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Publikationsdatum
24. März 2001
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Europas größter Satellitenbetreiber Eutelsat setzt verstärkt auf IP-basierende Dienste und will sich künftig als Full Service Internetprovider etablieren. Im zweiten Quartal 2002 wird ein eigener Internet-Satellit in den Weltraum gebracht, der vollständig auf die asymmetrische Natur des Internetzugangs ausgelegt ist und vor allem Breitband-Internetzugang optimieren soll. E-Bird verfügt über 20 Ku-Band-Transponder, die auf vier Spot Beams schaltbar sind. Die Beams decken ganz Europa ab.

Der von Boeing Satellite Systems gefertigte e-Bird (Bild) sieht rein optisch nicht aus wie ein Satellit, weil die sonst so charakteristischen Sonnenflügel fehlen: "Der e-Bird sieht fast aus wie eine Cola-Dose, wir haben schon überlegt, ob wir einen Sponsorvertrag mit Coca Cola eingehen", scherzte Henning Horst, Manager von Eutelsat Deutschland, bei einer Pressekonferenz Freitagvormittag auf der CeBIT 2001. Der Internet-Satellit soll auf eine vorgesehene Position auf 25,5 Grad Ost im geostationären Orbit gebracht werden: "Unsere Satellitendienste sind ausfallsicher und global. So können wir in einem Hop eine Verbindung von Südafrika nach Europa aufbauen", erläuterte Horst.

Der 1977 von 48 europäischen Telcos (France Telecom, Telecom Italia, BT und DT halten die größten Anteile) in Paris gegründete Satellitenbetreiber wird im Juli des Jahres privatisiert und als GmbH weitergeführt: "Wir wollen ein Global Player werden und das Unternehmen in zwei Jahren an die Börse bringen", kündigte Horst sowohl Akquisitionen als auch Expansionen an. So gäbe es derzeit Übernahmeverhandlungen mit Hispasat, aber auch der asiatische und lateinamerikanische Markt werde in Kürze in Angriff genommen. Derzeit hat Eutelsat ebenso wie Intelsat 19 Satelliten im Orbit – erst kürzlich ging der digitale TV-Satellit Eurobird in Betrieb, sechs weitere sind im Bau. Die Investitionskosten für die neuen Satelliten bezifferte Horst mit einer Mrd. Euro.

Das stärkste Wachstumsfeld sind IP-basierende Dienste. Im Jahr 2000 hat sich im Vergleich zum Vorjahr die in diesen Bereichen genutzte Transponderkapazität von 51 auf 135 fast verdreifacht. Im gleichen Zeitraum stieg der Umsatz laut Horst um 45 Prozent auf 685 Mio. Euro. Digitale Datenkommunikation wie Breitband-Internet und Backbone-Verbindungen machen bereits 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus, 60 Prozent entfallen auf den TV-Bereich.

Auf der CeBIT zeigt Eutelsat gemeinsam mit Partnerunternehmen Highspeed-Internetzugangs-Dienste und Breitband-Anwendungen. Dabei werden auch Dienste gezeigt, die das Problem des langsamen Rückkanals beim Satelliten-Internet überwinden sollen. So gestattet das bidirektionale System des US-Anbieters Tachyon http://www.tachyon.net europaweit Geschwindigkeiten von bis zu 2 Mbit/s im Download und bis zu 256 Kbit/s im Rückkanal. Die Kölner Stellar PCS http://www.stellar-pcs.com bietet das Eutelsat-System D-SAT 2000 an. Das System ermöglicht die bedarfsorientierte Nutzung von Satelliten, also "Bandbreite on demand".