Gehörloser und Hörender sind nach Ansicht des Radiologen beim Musikhören sehr ähnlich. "Die Wahrnehmung der Vibrationen ist bei Gehörlosen ähnlich real wie entsprechende Töne", erklärte Shibata. Seine Erkenntnisse beruhen auf Experimenten mit zehn gehörlosen und elf hörenden Probanden, so ein BBC-Bericht . Den Versuchspersonen wurden stoßweise Vibrationen an den Händen verabreicht. Mittels des funktionellen Magnetresonanz-Bildgebungsverfahrens (fMRI) beobachtete der Radiologe, wie diese Vibrationen im Gehirn der Personen verarbeitet wurden. Demnach hatten alle eine Gehirnaktivität in genau jenem Bereich, der für die Verarbeitung von Vibrationen zuständig ist.

"Das Gehirn ist enorm anpassungsfähig", erklärte Shibata. Zusätzlich zeigte sich, dass es bei Gehörlosen eine Aktivität im akustischen Cortex (Hörrinde) gibt. Diese Hirnregion wird normalerweise einzig für die Verarbeitung von Tönen und Geräuschen aktiv. Bei Hörenden kam es zu keiner derartigen Aktivität. Shibata meint, dass es sinnvoll wäre, gehörlose Kinder bereits im frühen Alter an Musik zu gewöhnen. Dadurch könnte sich die Hörrinde des Gehirn entwickeln, damit Gehörlose später Musik gewisser Maßen maximal genießen können.

"Die Erkenntnisse untermauern die von Gehörlosen berichteten Erfahrungen beim Hören von Musik", erläuterte John Low, Direktor des Royal National Institute für taube Menschen (RNID). Das Institut arbeitet an einer Technologie, um tauben Menschen musikalische Hörgenüsse näher zu bringen.
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