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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
25. August 2002
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Optisch fallen sie sofort auf, der AV-Receiver SA-XR10 und der DVD-Video-Spieler DVD-XV10. Die edel wirkende silbrige Oberfläche wird umrahmt von spiegelnden Vorder- und Seitenwänden. Vorne leuchtet das Display blau auf und verleiht den Geräten im Betrieb eine kühle Erscheinung. Gediegen sind die Bedientasten auf der Oberseite der spiegelnden Einfassung angebracht, während beim Receiver der Drehregler für die Lautstärke und die LEDs zur Betriebsartenanzeige vorne prangen. Beide Geräte messen nur 52 mm in der Höhe – auch der XR-10 mit seinen Endstufen für 5 x 100 W Ausgangsleistung. Nebeneinander aufgestellt repräsentieren sie ein futuristisch anmutendes Heimkinosystem im „coolen“ Look.

Eleganter DVD-Video-Spieler

Der DVD-Video-Spieler gibt auch eine Reihe von Audioformaten inklusive MP3-bespielter CDs wieder.
Der DVD-Video-Spieler gibt auch eine Reihe von Audioformaten inklusive MP3-bespielter CDs wieder.
Das Elegante am DVD-Spieler DVD-XV10 liegt nicht nur in der Gehäuseform und Materialbeschaffenheit, sondern auch in der Unaufdringlichkeit der Bedienelemente. Es sind nur wenige Tasten, die kaum über die Gehäuseoberfläche hinausragen. Dennoch lassen sich mit ihnen neben den Laufwerkfunktionen viele der integrierten Funktionen steuern.

In den meisten Fällen wird im Heimkino jedoch vom Sessel aus bedient. Die Fernbedienung ist entsprechend den vielen Funktionen des XV10 mit Tasten übersät. Mit ihr lässt sich durch die verschiedenen Menus und Bildschirmanzeigen, z.B. Setup oder GUI (Graphical User Interface) für Detaileinstellungen im Betrieb, navigieren. Während das Setup-Menu klar gegliedert und jede Option mit einem Wort treffend benannt ist, also die Einstellungen für den Videoausgang, den Digitalausgang oder das Bildschirmformat leicht von der Hand gehen, bereiten die eingeblendeten Symbole des GUI, die den Zugriff auf praktisch jede Funktion des Spielers erlauben, mehr Mühe, denn sie sind nicht alle selbsterklärend. Sie erfordern einige Lernschritte und gelegentlich ein Blättern in der Bedienungsanleitung.

Vielfältige Ausstattung

Die Fernbedienung erlaubt den Zugriff auf alle Funktionen des DVD-Spielers.
Die Fernbedienung erlaubt den Zugriff auf alle Funktionen des DVD-Spielers.
Hauptstück des Players ist das Laufwerk, das nicht nur die DVD-Video abspielt, sondern auch die Audio-CD, inklusive CD-R/RW und MP3-bespielte Scheiben, die CD-Video (aber keine SVCD und Divx) und die DVD-R. Code 2-DVDs werden sowohl in PAL wie auch in NTSC abgespielt. Bei NTSC-Discs ist wählbar, ob ein NTSC- oder ein PAL60-Signal auf den Ausgang gegeben werden soll.

Neben dem normalen Abspielen eines Films kann der XV-10 Standbilder anzeigen, und zwar wahlweise als (schärferes) Halbbild oder als (höher aufgelöstes) Vollbild. Zeitlupenwiedergabe beherrscht er ebenso wie Einzelbildfortschaltung. Selbstverständlich kennt er auch die Wiedergabe-Funktionen eines CD-Spielers wie Wiederholung, Programm- und Zufallswiedergabe. Hilfreich ist die Quick-Replay-Funktion, mit der sofort einige Sekunden zurückgesprungen wird und die Einschlafzeituhr, die so gesetzt werden kann, dass der Player fünf Minuten nach Wiedergabeende ausschaltet.

Für die Bildsignale stehen auf der Rückseite ein Cinch- (Video), ein Hosiden (S-Video) und ein Scart-Anschluss, der auch RGB-Signale wiedergibt, zur Verfügung. Audioseitig ist ein optischer digitaler Anschluss und ein analoger Cinchausgang vorhanden. Letzterer umfasst die zwei Stereokanäle und einen separaten Subwoofer-Ausgang.

Prägnante Bilder

Neben Videosignalen gibt der DVD-Spieler auch S-Video und über den Scart-Anschluss gar RGB-Signale wieder.
Neben Videosignalen gibt der DVD-Spieler auch S-Video und über den Scart-Anschluss gar RGB-Signale wieder.
Der XV-10 erlaubt verschieden Einstellungen zur Bildwiedergabe. Im Setup erfolgt die Wahl des Bildformates – 4:3 mit Pan&Scan und Letterbox oder 16:9. Über die Bildschirmanzeige können zwei vorgegebene Bildeinstellungen abgerufen werden. Sie erhöhen die Durchzeichnung in dunklen Partien. Die erzielte Wirkung schwankt je nach DVD, kann aber tatsächlich zusätzliche Details sichtbar machen. Eine benutzerdefinierte Einstellung erlaubt das Festlegen von Kontrast, Helligkeit und Farbe.

Das Bild des XV-10 hinterlässt einen prägnanten Eindruck. Kanten werden stark hervorgehoben, zum Teil gar etwas überzeichnet. Mit einer Auflösung, die deutlich mehr als 500 Linien wiedergibt, werden auch feinste Details sichtbar. Die Schwarz- und die Weisswiedergabe sind sehr gut, mit einer deutlichen Grauabstufung, die jedoch in der Normalposition gegen weiss und gegen schwarz hin etwas abflacht. Ausgezeichnet ist die Farbwiedergabe mit satten, gleichmässigen Farben, sauberen Kanten und äusserst geringem Übergreifen. Das Rot als empfindlichste Farbe ist frei von Rauschen.

AV-Reciever

Ein elegantes Gerät mit nur 52 mm Bauhöhe und dennoch dank Digitalverstärkern voller Leistung: der SA-XR10.
Ein elegantes Gerät mit nur 52 mm Bauhöhe und dennoch dank Digitalverstärkern voller Leistung: der SA-XR10.
Der SA-XR10 ist ein AV-Receiver mit integriertem Dolby Digital-, DTS- und Dolby Pro Logic II-Decoder, das heisst er gibt die beiden aktuellen digitalen 5.1-Surround-Formate wieder. Mit Dolby Pro Logic II und der zusätzlichen Klangfeldsteuerung (Sound Field Control SFC) mit sechs Programmen werden analoge und digitale Stereoquellen räumlich wiedergegeben. Dabei sind die Pegel von Center, Surround links und rechts sowie Subwoofer relativ zu den Hauptkanälen für jeden SFC-Modus separat einstellbar. Komfortabel ist auch, dass die für einen Eingang gewählte Klangbetriebsart jedesmal mit dem Anwählen dieses Eingangs aktiviert wird.

Der Receiver hat drei digitale Audioeingänge, zwei optische und einen koaxialen. Analog stehen vier Stereoeingänge, zwei Stereo- und ein Subwoofer-Ausgang (7 – 200 Hz ) zur Verfügung.Das Bild wird über vier Videoeingänge (Composite) eingegeben und über einen Videoausgang auf den Monitor gespielt. Der Tuner erhält sein Signal über einen 75 Ohm Koaxialeingang (FM) oder über Klemmen (AM). Ebenfalls Klemmen stehen als Anschlüsse für Lautsprecher von 6 – 16 Ohm zur Verfügung.

Der Quarz Synthesizertuner empfängt UKW und AM von 530 – 1710 kHz. 30 Senderspeicher erlauben die Belegung mit genügend Lieblingssendern. Als RDS-Tuner (Radio Data System) empfängt er die vom Sender übertragenen Zusatzinformationen.

Digitalverstärker

Mit den wenigen, gediegenen Bedienelementen am Receiver sind auch komplexe Set-Up-Einstellungen realisierbar.
Mit den wenigen, gediegenen Bedienelementen am Receiver sind auch komplexe Set-Up-Einstellungen realisierbar.
Mit 52 mm Bauhöhe und nur 3,5 kg hat der XR10 gerade mal die Kennwerte eines AV-Decoders. Doch als Receiver beherbergt er auch die Endstufen. Es sind fünf an der Zahl, und jede leistet 100 Watt, also genügend für einen markerschütternden Kinoton. Möglich wird dies dank Digitalverstärkern. Das digitale Audiosignal moduliert direkt ein Steuersignal, mit dem die Schaltendstufe betrieben wird. Ein passives Ausgangsfilter befreit schliesslich das Signal von unerwünschten Oberwellen. Der Wirkungsgrad von Digitalverstärkern liegt mit mehr als 90% deutlich über dem konventioneller Verstärker. Grosse und schwere Kühlkörper entfallen dadurch, und die Bauweise wird wesentlich kompakter.

Wird die Leistung von 5 x 100 W (bei 1% Klirr) auf längere Zeit voll ausgefahren, ist eine zusätzliche Kühlung nötig. Diese erfolgt über einen Lüfter, der sich bei Bedarf automatisch zuschaltet. Bei einem derart „heissen“ Betrieb ist auch die Lautstärke entsprechend hoch, so dass der Lüfter in keiner Weise stört. Bei Zimmerlautstärke kommt er nicht zum Einsatz.

Heimkinobetrieb

Die Fernbedienung des Receivers steuert auch den DVD-Spieler oder einen TV-Apparat von Panasonic.
Die Fernbedienung des Receivers steuert auch den DVD-Spieler oder einen TV-Apparat von Panasonic.
Beim Einrichten des Heimkinos erweisen sich die Lautsprecherklemmen als hilfreich, auch wenn sie nur relativ dünne Kabel zulassen. Mit ihnen ist ein schneller Aufbau gewährleistet. Praktisch sind die drei Digitaleingänge. Im Betrieb erkennt der XV10 automatisch die Art des anstehenden Signals. Dem Niveau des Receivers nicht gerecht werden die Videoanschlüsse, die nur Composite-Signale schalten. Soll ein S-Video- oder gar ein RGB-Signal wiedergegeben werden – wie das mit dem XV10 möglich ist -, so muss der DVD-Spieler direkt mit dem Monitor verbunden werden. Beim Umschalten auf den Videorecorder ist auch ein anderer Fernseheingang zu wählen.

Für die optimale Installation des Heimkinos bietet der XR10 einige Unterstützung. Im Setup wird die Lautsprechergrösse angewählt. Für kleine Lautsprecher ist die untere Grenzfrequenz wählbar zwischen 100 Hz, 150 Hz und 200 Hz. Die Abstände der Lautsprecher zum Hörplatz lassen sich bis auf 10 Meter in 0,1m-Schritten festlegen. Beim Einpegeln mittels eingebautem Testtongenerator können die Lautstärken der einzelnen Kanäle bezogen auf die Hauptkanäle um jeweils +/- 10 dB variiert werden.

Mit der Fernbedienung können alle Werte auch während des Betriebs verändert werden. Dies ist gelegnetlich nötig, da verschiedene DVDs unterschiedliche Einstellungen bezüglich Surround- und Centerlautstärke zeigen. Selbst der Subwoofer-Pegel und – im Stereobetrieb – die Balance und die Höhen/Tiefen sind fernbedienbar. Zudem steuert die Fernbedienung auch Fernsehgeräte und DVD-Spieler von Panasonic und Technics. Damit wird der Betrieb in Kombination mit dem XV10 stark vereinfacht. Etwas unhandlich bleibt er trotzdem, da die meisten der vielen Tasten annähernd die gleiche Grösse haben. Im fürs Kino abgedunkelten Raum sind sie kaum voneinander zu unterscheiden.

Raumfüllend

Im Hörtest macht der SA-XR10 eine gute Figur. Zunächst einmal überzeugt das zierliche Gerät durch die hohen Pegel, die es wiedergeben kann. Voll ausgefahren überschreiten die Pegel die Obergrenze der Zimmerlautsärke deutlich. Im Stereobetrieb arbeitet der Verstärker präzis. Klavier etwa wird mit einem sauberen Anschlag und dank grosser Dynamik lebendig wiedergegeben. Das Klangbild wirkt insgesamt hell, ohne in den Tiefen, bei Celli etwa, an Volumen zu verlieren. Zusammen mit einem aktiven Subwoofer wirkt der Gesamtklang geradezu gewaltig.

Im 5.1-Modus überzeugt der Receiver mit einem feinen, raumfüllenden Klang des leisen Lüftchens zu Beginn von „Space Cowboys“, begleitet von einer klaren akustischen Gitarre. Auch kräftigere Sounds, wie das Innere des Cockpits, vermag der SA-XR10 ohne Lücken raumfüllend wiederzugeben. Bewegungen im Raum werden präzise abgebildet, und zwar auch beim Vorbeifliegen von Helikoptern in extremen Lautstärken (die erreicht sind, bevor der Pegelregler voll aufgedreht ist). Insgesamt reproduziert der Receiver einen wuchtigen Surround-Sound, in dem die Details nicht untergehen.

Fazit

Zusammen mit dem DVD-Spieler DVD-XV10 geben diese beiden Geräte mit ihren blau leuchtenden Displays dem Heimkino im abgedunkelten Raum ein „cooles“ Aussehen. Als Paar harmonieren sie auch im Zusammenspiel, was durch die Fernbedienung des Receivers, die auch den DVD-Spieler steuert, zum Ausdruck kommt. Dabei zeigen sie zusammen eine Leistung, welche die inneren Werte den äusseren ebenbürtig macht. Minuspunkt ist, dass der Receiver keine S-Videosignale schaltet.
STECKBRIEF
Modell:
DVD-XV10
Profil:
Ein edles Gespann fürs Heimkino, das nicht nur Ästheten befriedigt, sondern auch dank Digitaltechnik auf kleinstem Raum zu höchsten Leistungen fähig ist.
Pro:
edles Design;ergonomische Bedienelemente an den Geräten;eine Fernbedienung für beide Geräte;geringes Gewicht dank Digitaltechnik;separat regelbarer Subwoofer-Ausgang
Contra:
keine S-VideoAnschlüsse am Receiver;für Dunkelheit schlecht geeignete Fernbedienung
Preis:
499.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2003
Vertrieb:
Masse:
430 x 52 x 300 mm
Gewicht:
2,4 kg
Farbe:
silber
Wettbewerb