20. Oktober 2018 | seit 1999
MUSIKREZENSION
ARTIKEL
Publikationsdatum
3. August 2000
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Bezüglich Repertoirewert heute noch am hörenswertesten auf dieser RCA-Reissue ist zweifellos Gershwins Konzert in F-Dur, welches ein authentisches Beispiel moderner amerikanischer E-Musik darstellt. Hörenswert auch deshalb, weil die Räumlichkeit des Orchesters und vor allem auch der Klang des Flügels grossartig eingefangen wurden. Die Variationen zu „I got Rhythm“ gehören doch eher in die Sparte gehobene Unterhaltungsmusik, während die melodramatische Cubanische Ouvertüre einen etwas beklemmenden Eindruck hinterlässt, insofern als an dem Gershwin verschiedentlich gemachten Vorwurf der unhinterfragten Aneignung fremder Kulturschätze (siehe „Porgy und Bess“) doch etwas dran zu sein scheint. Die Ouvertüre zeigte sozusagen die Richtung auf, wie Kuba im Vor-Castro-Zeitalter im Begriffe war, von der amerikanischen Kulturindustrie aufgesogen zu werden. Sie klingt mehr nach „HiFi à la Espagnola“ denn nach authentischer kubanischer Musik und ist – genauso wie „I got Rhythm“ - aufnahmetechnisch in einer eher artifiziellen Studio-Atmosphäre festgehalten worden. Dennoch ist diese Platte absolut kaufenswert, weil das Klavierkonzert zwei Drittel beansprucht und die Klangqualität insgesamt beeindruckend gut ist.
STECKBRIEF
Albumtitel:
Concerto in F, I got Rhythm Variations, Cuban Overture
Komponist:
Gershwin, Earl Wild
Label:
Classic Records
Bestellnummer:
LSC2435
Tonformat:
Reissue
Medium:
Vinyl
Musikwertung:
6
Klangwertung:
7
Bezugsquellen
Wettbewerb