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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
26. Januar 2009
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Die digitalen Spiegelreflexkameras aus dem Hause Canon vermehren sich rasant. Nach den beiden Einsteigermodellen EOS 1000D und 450D, sowie der neuen Version des Profimodells EOS 5D Mark II, hat Canon auch im Bereich der semiprofessionellen Fotografie ein neues Prunkstück: Die EOS 50D. Aussen scheint (fast) alles beim Alten, doch innen hat sich einiges verändert.

Wolf im Schafspelz

Ganz klar, die EOS 50D baut auf ihrer Vorgängerin, der EOS 40D auf. Davon zeugt die Gehäuseform und die Anordnung der Bedienelemente. Nach wie vor baut Canon das Chassis ihrer Spiegelreflexkameras aus rostfreiem Stahl und einer Magnesium-Legierung für die restlichen Teile des Gehäuses.

Weiter besitzt die Canon EOS 50D an den wichtigen Stellen Gummifixierungen, welche den guten und sicheren Halt auch unter erschwerten Bedingungen sicherstellen.

Die Tasten auf der Kamera sowie das Drehrad und der Joystick sind ebenso dieselben geblieben wie das 3-Zoll Display.

Aber halt! Beim Display fällt etwas auf: Die angezeigten Bilder wirken schärfer und genauer. Das liegt daran, dass Canon zwar das Display der EOS 50D nicht vergrössert hat, die Auflösung hat sich aber von 230'000 auf 920'000 Bildpunkten fast vervierfacht. Dies wirkt sich positiv auf die angezeigten Bilder aus.

Auch das interne Menüsystem erstrahlt im hoch aufgelösten Display in neuem Glanz. Einige grafische Erneuerungen wurden zwar gemacht, das Grundsatzsystem bleibt aber gleich: Das Menü lässt sich über den Joystick oder das Wahlrad in gewohnter Weise sehr übersichtlich und logisch bedienen. Die 45 Menüpunkte enthalten über 200 verschiedene Einstellmöglichkeiten, da ist man froh, dass das Menü so übersichtlich gestaltet worden ist.

Die Fluoritbeschichtung des Display bewirkt ausserdem, das der Monitor weniger anfällig auf Nasen- und Fingerabdrücke ist; auch der Betrachtungswinkel wird laut Datenblatt neu mit 160° beziffert.

Vom Anfänger bis zum Profi

Per Drehrad auf der Geräteoberseite kann nach wie vor zwischen den Motivprogrammen (z.B. für Makro-, Portrait- oder Sportfotografie) oder den halb- oder vollmanuellen Einstellungen gewechselt werden. Auch der grüne Vollautomatikmodus bleibt dem Amateur erhalten.

Mit dem „Quick Control Screen" hat die EOS 50D eine Neuheit auf sich: Per Bildschirm können viele wichtige Kameraeinstellungen und Aufnahmeparameter direkt eingestellt werden, ohne dabei ins Menü zu müssen. Eine Funktion, die sehr praktisch sein kann, Nikon und Sony haben dies schon lange erkannt und führen seit geraumer Zeit diese Funktion in ihren SLRs mit.

Ausstattung Deluxe

Altbewährt bei Canon SLRs: Aufgezeichnet wird auf CF-Karte und der Akku hält geniale 500 Bilder

Was die Ausstattung betrifft, lässt die EOS 50D eigentlich kaum etwas zu wünschen übrig. Alle für den fotografischen Alltag nötigen Einstellungen und Funktionen sind da.

Belichtungsprogramme- und Messarten, Miniblitz (mit Leitzahl 13), aber auch etliche Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte (Blitz, Kabel- oder Funkauslöser etc.) sind bereit, genutzt zu werden.

Ganz neu bei der EOS 50D ist der HDMI-Ausgang. So kann die Kamera direkt an den heimischen Flachbildschirm angeschlossen werden, und die Fotos können in bestmöglicher Qualität gesichtet werden.

Auch die Diashow-Funktion der Kamera wurde überarbeitet, so kann nun auch die Anzeigedauer flexibel eingestellt werden (bei der EOS 40D war sie auf vier Sekunden festgelegt).

Eine wichtige Erneuerung liegt im Live-View-Modus (im Live-View-Modus muss nicht durch den Sucher geschaut werden, der Sucher wird auf den Monitor projiziert, so kann wie mit Kompaktkameras fotografiert werden). Der grosse Nachteil, dass die EOS 40D im Live-Viewmodus keinen Autofokus unterstütze wurde mit der EOS 50D ausgemerzt. Der Autofokus funktioniert nun ohne Probleme.

Eine nette Funktion, die Live-View ausserdem bietet ist, die „geräuscharme Auslösung". Soll es mal nicht nur schnell sondern auch leise sein, kann das spiegelreflextypische Auslösegeräusch in zwei Stufen auf ein Minimum reduziert werden.

Neuer leistungsstarker Prozessor

Das 3-Zoll-Display hat neu eine Auflösung von 920'000 Bildpunkten

Neu verfügt die EOS 50D über einen 15,1-Megapixel-Sensor, der die Kamera vorläufig wieder an die Auflösungsspitze ihrer Klasse hievt. Das eigentliche Herzstück ist aber der neue DiGIC-4-Prozessor.

Mit einer fabelhaften Geschwindikeit von 6,3 Bildern pro Sekunde und einer nie dagewesenen Detailfeinheit in den Bildern überzeugt der neue Prozessor auf der ganzen Linie.

Gross auftrumpfen kann der DiGIC-4-Prozessor auch bei den ISO-Werten. Bis ISO 800 fällt eigentlich gar kein Bildrauschen auf. Doch auch bei verhältnismässig hohen ISO Zahlen von 1600 und 3200 halten sich die Rauschwerte sehr gut.

Neu verfügt die EOS 50D aber sogar über zwei High-ISO Stufen. ISO 6400 (H1-Stufe) lässt so bei knappen Lichtverhältnissen doch noch einiges herausholen, allerdings wirkt das Bildrauschen schon leicht störend. Die zweite Stufe ISO 12800 (H2-Stufe) bringt zwar noch mehr Helligkeit, sollte aber nur im Notfall eingesetzt werden, da sich diese Stufe extrem negativ auf die Bildqualität auswirkt.

Blick durch die Röhre

Alles im Blick: Das im Set erhältliche EF-S 18-200mm outet sich als treuer Alltagsbegleiter

Da die EOS-Linie von Canon sehr populär ist, gibt es auch eine breite Auswahl an Zubehör und vor allem Objektiven.

Auch wenn die EOS 50D schon zu den Kameras gehört, bei denen man gerne selber ein passendes Objektiv aussucht, gibt es die Kamera auch im Set mit einem Objektiv zu kaufen. Das im Set enthaltene EF-S 18-200 mm 1:3,5-56 IS kosten knapp unter 1000 Franken.

Die saubere Verarbeitung und vor allem der grosse Brennweiten-Bereich machen das EF-S 18-200 mm zum idealen Alltagsbegleiter. Ein blitzschneller Autofokus lässt nichts zu wünschen übrig.

Die automatische Scharfstellung erfolgt bei der Canon EOS 50D über die neun Doppelkreuz-Sensoren und bringt es so auf eine sehr hohe „Trefferquote", sodass die Schärfe der Bilder eigentlich immer gewährleistet ist.

Fazit

Starker Partner: Für den semiprofessionellen Fotografen bietet die EOS 50D alles was man braucht

Mit der EOS 50D hat Canon einen sehr soliden Nachfolger der EOS 40D im Bereich der semiprofessionellen Fotografie geschaffen.

Der neue Prozessor trumpft mit scharfen Bildern und hohen ISO-Werten. Für Ein- oder Umsteiger in die Welt der semiprofessionellen Fotografie ist die 50D ein starker Partner.

Mit über 2000 Franken für den Body alleine ist die Canon EOS 50D aber auch nicht ganz billig, sodass sich Besitzer der EOS 40D es sich zwei mal überlegen müssen, ob sie umsteigen sollen oder nicht...

STECKBRIEF
Modell:
EOS 50D
Profil:
Spiegelreflexkamera mit 15.1 Mio Pixel
Pro:
Hohe Auflösung (15.1 Mio Pixel) ;Leistungsstarker Prozessor;Hohe Kompatibilität mit Objektiven
Contra:
Etwas teuer;nichts wirklich Neues im Model
Preis:
2'098.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2009
Vertrieb:
Masse:
145.5 x 107.8 x 73.5 mm
Gewicht:
0.858 kg
Farbe:
Schwarz
Empfindlichkeit ISO:
bis 12600
LCD Monitor:
3 Zoll
Pixel:
15.2 MP
Schnittstelle:
USB, HDMI
Speichermedien:
CF
Videoaufnahme:
Nein
Modell:
EOS 40D
Profil:
Semi-Professionelle Kamera erfüllt höchste technische Ansprüche zu einem fairen Preis.
Pro:
Grosse Display;Schneller Auslöser;Kompatibel zu Professionellen Objektiven;Gute Menuführung;Gute Verarbeitung
Contra:
Live-View ohne Autofokus
Preis:
1'868.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2008
Vertrieb:
Masse:
145,5 x 107,8 x 73,5 mm
Gewicht:
0,74 kg
Farbe:
schwarz
Auflösung:
3.888 x 2.592
Bildsensor:
CMOS-Sensor (22,2 x 14,8 mm)
Datenformat:
JPEG,RAW
Empfindlichkeit ISO:
100-1600
LCD Monitor:
3,0-Zoll TFT, ca. 230.000 Bildpunkte
Pixel:
10,1 Megapixel
Schnittstelle:
USB 2
Speichermedien:
CF
Verschlusszeit:
1/8000s - 30s
Videoaufnahme:
nein
eingebauter Speicher:
0 MB
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