18. August 2018 | seit 1999
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Publikationsdatum
8. Juni 2018
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Interview mit Lothar Kerestedjian (Managing Director, Highresaudio) zu HRA-Streaming:

Avguide.ch: Sie haben an der diesjährigen High End in München Ihren Streamingdienst HRA für Europa vorgestellt. Darüber hat avguide am 15. März berichtet. Wie lief es für Sie?

Lothar Kerestedjian: Das war sehr erfolgreich. Das Lizenzterritorium umfasst bereits mehr Länder als bei Tidal oder Qobuz.

Avguide.ch: Konkret?

Lothar Kerestedjian: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Holland, Italien, Irland, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Norwegen und die Schweiz.

Avguide.ch: Welche Hersteller konnten Sie für HRA-Streaming gewinnen?

Lothar Kerestedjian: Das sind fast alle Hersteller, die eine Partnerschaft mit airable (TuneIn) haben. Sie werden HRA-Streaming unterstützen. Es sind dies die Streaming-Produkte von Arcam, Lindemann Audio, Cocktail Audio, HiFi Akademie, x-odods und Phonosophie. Sie sind bereits mit HRA-Streaming ausgestattet und ihre Produkte sind im Markt erhältlich.

Avguide.ch: Haben Sie noch weitere Hersteller auf dem Radar?

Lothar Kerestedjian: Oh ja. Demnächst kommen noch AVM, Melco, Bluesound / NAD, Brinkmann Audio und Audirvana hinzu. Ich habe es auch geschafft, HRA-Streaming bei den wichtigen Technologiezulieferern Streaming Unlimited und Audivo unterzubringen. Damit stehen über 40 Hersteller mit HRA-Streaming in den Startlöchern.

Avguide.ch: Was ist Ihre Motivation, HighRes-Streaming anzubieten?

Lothar Kerestedjian: Die Zukunft von Highresaudio. Die sofortige Verfügbarkeit steht im Mittelpunkt unseres Konsums, und die heute verfügbare Internet-Datendurchsatzrate ist zumindest in Ballungsgebieten ausreichend vorhanden, um hochauflösende Musikdaten zu streamen.

Avguide.ch: Was halten Sie von Spotifys Börsengang?

Lothar Kerestedjian: Für mich ist der Börsengang von Spotify die ganz normale Abzocke. Je mehr Kunden sie haben, desto höher ihr Defizit. Die etwa 900 Millionen US-Dollar Finanzierungskosten in ihren Büchern stammen bisher von einem Geldgeber. Der bekommt Zinsen dafür, wohl etwa 20 Prozent, und die Rechnung bezahlen die frischgebackenen Aktionäre.

Avguide.ch: Wie ist HRA-Streaming finanziert?

Lothar Kerestedjian: Highresaudio ist von mir privat finanziert und somit bleiben wir unabhängig. Sie finden heute keine Investoren, die bereit wären, über einen längeren Zeitraum zu investieren und das zu vernünftigen Konditionen, ohne eine Mehrheitsbeteiligung.

Avguide.ch: Wie positionieren Sie sich mit HRA-Streaming?

Lothar Kerestedjian: In der Nische der Musikindustrie, die Musikliebhaber und Menschen mit einem höheren Qualitätsstandard bedienen.

Avguide.ch: Das klingt nicht sehr kommerziell.

Lothar Kerestedjian: Nun, Ich will mich erfolgreich in dieser sehr kleinen Nische etablieren, und ich muss natürlich auch meine hohen Investitionen – das sind Lizenzgarantien – durch die HRA-Streaming-Abonnenten wieder einfahren.

Avguide.ch: Welche technischen Voraussetzungen braucht der Nutzer, um in den Genuss von HRA-Streaming zu kommen?

Lothar Kerestedjian: Eine stabile DSL-Internet-Verbindung mit mindestens 16 MBit/s, am besten verkabelt mit dem Router. WLAN funktioniert auch, wenn mindestens 25 MBit/s zur Verfügung stehen und der Router innerhalb von 5 bis 6 Meter entfernt steht. Der Computer soll mit mindestens 2.0 GHz takten und 8 GB RAM eingebaut haben.

Avguide.ch: Kann der Kunde die Funktion und das Angebot zuerst testen?

Lothar Kerestedjian: Ja. Wir bieten eine kostenlose und unverbindliche Testphase von 7 Tagen an. Ich denke, das ist ausreichend, um sich einen Überblick von unserem Dienst, der App, der Inhalte und der Klangqualität zu verschaffen.

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