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Publikationsdatum
30. Januar 2006
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Sportgrossanlässe wie die Olympischen Winterspiele in Turin oder die Fussball-WM in Deutschland locken Sportbegeisterte in Scharen vor den Bildschirm.

So rechnet das IOC für Turin mit einer neuen Rekordzahl an Zuschauerinnen und Zuschauern bei Winterspielen. Dies nicht zuletzt, weil die Olympiade 2006 in 200 Länder übertragen wird – eine deutliche Zunahme gegenüber Salt Lake City 2002, wo die Spiele in 160 Länder gesendet wurden.

Weltweit haben 3,2 Milliarden Menschen Zugang zu den Übertragungen aus Turin. Insgesamt beträgt die Sendezeit laut IOC 13'520 Stunden, was 845 Stunden pro Wettkampftag entspricht. Die italienische RAI allein will 15 Stunden pro Tag senden. Asserbeidschan und die Mongolei zeigen die Olympiade zum ersten Mal im Fernsehen.

Neue Programmangebote

Attraktiveren Sport dank neuer Techniken verspricht Panasonic mit den Flachbildschirmen der Viera-Linie, die auch in Turin zum Einsatz kommen.
Neben der Ausdehnung des Sendebereiches schafft auch die technische Entwicklung mehr Attraktivität für die Sportübertragungen.

Turin ist der erste Grossanlass, dessen offizielle Beiträge der „Torino Olympic Broadcasting Organisation“ (TOBO) vollständig im hochauflösenden Fernsehformat HDTV aufgezeichnet werden. Dafür stehen 400 HD-Kameras im Einsatz, die das Ereignis mit über 900 Stunden hochauflösender Bilder dokumentieren.

Einen Schritt weiter bringt die Fussball-WM das hochauflösende Fernsehen, ist sie doch das erste Sport-Grossereignis, das komplett im hochauflösenden Format auch übertragen wird.

Neben dem HDTV-Angebot machen Breitband-Übertragungen im Internet und Videoberichte direkt aufs Handy die Sportanlässe in den Medien attraktiver und einfacher zugänglich.

Während Athen 2004 in acht Ländern aufs Internet aufgeschaltet wurde, sind es bei Turin 2006 bereits 20 Länder in vier Kontinenten. Die BBC beispielsweise beabsichtigt, fünf Kanäle mit verschiedenen Wettkämpfen gleichzeitig auf Breitband zu übertragen. Hinzu kommt bei BBC der Einsatz simultaner Kameras und einer StroMotion genannten Technik, die Bewegungsabläufe sichtbar macht.

Die Übertragung aufs Handy, die in Turin Premiere feiert, ist in 20 Ländern empfangbar, 14 davon in Europa. Für die Fussball-WM soll sie gar zum Milliardengeschäft werden.

So rechnet eine Untersuchung der Londoner „visiongain“ mit einem Umsatz von 6,35 Milliarden Dollar für die Betreiber von Mobilnetzen. Textbasierte Dienste und Downloads von Logos oder Klingeltönen sollen den Hauptanteil ausmachen, gefolgt von Wettbewerben und Spielen rund um den Fussball.

Begeisterte Fans

Fußball ist ein einfaches Spiel - der Ball muss ins Tor. So einfach soll gemäss Philips, dem offiziellen Sponsor der Fussball-WM, das Fernsehen sein.
Die Sportfans lassen sich von diesen neuen Möglichkeiten begeistern, wie eine Untersuchung der CEA (Consumer Electronics Association) in Zusammenarbeit mit der Sports Video Group (SVG) für die USA zeigt.

Die im Dezember 2005 durchgeführte Untersuchung legt den Schluss nahe, dass es in erster Linie die Sportbegeisterten sind, die positiv auf technologische Neuerungen reagieren.

So waren für 48% der HDTV-Besitzer Sportübertragungen der Grund für einen Kauf, während 42% den Film als ausschlagggebend nannten. Nur 10% führten das normale TV-Programm als Grund an.

Umgekehrt bezeichnen sich annähernd 60% der HDTV-Besitzer als Sportfans. 65% davon erachten zudem den Ton als wichtig für das Medienerlebnis.