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Publikationsdatum
15. Januar 2007
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Die CES 2007 verzeichnete 140'000 Besucherinnen und Besucher, 26'000 davon aus dem Ausland. Auf 1,8 Millionen Quadratfuss wurden 20'000 neue Produkte vorgestellt.

Die Unterhaltungselektronik begleitet uns auf Schritt und tritt durch den Tag. Neue Techniken und neue Dienste machen die Inhalte zunehmend überall verfügbar. „Anytime - anywhere" war denn auch ein gewichtiges Motto an der diesjährigen Consumer Electronics Show CES in Las Vegas.

Der Inhalt auf Abruf steht nahezu jeder Kategorie der Unterhaltungselektronik von Audio bis drahtlos zur Verfügung.

In der TechZone im Sands Expo and Convention Center wurden die relevanten Technologien vorgestellt, die heute und in naher Zukunft die Unterhaltungselektronik zum allgegenwärtigen Begleiter machen.

Die RIAA und die NMPA (National Music Publishers Association) zeigten legale Filesharing-Technologien, die den Download von Musik erlauben.

Selbstverständlich durften auch die neuesten Internettechnologien wie Voice over IP, IPTV und Podcast nicht fehlen, die nicht nur Grundlage für das Web 2.0 sind, sondern auch für Marketing, PR oder Business to Business wichtig werden.

Hauptthema war jedoch nach wie vor HDTV, das zu einer ganzen Reihe von Displaytechnologien und neuen Bildschirmen mit noch grösseren Diagonalen und höherer Auflösung führte.


Vernetzte Heimelektronik

Der leistungsstarke Prozessor von Intel eignet sich für rechenintensive Anwendungen wie das Videostreaming im Haus.

Einen besonderen Platz nahm die Vernetzung im Heim mit der Präsentation der DLNA (Digital Living Network Alliance) an. Gezeigt wurden Konzepte für die nahtlose Integration allgegenwärtiger und individuell abrufbarer Inhalte zu Hause.

Zu den Neuheiten gehört die von Bill Gates angekündigte Home Server Software. Damit sollen einfach - so einfach wie bei Microsoft möglich - Netzwerke für Unterhaltungselektronik und Computerperipherie installiert werden können. Angesagt sind dabei Festplatten mit über einem Terrabyte Kapazität.

Eine solche Festplatte hat Hitachi angekündigt. Die Deskstar 7K1000 soll im Laufe des ersten Quartals 2007 in Europa erhältlich sein.

Die nötige Leistung für das Verarbeiten und Bereitstellen grosser Datenmengen präsentierte Intel mit der Vorstellung des ersten Vier-Kern-Prozessors Q6600 mit 2,4 GHz.

Videobearbeitung und Spiele werden insbesondere von der erhöhten Rechenleistung profitieren. Der Prozessor kostet 851 Dollar.

Aber auch das Heimnetzwerk profitiert. Dank Parallelprozessen können mehrere Streams gleichzeitig übers Haus verteilt werden.


HDTV

Der DVD-Spieler RDV-1093 von Rotel für die Wiedergabe hochaufgelöster 1080p-Bildsignale gibt auch die DVD-Audio und MP3-Files wieder.

Die Vernetzung erfolgt zunehmend drahtlos. UWB (Ultra Wide Band) ist das Stichwort. So stellte Pulse-Link nach der letztjährigen Einführung der drahtlosen HDMI-Übertragung dieses Jahr ein hybrides System vor.

Es nutzt den kabelgebundenen Backbone im Haus, verteilt dann aber die Signale für interaktive HD-Unterhaltung bis 1080p in jedem Raum drahtlos. Dabei können Geräte, die Firewire oder Ethernet unterstützen, parallel betrieben werden.

Mit dem RDV-1093 hat Rotel einen 1080p DVD-Spieler vorgestellt. Er gibt die 1080 Zeilen progressive wieder und verfügt über einen integrierten Scaler, der auch 480p-, 720p- oder 1080i-Bilder mit der maximalen Pixelzahl über den HDMI-Ausgang ausgibt.

Einen Projektor für Freunde des hochaufgelösten Heimkinos hat JVC mit dem DLA-HD1 vorgestellt. Er arbeitet mit drei D-ILA-Chips und bietet die maximale Auflösung von 1920 x 1080p bei einem Kontrastverhältnis von 15'000:1. Er soll für 6300 Dollar in den Handel kommen

Das Surround-Sound Format DTS soll nun auch für HDTV-Ausstrahlungen nutzbar gemacht werden. Dazu hat DTS in Zusammenarbeit mit Coding Technologies eine Erweiterung der Set-Top-Box vorgestellt.

Das in MPEG-4 aacPlus ausgestrahlte Signal wird damit ins DTS-Format gewandelt und über SPDIF ausgegeben. Dadurch können bestehende Heimkinoanlagen mit DTS den Surround-Sound wiedergeben.

Diese Lösung bieten auch Conexant und Analog Devices in ihren Chipsätzen an.


Blau, blauer, am blauesten

Die dreischichtige HD-DVD kann derzeit nur Daten wiedergeben.

Die Nachfolger der DVD, die HD-DVD und die Blu ray-Disc, streiten sich auch an der CES darum, das allein selig machende Format zu sein.

Dem Argument von Blu ray, über die höhere Speicherkapazität zu verfügen, stellte Toshiba eine dreischichtige HD-DVD mit der Speicherkapazität von 51 GByte gegenüber.

Allerdings hat TDK in Laborversuchen einen sechsschichtigen Blu ray-Prototypen hergestellt, der bis 200 GByte Kapazität haben soll.

Als mögliche Lösung hat LG einen Kombi-Player und ein PC-Laufwerk vorgestellt, die beide Formate wiedergeben können. Der von LG Electronics „Super M;ulti Blue Player" genannte BH100 soll in den USA bereits im Februar für 1200 Dollar auf den Markt kommen.

Aus dem HD-DVD-Lager hat Toshiba mit dem SD-H903A das erste Computerlaufwerk vorgestellt, das die HD-DVD, die DVD und die CD lesen und beschreiben kann.

Aus dem BD-Lager hat Pioneer mit dem BDC-202 ein Laufwerk vorgestellt, das verschiedene Blu ray-Disc-Formate liest und auf die DVD und die CD schreibt.