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13. September 2010
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Bereits zum 50. Mal fand die IFA statt. Und das Jubiläum hatte es in sich: Im Gegensatz zum Vorjahr fanden mit 1423 Ausstellern über 20 Prozent mehr den Weg nach Berlin. Die Ausstellungsfläche unter dem Berliner Funkturm wuchs dabei um 11 Prozent. 235'000 Besucher machen die IFA erneut zur weltweit grössten und wichtigsten Messe für Consumer Electronics und Elektro-Haushaltsgeräte. Das Ordervolumen des Handels liegt mit 3,5 Milliarden Euro (+9 Prozent) deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Internet-TV wird marktreif

Internet-TV wird marktreif

Zwar brachte die IFA 2010 für die Unterhaltungselektronik keine weltbewegenden Neuigkeiten zu Tage, der Fokus lag aber klar auf einigen wenigen Bereichen.

Einer dieser Bereiche, ist der Einzug des Internet auf dem TV. In Zukunft soll der Zuschauer nahtlos zwischen TV-Sendungen, Online-Videos (inkl. Video-on-demand) und surfen im Internet wechseln können.

Philips macht an der IFA publik, dass ihr NetTV bereits über 90 deutschsprachige Anbieter von Onlineangeboten vereint (europaweit sind es gar 300 Anbieter). Einer der Partner für die Schweiz wird die DIVA Video Acces AG werden. Diva TV bringt ab sofort Hollywood nach Hause. Aus über 400 Filmtiteln kann der Gewünschte ausgewählt und online ausgeliehen werden. Für 48 Stunden ist der Film zuhause frei verfügbar und kann so oft geschaut werden, wie gewünscht. Der Preis für einen Film beträgt zwischen vier und acht Franken.

Zudem gewährt Philips, bislang als einziges CE-basiertes System, bereits heuten den Zugang ins offene Internet. In den Genuss der NetTV-Oberfläche und somit von Online-Videotheken kommen die Nutzer der Philips Fernsehgeräteserien 7000, 8000 und 9000 von diesem Jahr. Der Anschluss ist sowohl über Ethernet-Kabel als auch kabellos über WiFi möglich.

Auch Sony bietet ihre, bisher US-Kunden vorbehalte, Content-Plattform Qriocity ab Herbst in den grössten Ländern Europas an. Die Schweiz ist zwar noch nicht dabei, bis Anfang 2011 soll der Dienst aber auch bei uns aufgeschaltet sein.

3D wohin das Auge reicht

Durch die Shutterbrille - Ob beim Gamen, am PC oder beim TV, 3D hält einzug.

Das grösste Thema der Messe war - wen wundert's - 3D. Alle grossen Hersteller überschwemmen den Markt förmlich mit ihren 3D-Produkten. Die grossen Pressekonferenzen von Panasonic und Sony wurden fast komplett in 3D gehalten. Einspieler und Präsentationen wurden live auf die Monitore und Leinwände in 3D übertragen.

Obwohl alle grossen Marken bald die ganze Produktpalette auch in 3D anbieten möchten, setzen alle verschiedene Schwergewichte: Panasonic fokussiert vor allem auf den ersten Consumer Camcorder der auch in 3D filmt, den HDC-SDT750. Ausserdem wird das Line-Up von Full HD 3D Plasmas erweitert.

Bei Sony hingegen ist im Consumerbereich noch keine 3D-Kamera im Sortiment, dafür bringt das Unternehmen im nächsten Frühling einen 3D-Beamer auf den Markt. Der Sony VPL-VW90ES soll zur Markteinführung rund 10'000 Franken kosten. Ausserdem zeigte Sony auf der IFA ihr erstes 3D-taugliche Vaio-Notebook, welches sich vor allem an die Gamer richtet.

Zwar setzt man bei Philips nicht alles auf die 3D-Karte, trotzdem ist der niederländische Konzern stolz darauf, den ersten Full HD 3D 21:9-LCD der breiten Masse zu präsentieren. Und auch Samsung setzt ihre 3D-Massstäbe im TV-Bereich. Ihr neues LED Flaggschiff, TV 9090, soll mit nur gerade 7,9 Millimetern Tiefe der dünnste TV der Welt sein - natürlich ist auch dieser 3D-tauglich.

3D ohne störende Shutterbrille

Zukunftsmusik? Die Hamburger Firma SeeFront bietet 3D-Monitore ohne Shutter-Brillen an.

Der grosse Nachteil bei der heutigen 3D-Technik ist aber ganz klar das Tragen einer Shutterbrille. Dass 3D auch ohne Brille funktionieren kann, beweist die kleine Firma SeeFront. Das Hamburger Unternehmen zeigte an der IFA einen Monitor, der dank einer eingebauten Kamera automatisch den Augenabstand misst und so ein richtiges 3D-Bild erzeugt.

Den besten Effekt hat man zwar frontal vor dem Monitor, trotzdem ist die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt und sogar leicht versetzt ist der 3D-Effekt zu erkennen. Der grosse Nachteil: Der Monitor kann sich nur für einen Betrachter einstellen.

SeeFront stellt bislang vor allem Displays für die Medizinaltechnik her. Aber in der Unterhaltungselektronik wird sicher schon nach Lösungen gesucht, wie man auf die Shutter-Brille verzichten könnte. Doch die nächsten paar Jahre werden die Brillen für den 3D-Konsum wohl unausweichbar bleiben.

Kampf dem iPad

Im Fokus des Interessens - Samsungs Galaxy Tab blässt zum Kampf gegen das iPad

Das dritte grosse Thema auf der Messe betrifft die Tablet-PC's. Samsung und Toshiba haben zum Kampf gegen Apple geblasen. An der IFA präsentierten die beiden ihre eigene iPad-Kreation. Der Touchscreen des Samsung Galaxy Tab ist mit 7 Zoll ganze 2,7 Zoll kleiner als der des iPad. Die Auflösung beider Screens ist zwar ungefähr gleich, das kleinere Samsung-Display wirkt dadurch aber etwas feiner. Der grosse Unterschied zum iPad liegt vor allem darin, dass man mit dem Galaxy Tab telefonieren kann, es über eine Kamera verfügt und Flash unterstützt. Eine ernstzunehmende Konkurrenz.

Aber auch das Folio 100 von Toshiba muss sich nicht verstecken. Ab November in Deutschland verfügbar, ist es mit einem 10.1-Zoll Display ausgestattet und wird mit nur gerade etwas über 400 Euro das günstigste Tablet im noch jungen Markt. Wann es das Folio 100 in der Schweiz gibt, ist zur Zeit nicht bekannt. Klar ist hingegen, dass der Kampf gegen das iPad begonnen hat.

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1930. Albert Einstein eröffnet die IFA. Der weltberühmte Physiker spricht zur Eröffnung der 7. Großen Deutschen Funkausstellung und Phonoschau, auf der ein erster "Fernseh-Demonstrations-Empfänger" vorgestellt wird - ein Jahr vor dem Start der ersten Fernseh-Übertragung in Deutschland
1975. GEC stellt seine neuesten Produkte vor
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1977. Die Halle von Grundig: ein echter Publikumsmagnet.
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1983. Keinesfalls eine neue Idee: Bereits 1983 kann man 3-Dimensional fernsehen! Hier ein Versuchsaufbau im Philips-Pavillon.
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1987. Auch schon lange angedacht: HDTV. Fachvorführungen im Pavillon am Palais: HDTV und HDMAC sind die Hauptprojekte des EUREKA-Programms, einer Vielzahl europäischer Industrien und Organisatoren zur Weiterentwicklung des hochauflösenden Fernsehens.
1987. Auch schon lange angedacht: HDTV. Fachvorführungen im Pavillon am Palais: HDTV und HDMAC sind die Hauptprojekte des EUREKA-Programms, einer Vielzahl europäischer Industrien und Organisatoren zur Weiterentwicklung des hochauflösenden Fernsehens.
1989. 16:9 - das neue Bildformat für die 90er Jahre: Noch ein Labormodell, bald jedoch ein Bestandteil der HDTV-Generation. Zu sehen im Händlerzentrum Halle 21 bei Philips.
1989. 16:9 - das neue Bildformat für die 90er Jahre: Noch ein Labormodell, bald jedoch ein Bestandteil der HDTV-Generation. Zu sehen im Händlerzentrum Halle 21 bei Philips.
1995. Multimedia-PCs erobern Märkte und begeistern kleine Rennfahrer.
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1999. Sony präsentiert seine Spielkonsole Playstation.
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2001. Fernsehen am Wendepunkt: Flachbildschirme erobern den Markt.
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2010. Die Besucher stehen an um sich das grosse Thema der diesjährigen IFA anzuschauen...
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3D...
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... und 3D in jeglicher Form...
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Während Philips den ersten 21:9 3D-TV vorstellt...
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... präsentiert Laurent Abadie, CEO Panasonic Europa, den ersten 3D-Heimrecorder...
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... und Sony einen Beamer der das volle 3D-Format unterstützt.
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Dass 3D auch ohne Brille funktioniert, beweist die Firma SeeFront. In der Blende des LCD's befindet sich eine Kamera, die den Augenabstand misst und so das Bild richtig einstellt. Nachteil: Es kann nur eine Person gleichzeitg 3-dimensional schauen.
Dass 3D auch ohne Brille funktioniert, beweist die Firma SeeFront. In der Blende des LCD's befindet sich eine Kamera, die den Augenabstand misst und so das Bild richtig einstellt. Nachteil: Es kann nur eine Person gleichzeitg 3-dimensional schauen.
Das zweite grosse Thema sind die Tablets. Sowohl Samsung...
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... als auch Toshiba stellen Konkurenzprodukte zum iPad vor.
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Und wer kein Tablet und kein 3D bringt, machts wie Hannspree und versucht mit LCD's für Kinder den Markt zu erobern.
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Ja, und nach so einem anstrengendem Messerundgang darf auch die Stärkung nicht fehlen. Berliner Currywurst am traditionallen Currywurstessen beim Euronicsstand.
Ja, und nach so einem anstrengendem Messerundgang darf auch die Stärkung nicht fehlen. Berliner Currywurst am traditionallen Currywurstessen beim Euronicsstand. "En guäte!"
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