22. Juni 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
ARTIKEL
Publikationsdatum
9. Dezember 2001
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Mit dem XV-Z7000E präsentiert Sharp den Nachfolger für den bestens eingeführten XV-Z1E. Er ist mit Blick auf den DVD-Boom speziell auf die Wiedergabe von Videobildern ausgerichtet, also in erster Linie als Heimkinokomponente gedacht. Für multimediale Präsentationen über den Computer eignet er sich dank des SVGA-Anschlusses jedoch gleichermassen.

Kleine Abmessungen - grosses Bild

Das zunächst augenfälligste am LCD-Projektor von Sharp ist seine Kompaktheit. Mit einer Grundfläche von 26 x 21 cm und einer Höhe von nur 8 cm passt er auf jede noch so kleine Abstellfläche, sei dies ein Tischchen in der Stube oder ein Diaprojektor-Stativ im Hobbyraum. Damit ist auch die Distanzanpassung zur Veränderung der Bildgrösse – unterstützt von einem kleinen Zoom – einfach zu bewerkstelligen. Bei einer Projektionsdistanz von 10 m ist eine Bilddiagonale von 5,7 m erreichbar (mit 16:9-Bild). Für engere Platzverhältnisse kann die Distanz bis auf 2 Meter reduziert werden. Dabei ergibt sich immer noch eine Bilddiagonale von 1 Meter. Die Ausrichtung auf die Projektionsfläche erfolgt mit den beiden in einem grossen Bereich in der Höhe verstellbaren Füsschen vorne am Gerät und mit der Trapezkorrektur (horizontal und vertikal). Dank Bildumkehr ist auch eine Rückprojektion oder eine Projektion von der Decke möglich. Eine Montage ist aufgrund des geringen Gewichtes von 2,6 kg unproblematisch.

Ausstattung

Seitlich neben dem Lüfter angebracht: Audio-, Video- und S-Video-Eingänge. Der Projektor schaltet automatisch um.
Seitlich neben dem Lüfter angebracht: Audio-, Video- und S-Video-Eingänge. Der Projektor schaltet automatisch um.
Der Projektor arbeitet mit drei TFT-LCD-Panels mit je 480 000 Bildpunkten, entsprechend einer Auflösung von 800 x 600 Punkten. Eine 16:9-Darstellung ist ebenfalls möglich. Das Bild wird über ein 1 – 1,2 Zoomobjektiv mit einer zwischen 36, 0 und 43,2 mm verstellbaren Brennweite ausgegeben. Für das benötigte Licht sorgt eine 150 W Gleichstromlampe, die nach 1000 Betriebsstunden auszuwechseln ist.

Videoeingänge stehen in dreifacher Ausführung zur Verfügung: eine Cinch-Buchse für das Composite-Signale, ein Hosiden-Anschluss für S-Video und drei Cinch-Buchsen für das Komponentensignal. Der Projektor akzeptiert sowohl PAL/PAL60- als auch SECAM- und NTSC-Signale, aber auch DTV-Signale bis 720p beziehungsweise 1080i. Im Betrieb wird das angelegte Eingangssignal automatisch erkannt.

Für das RGB-Computersignal steht ein 15-pin Steckanschluss zur Verfügung sowie eine Stereo-Miniklinke für den Ton. Eine RS-232-Schnittstelle erlaubt die Steuerung vom Computer aus. Für einfache Präsentationen ist ein Lautsprecher eingebaut.

Bedienung

Handliche Fernbedienung mit im Dunkeln leuchtenden Tasten.
Handliche Fernbedienung mit im Dunkeln leuchtenden Tasten.
Das Aufstellen und die Installation sind denkbar einfach, einerseits weil das Gerät sehr mobil ist und andererseits weil die Trapezkorrektur viele ungünstige Positionen zu korrigieren vermag. Ebenso einfach ist die Inbetriebnahme. Das angelegte Signal wird automatisch erkannt; die Bildwerte werden über ein Menu eingestellt. Die Fernbedienung für diese Menu-Einstellungen wirkt von vorn und von hinten auf den Projektor. Besonders an der Fernbedienung ist, dass die Tasten in der Dunkelheit recht lange nachleuchten, was bei der Bedienung während des Films stark hilft. Einige Parameter sind mit Tasten direkt vom Projektor aus bedienbar.

Bildeinstellungen

Die Bedienung ist auch direkt am Gerät möglich.
Die Bedienung ist auch direkt am Gerät möglich.
Für ein optimales Bild stehen diverse Einstellmöglichkeiten zur Verfügung. Hierzu gehört die 16:9-Umschaltung, das Einstellen der Farbtemperatur mit vier vorgegebenen Werten und die Gammakorrektur zur Optimierung des Kontrastes mit drei vorgegebenen Werten. Das einzelne Bild lässt sich in Kontrast, Helligkeit, Rot- und Blauwert verstellen. Bei NTSC-Bildern kommt als Parameter noch die Tönung hinzu.

Zur Scharfstellung des Bildes wird der Schärfering am Objektiv gedreht. Dieser ist nur oben und unten fassbar; links und rechts ist er vom Gehäuse umgeben, was ein präzises Scharfstellen erschwert.

Im Betrieb kennt der Sharp-Projektor zwei Bildhelligkeiten. Die eine wird Kinofilmmodus genannt. Sie reduziert die Lampenhelligkeit auf 70%, was bei völlig abgedunkeltem Raum – wie es eben im Kino vorkommt – ein genügend helles Bild ergibt. In diesem Modus wird nicht nur die Leistungsaufnahme, sondern auch der Ventilatorenbetrieb reduziert. Dieser regelt seine Leistung zudem nach der internen Temperatur, das heisst die Lüftergeräusche können während eines Films schwanken. Die Filmwiedergabe mit dem Filmmodus im abgedunkelten Raum ist nicht nur wegen des Kinofeelings zu empfehlen, sondern auch wegen der reduzierten Lüftertätigkeit, da diese recht laut ist. (Im Normalbetrieb, also bei 100% Leistung, wird ein Wert < 70 dB (A) spezifiziert.)

Bildwiedergabe

Die Beurteilung des Bildes erfolgte im vollständig abgedunkelten Raum im Kinofilmmodus, also bei reduzierter Lampenhelligkeit. Das Bild im 16:9-Format spannte eine Diagonale von 2,5 m auf.

Das Bild besticht durch ein reines Weiss. Beim Abruf der voreingestellten Werte für die Farbtemperatur erhält es einen leichten Grünstich, oder es überstrahlt. Schwarz allerdings zeigt eine Tendenz ins Graue. Regelmässig ist die Abstufung der Grautöne zwischen Schwarz und Weiss. Das Schwarz/Weiss-Bild ist rauschfrei.

500 Linien horizontal werden ohne geometrische Verzerrungen problemlos wiedergegeben, sowohl im 16:9- als auch im 4:3-Modus. Beim Übergang zwischen hellen und dunklen Stellen ist kein Überschwingen feststellbar, das heisst die Auflösung ist nicht mit elektronischen Mitteln künstlich erhöht worden. Das insgesamt helle Bild wird ohne deutlichen Lichtabfall zu den Rändern hin regelmässig ausgeleuchtet.

Die Farben werden differenziert wiedergegeben. Kräftig und sehr sauber sind Rot und Blau. Eine tadellose Reproduktion schafft der Sharp-Projektor auch bei Gelb und Magenta (Purpur), während Grün und vor allem Cyan (Blaugrün) ausgebleicht wirken. Auch beim heiklen Rot ist kein Farbrauschen auszumachen. Ausgezeichnet ist die Trennung zwischen Helligkeit und Farbe im 4:3-Bild. Im 16:9-Modus ist bei der höchsten Auflösung ein leichtes Moiré festzustellen.

Kinofeeling

Die insgesamt sehr guten Werte bei der Bildwiedergabe setzt der XV-Z7000 in ein eindrückliches Bewegtbild um. Kräftige, natürlich wirkende Farben bei guter Auflösung hinterlassen einen Bildeindruck, der ans Kino gemahnt. Durch differenzierte Abstufung etwa der Grüntöne in einer Naturlandschaft wirkt es lebendig.

Auch mit schwierigen Bildsituationen vermag der Projektor sorgfältig umzugehen. Beispiele zu Hauf sind in „Vertical Limit“ („Halt dich fest“) zu finden, einem Bergdrama im Himalaya. Der wolkenlose Himmel wird mit einem kräftigen Blau wiedergegeben, während der Schnee in klarem Weiss erscheint. Auch innerhalb des Weiss sind Abstufungen zu erkennen, so dass eine Schneelandschaft differenziert und natürlich wirkt. Gelegentlich jedoch gehen feine Unterschiede in den Wolken mit blauem Himmel als Hintergrund unter.

Auf der anderen Seite der Skala, bei Schwarz, vermag der Projektor ebenfalls zu differenzieren. In „Eyes Wide Shut“ zeigt er seine Fähigkeiten beim Eintritt des Helden ins Haus, in dem die venezianische Party stattfindet. Es ist Nacht, die Türe liegt etwas nach hinten versetzt weiter im Dunkeln. Eine Säule gibt zusätzlichen Schatten. Alle diese Unterschiede werden vom Sharp-Projektor nachgezeichnet. Und die nachfolgende Party mit den warmen Farben und der differenzierten Beleuchtung wird zum filmischen Genuss.

Fazit

Klein aber fein lässt sich zusammenfassend zum XV-Z7000 von Sharp urteilen. Er ist sehr flexibel im Einsatz und produziert Bilder, die den Gehalt eines Kinofilms in die gute Stube bringen können. Unangenehm ist jedoch das Lüftergeräusch.
STECKBRIEF
Preis:
6999
Profil:
Kleiner, einfach zu bedienender LCD-Projektor für alle gebräuchlichen Videosignale mit heimkinotauglichem Bild.
Pro:
klein und leicht,
einfache Bedienung,
Komponenteneingang,
kräftige Farben,
Contra:
lautes Lüftergeräusch
Ausstattung:
3 LCD-Panels
Trapezkorrektur horizontal und vertikal
Video, S-Video- und Komponenteneingang
16:9-Darstellung
Technische Daten:
1000/750 (Kinomodus) ANSI-Lumen
Kontrast 350:1
3 x 800 x 600 Pixel
Bilddiagonale 102 cm - 635 cm
Projektionsdistanz 16 m - 10,0 m
Wettbewerb