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10. März 2005
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Die Filmindustrie setzt auf eine neue Technologie - das Digitale Kino. Statt auf dem 35-Millimeter Film sollen Kinostreifen zukünftig auf digitale Datenträger gebannt werden.

Auf der CeBIT vom 10. - 16. März 2005 stellen Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen IIS eine Entwicklung für ARRI Cine Technik, die digitale Filmstyle-Kamera ARRI-D20 und einen digitalen, portablen Speicher vor.

Ein Grund für den geplanten Umstieg von analog auf digital: Das Kino will sich auch in Zukunft deutlich vom Fernsehen absetzen.

Das Digitale Kino soll vor allem durch eine hervorragende Auflösung überzeugen - der entscheidende Mehrwert, wenn es darum geht, Zuschauer ins Kino zu locken.

Kinofilme sollen künftig mit 4096 x 2160 Bildpunkten, das sind 8 Megapixel, auf die Leinwand gebracht werden.

Zum Vergleich: Das herkömmliche Fernsehbild hat eine Auflösung von 0,4 und das hochauflösende HDTV von 2 Megapixel.

Die digitale Filmkamera des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS ermöglicht den ersten Schritt in die Digitale Produktion.

Wissenschaftler des Fraunhofer IIS in Erlangen entwickeln und testen in Zusammenarbeit mit dem Kamerahersteller Arri Cine Technik die Arri D20, eine digitale Filmstyle-Kamera.

Die D20 ermöglicht den Einstieg ins digitale Drehen und wird bereits für hochwertige TV-Produktionen eingesetzt.

Derzeit beträgt die Auflösung sechs Megapixel. Für die geforderte Kinoauflösung sind noch weitere Entwicklungen notwendig.

Bei der D20 profitieren Kameraleute schon heute von einem CMOS-Sensor, der die gleichen Bildabmessungen wie der 35-Millimeter-Film bietet. Der Vorteil: Die Kameraleute können die hochwertigen Objektive konventioneller Kameras weiter nutzen.

Auch sonst lässt sich die D20 ähnlich wie eine analoge Kamera handhaben. Sie ist mit einem optischen Sucher ausgestattet, durch den der Kameramann wie gewohnt sehen kann, was er filmt.

Zudem hat die D20 den gleichen Tiefenschärfebereich wie herkömmliche Kameras. Das ermöglicht den typischen Filmlook.

Der Kameramann kann die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf ein bestimmtes Detail im Bild lenken. Das Messer in der Hand des Mörders ist deutlich zu erkennen, während der Tatort nur unscharf zu sehen ist.

Andere digitale Kameras können das nicht. Sie zeigen die gesamte Szene gleichmässig gestochen scharf.

Beim digitalen Dreh können die Aufnahmen sofort begutachtet werden. Dazu bedarf es jedoch leistungsfähiger Speicher. Denn eine einzige Minute digitaler Kinofilm erzeugt 40 Gigabyte Daten.

Forscher des IIS haben einen handlichen Speicher entwickelt, mit dem sich bis zu 30 Minuten unkomprimierter Film aufnehmen lassen.

Die Daten werden auf sechs Notebook-Festplatten gespeichert. Via FireWire werden sie auf einen PC übertragen. Dort kann sich der Regisseur die Aufnahmen zeitnah am Bildschirm anschauen.

Auf der CeBIT werden die digitale Filmstyle-Kamera und der portable Speicher vorgestellt.
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