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28. Oktober 2002
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Im ersten Halbjahr 2002 ist der Absatz von Musikaufnahmen weltweit um 9,2 Prozent nach Verkaufswert und um 11,2 Prozent nach Stückzahlen zurückgegangen. CD-Alben verlieren sieben Prozent, Single-Verkäufe fallen um 17 Prozent und Musikkassetten werden um 31 Prozent weniger gekauft als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das teilte der internationale Verband der Musikindustrie IFPI mit. Traditionellerweise macht das erste Halbjahr etwa 40 Prozent der Gesamtjahresverkäufe aus. Die IFPI hofft daher, dass die zweite Jahreshälfte diese Rückgänge noch dämpfen kann. Die Ursache für den weiter rückläufigen Trend ortet der Verband in der allgemeinen schwachen Wirtschaftslage, der inzwischen breiten Verfügbarkeit von kostenloser Musik im Internet sowie der gestiegenen Konkurrenz für Musik durch DVD, Computerspiele und mobile Technologien.

"Die Zahlen sind enttäuschend aber nicht unerwartet", so IPSI-CEO und Vorsitzender Jay Berman. In den USA, dem weltweit größtem Musikmarkt, sind die Verkaufsumsätze um 6,8 Prozent, in Europa um 7,5 Prozent und in Japan sogar um 14,2 Prozent zurückgegangen. Alleine in Japan und den USA werden global mehr als die Hälfte aller Musikverkäufe getätigt. Frankreich verdrängt als Ausnahmefall mit einem Wachstum von 5,2 Prozent Deutschland und ist nunmehr viertgrösster Musikmarkt der Welt.

In Asien gingen die Musikverkäufe dem Wert nach um 15,6 Prozent zurück, insgesamt wurden um mehr als ein Fünftel weniger Tonträger abgesetzt. Auch in Lateinamerika sinkt der Musikabsatz insgesamt, in Argentinien um beispiellose 75,9 Prozent. Da können auch Brasilien mit einem Plus von 7,1 Prozent und Chile mit plus 29 Prozent nichts mehr retten. Erstmals hat die IFPI auch den Absatz von Musikvideos gezählt. In diesem Bereich ist ein starkes Wachstum, vor allem bei Musik-DVDs, von teilweise über 100 Prozent in bestimmten Märkten zu verzeichnen.