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Publikationsdatum
17. Januar 2005
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Moderne Flachbildschirme sind nicht nur eleganter und grösser als Röhren-Geräte. Sie können die Bilder zumeist auch mit deutlich feineren Details darstellen.

Schon Modelle mit mittleren Bilddiagonalen setzen die Bilder zum Beispiel aus 768 Zeilen mit je 1280 Rasterpunkten zusammen und sind so bereits für Bilder mit höherer Auflösung geeignet, als sie das Fernsehen heute mit 576 Zeilen überträgt.

Hoch auflösendes Fernsehen HDTV ist angesagt.

Europa hinkt nach

Ausserhalb Europa ist HDTV schon beinahe alltäglich.
Im Bereich der Fernsehproduktion ist das Thema High-Definition bereits den Kinderschuhen entwachsen. HD-Kameras und Aufzeichnungsgeräte gehören in modernen Studios bereits zur technischen Standardausrüstung.

Immer mehr Produktionen werden von vorneherein in hoch auflösender Technik aufgenommen.

Inzwischen hat sich HDTV in anderen Regionen der Welt bereits zum festen Bestandteil des Medienangebots entwickelt.

In den USA übertragen schon über 1000 Fernsehsender Teile ihres Programms in HDTV – zum Teil im Simulcast-Betrieb, also parallel zur Ausstrahlung in Standard-Auflösung.

CBS beispielsweise sendet nahezu das gesamte Prime-Time-Angebot zwischen 20 und 23 Uhr täglich in HDTV.

Kabel-Programmanbieter wie HBO oder Discovery übertragen zwischen 30 und 75 Prozent ihrer Programme in HDTV-Auflösung.

DirecTV betreibt 39 HDTV-Satelliten-Kanäle, die pro Tag 14 Stunden Programm in HD-Qualität aus dem Orbit funken.

Innovative Produkte an der CES

Mit dem DILA-1080pHD stellte Faroudja einen HD-Projektor mit 3 DILA-Chips vor.
So ist es nicht verwunderlich, dass an der CES 2005, die vom 6. – 9. Januar in Las Vegas stattfand, eine ganze Reihe HDTV tauglicher Geräte vorgestellt wurde.

Da viele dieser Produkte von namhaften Firmen stammen, die auch in Europa und der Schweiz tätig sind, ist zu erwarten, dass diese Produkte auch für den hiesigen Markt angepasst werden.

Das erhöht den Druck zur breiten Einführung von HDTV auch in Europa.

Den Stand der HDTV-Technik demonstriert der Videoprozessor DVP1080 HD von Faroudja. Er verarbeitet 1080i-Signale und wandelt sie in progressive 1920 x 1080p-Signale um.

Daneben zeigte Faroudja auch den D-ILA-Projektor DILA1080pHD mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten und einem Kontrastverhältnis von 2100:1.

Flachbildschirme

Sharp präsentierte LCD-Fernseher der Aquos-Reihe mit integriertem TV-Guide
Die Flachbildschirme in LCD- und Plasma-Technik sind die Vorposten des hochauflösenden Fernsehens, gibt es doch auch in Europa bereits etliche Modelle, die HDTV tauglich sind.

An der CES in Las Vegas drehte sich der Reigen der neuen Modelle munter weiter. Alle bekannten Marken zeigten eine ganze Palette hochauflösender Flachbildschirme.

JVC präsentierte gleich eine ganze Produktelinie hochauflösender LCD-TVs mit sechs Bildschirmgrössen von 17 bis 40 Zoll. Die Top-Modelle LT-26X776, LT-32X776, LT-37X776 und LT-40X776 verfügen alle über HDMI- und IEEE1394-Anschlüsse.

Die JVC-Modelle sind mit der hauseigenen Bildverarbeitung DIST ausgestattet, die neu von einer 32 Bit CPU gesteuert wird. Auf den Herbst ist ein LCD-Modell mit 1080p angekündigt.

Während LG einen Plasma-Fernseher mit integriertem digitalem Videorecorder vorstellte, zeigte Samsung mit dem HPR8072, der eine Bilddaigonale von 80 Zoll (200 cm) hat, den grössten Plasma-Bildschirm.

DLP-Fernseher

DLP-Fernseher bringen hochaufgelöstes Bild bei geringer Bautiefe.
Auch in Europa bereits vereinzelt anzutreffen – etwa bei InFocus, Samsung oder SIM2 – waren an der CES sogenannte DLP-Fernseher hoch im Schwange. Das von Texas Instruments entwickelte DLP-System mit Mikrospiegeln wird hier mittels Rückprojektion für ein hochauflösendes Grossbild verwendet.

Der Vorteil dieser Rückprojektions-TVs ist ihre geringe Bautiefe. So misst der InFocus TD61 mit 155 cm Bilddiagonale nur gerade 16,5 cm in der Tiefe.

Alle DLP-Fernseher sind laut Texas Instruments HDTV-Geräte. Die meisten der von den 20 Herstellern präsentierten 75 Modelle liefern Bildformate bis 720p beziehungsweise 1080i. Mit dem HLR5688W stellte Samsung einen DLP-Fernseher vor, der die 1080 Zeilen progressiv ausgibt. Die Bilddiagonalen reichen bis 167 cm (67 Zoll). Neu bei den Anbietern von DLP-Fernsehern ist Sharp.

Ein besonderes DLP-Produkt stellte Mitsubishi vor: einen handlichen Projektor mit den Massen 121 mm x 47 mm x 97 mm und lediglich 400 g Gewicht, der unterwegs auf unkomplizierte Art Bilder vergrössert wiedergeben kann. Gedacht wird dabei an Spiele, Bilder vom Camcorder oder vom Mobiltelefon.

Heimkino

Der SP7210 von InFocus projiziert über eine Carls Zeiss-Optik.
Das hochauflösende Fernsehen wird dank seiner Bild- und Tonqualität zum Teil des Heimkinos mit Surround-Sound. Exemplarisch für diese Entwicklung ist der LST-3510A von LG, der eine Set-Top-Box für den HDTV-Empfang mit einem DVD-Spieler kombiniert. Das Bild normal aufgelöster DVDs wird vom LST-2510A auf das hochauflösende Format hochgerechnet.

Ebenfalls in der Lage, hochgerechnete HDTV-Bilder ab DVD ausgeben zu können, sind die von Samsung vorgestellten DVD-Spieler DVD-HD850, DVD-HD950 und DVD-V9500. Sie konvertieren 480p DVDs in die Formate 720p, 768p oder 1080i. Der DVD-V9500 beherbergt zudem einen VHS-Videorecorder und einen Leser für praktisch alle erhältlichen Kartenformate wie SD, Compact Flash, MMC, Smart Media, Memory Stick und Memory Stick Pro.

Samsung hat zudem einen AV-Receiver vorgestellt, den AV-R3000 mit 7-Kanal-Verstärker, vier HDMI-Eingängen und einem HDMI-Ausgang. Auch er kann normale Bilder aufs HDTV-Format hochrechnen. Hierzu steckt im AV-R300 ein Faroudja DCDi Chip-Satz.

Projektoren mit hochauflösendem Bild sind auch in Europa bereits von mehreren Herstellern auf dem Markt. An der CES päsentierte InFocus den SP7210 in DLP-Technik mit 720 progressiv dargestellten Zeilen. Als De-Interlacer wird der Faroudja DCDi 2310 eingesetzt.

Spiel ohne Grenzen

Hochauflösnede Consumer-Videokamera von Sony: HDR-FX1.
Dass HDTV – zumindest in Nordamerika – am Boomen ist, zeigen auch Produkte, die über das Fernsehen hinausgehen. Hierzu gehört etwa der Prototyp eines Blu-Ray-Brenners von Pioneer, der als UE- und PC-Version vorgestellt wurde. Beide können auch einige der bestehenden DVD-Formate aufzeichnen und abspielen. Die Blu-Ray speichert auf der 12 cm-Disc bis 50 GByte.

Mit der Vorstellung des HDR-FX1 von Sony, einen hochauflösenden Camcorder im Consumer-Bereich, hält HDTV auch im persönlichen kreativen Bereich Einzug. Der HD-Camcorder zeichnet Bilder mit 1080 Zeilen auf (1080i). Seine Auflösung beträgt 1440 x 1080 Pixel.

Die Optik bietet ein Carl Zeiss-Objektiv, dessen 12-faches optisches Zoom mit Brennweiten von 32,5 mm bis 390 mm aufzeichnet. Als Bildwandler verfügt der HDR-FX1 über drei 1/3 Zoll CCDs im 16:9-Format.

Aufgezeichnet wird auf der leicht erhältlichen DV-Kassette im MPEG2-Format, also dem Format der DVD und der digitalen Fernsehaufzeichnung.
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