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Publikationsdatum
10. Dezember 2014
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Klangtüftler

Bose ist 50. 1964 hat Dr. Amar G. Bose das Unternehmen in den USA gegründet. Er hat nicht in einer Garage begonnen, sondern im Keller, wo er Radios reparierte. Er studierte am MIT mit dem Ziel, elektronische Geräte zu entwickeln, statt zu reparieren. 1956 promovierte der 1929 geborene Bose in Elektrotechnik. Zwei Jahre nach der Gründung des Unternehmens kam der erste Lautsprecher auf den Markt, der jedoch scheiterte, da offensichtlich neben der Technik auch das Marketing stimmen musste, um sich durchsetzen zu können.

Anders verlief die Geschichte des zweiten Produktes. Bereits 1968 kam der 901 auf den Markt, ein Lautsprecher mit einem neuen akustischen Prinzip (Direct/Reflecting). Obwohl für damalige Verhältnisse recht klein, konnte der 901 die Musik in einer Lebendigkeit wiedergeben, die nicht nur zu Hause, sondern auch auf der Bühne oder in der Disco begeisterte. Der Lautsprecher wurde bald Kult.

Von da an war das Schema klar, das Bose auch heute noch Erfolg bringt. Eine Forschung und Entwicklung, die konkreten Problemen auf den Grund geht und sie in einer Weise löst, die dem Konsumenten einen Gewinn bringt. Zunächst waren das akustische Probleme – zum Beispiel die „trockene“ Musikwiedergabe mit üblichen Stereolautsprechern, welche die Reflexionen bei der Live-Musik nicht berücksichtigt oder die störenden Aussengeräusche, welche die Musikwiedergabe ab Kopfhörer beeinträchtigen – zunehmend aber auch solche der Bedienung oder des Aussehens. Im Stillen forscht und entwickelt Bose – und plötzlich ist ein Produkt da, das innovativ und durchdacht ist. In den meisten Fällen vermag es auch kritische Tester zu überzeugen, obwohl diese zunächst eher skeptisch sind. Ein grosser Sound aus kleinen Lautsprechern ist möglich, das hat Bose immer wieder bewiesen, vom Cube-Lautsprecher über das Wave Radio bis zum kabellosen Kleinstlautsprecher Soundlink mini. Was hinzu kommt, sind gelungenes Design von der Heimkinoanlage „Lifestyle“ bis zu den diversen Kopfhörern und bis ins Detail durchdachte Bedienung, und zwar nicht nur für komplexe Produkte wie den Videowave-TV, sondern auch für einfache Teile wie Computer-Lautsprecher.

Bei Bose wird am Klang gearbeitet. Da ist schon mal ein Equalizer im Signalweg, und der Schall wird nicht von einer idealen Punktschallquelle abgestrahlt, sondern geht seine Wege durch Kanäle und Hohlräume nach vorne, nach der Seite und nach hinten. Originalgetreu bezogen auf die Aufnahme ist das nicht. Was dafür herauskommt ist eine Wiedergabe, die viele Beschränkungen der Aufnahme aufhebt und einen lebendigen, räumlichen Klang bietet, der stimmt, will heissen, der die Emotionen der Musik oder des Filmtones rüberbringt. Das alles verpackt in kleinen und eleganten Geräten. Genuss mit Stil.

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